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Klientenzentrierte Gesprächstherapie |
Verhaltenstherapie |
Psychoanalyse |
Systemische Ansätze / Familientherapie |
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Zentrale theoretische Begriffe |
Organismus, Selbst, Aktualisierungstendenz, Symbolisierung, Inkongruenz, Empathie |
klassisches und operantes Konditionieren, Lernen am Modell, Kognitionen, Selbstmanagement, empirische Überprüfung |
2 Triebe: Eros und Todestrieb; das Unbewusste, System der Psyche in Es, Ich und Über-Ich gegliedert; Übertragung, Widerstand, Wiederholungszwang |
Trennung System-Umwelt, Rückkopplung, Zirkularität statt Kausalität, Homöostase vs Veränderung, Indexpatient |
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Was wird als "Ursache" eines Problems gesehen? |
Verhinderte Selbstwahrnehmung und Symbolisierung von Wahrnehmungen und Erfahrungen, die im Widerspruch zu Konzepten des Selbst stehen, oder widersprüchliche Konzepte im Selbst. |
a) Störendes Verhalten ist gelernt und wird b) oft durch verdeckte (innere/äußere) Belohnung in der Gegenwart aufrechterhalten. c) Alternatives “besseres” Verhalten nicht gelernt oder wieder verlernt. |
In das Unbewusste verdrängte Motive, Impulse und Erinnerungen führen zu symptomatischem Verhalten, oft durch gegenwärtiges Erleben ausgelöst. |
Problemverhalten von IndexpatientIn hat für soziales System (z.B. Familie) und sich selbst einen Sinn und bewahrt vor Veränderung. Dagegen: de Shazer: Die Frage nach Ursachen hilft nicht bei der Lösung. |
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Ziele, Planung |
keine explizite Zielplanung, eher allgemeines Ziel, die Selbstexploration zu fördern und das Selbst zur Entwicklung und Veränderung zu befähigen |
störungsspezifische und explizite Planung von Teilzielen und Zwischenzielen, systematische Evaluation des (Nicht-) Erreichten. |
keine explizite Zielplanung, eher allgemeines Ziel, durch Einsicht in unbewusste Motive und Erfahrungen das Verhalten zu verändern und eine psychische Integration zu ermöglichen |
Bilder und Pläne für die nähere und fernere Zukunft gründlich erfragt, um kleinste Ziele auf dem Weg in die Zukunft zu eruieren. |
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Techniken |
Verbalisieren emotionaler Erlebnisinhalte, Klärendes Nachfragen bezüglich des eigenen Verstehens, Rekonstruktion der Empfindungswelt |
a) vom Einzelfall abgeleitete Techniken der Belohnung, Strukturierung und Zielplanung; b) Standardverfahren (z.B. Densensibilisierung, Reizkonfrontation, Selbstsicherheitstraining); c) kognitive Umstrukturierung. |
klassische PA: Sitzung im Liegen mit freier Assoziation auf Seiten der KlientIn, freischwebender Aufmerksamkeit auf Seiten der TherapeutIn mit Interventionen der Klärung und der Deutung von (szenischen) Zusammenhänge. |
Umdeuten, paradoxe Interventionen, Frage nach Unterschieden, Konkretisierungen, positives Konnotieren, Komplimente, zirkuläres Fragen, bisher erfolgreiche Handlungen als Ressourcen nutzen, Verschreibung von gezeigtem Verhalten, Beobachtungsaufgaben |
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Welche Beziehung wird angeboten? |
Empathie, Wärme (bis an die Grenzen der Echtheit der Beratenden) |
pragmatisch, zugewandt, optimistisch, auf gemeinsames und eigenes Handeln orientiert; TherapeutIn soll Modell gelingender Bewältigung sein. |
Zugewandt, aber deutlich neutraler und distanzierter als in der GT. |
Zugewandt - neutral, die Situation strukturierend, "allparteilich": Vermeiden, sich zum Bundesgenossen eines Familienmitglieds zu machen |
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Unterschied zu alltäglichem Gespräch |
keine oder wenig Reaktion auf der Sachebene, Konzentration auf emotionale Vorgänge |
konkreter, genauer, in mikroskopischer Art zeitliche, psychische und soziale Abläufe erfragend, nicht schnell alles verstehen |
sehr asymmetrische Verteilung der Gesprächsanteile und stärkster Rollenunterschied zwischen KlientIn und AnalytikerIn |
Vermeiden von negativen Selbstbeschreibungen und kein "Bohren im Problem", strategisch auf Bewältigung orientiert |
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Umgang mit Vergangenheit |
Sofern von KlientInnen eingebracht, werden emotionale Anteile in der Erzählung von der Vergangenheit vertieft gespiegelt. |
In Anamnese erfolgt Rekonstruktion bisheriger klassischer u. operanter Konditionierungen sowie vergangener Modelle für Verhalten, sowie die Rekonstruktion von Kognitionen (Denkmustern). |
Setting und Eingangsfrage, die Lebensgeschichte zu erzählen, führen zur wiederholten Thematisierung der Vergangenheit |
Bisher erfolgreiches Verhalten wird exploriert, Vergangenheit sonst eher als Hinweis auf Familienregeln und Glaubenssätze interessant |
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... mit Gegenwart |
Es interessieren vor allem die Affekte im Hier und Jetzt |
Übungsanteile erfordern hohe Konzentration auf gegenwärtiges Verhalten. |
Sofern gegenwärtiges Problem vom Klienten eingebracht, wird in freier Assoziation behandelt |
Vor allem die gegenwärtigen sozialen Beziehungen interessieren |
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... mit Zukunft |
Zukunft dann relevant, wenn von KlientIn angesprochen |
Zukunft wird in der Zielplanung thematisiert |
Zukunft nur relevant, wenn angesprochen, Bearbeitung wie bei Gegenwart |
Zukunft sehr wichtig, um innere Haltung und Lebensplanung zu verstehen |
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Rolle der Emotionen |
Die Gewahrwerdung unterschiedlicher und auch widersprüchlicher Emotionen ist zentrales Element der GT. |
Emotionen werden verbal nur beschreibend thematisiert. Vor allem in Übungen werden Umgangsformen mit Gefühlen erlernt |
Durch Arbeit an den Einfällen und den damit verbundenen Erinnerung zum Teil sehr emotionale Phasen, ebenso starke Emotionen in der Übertragungsbeziehung. |
Wenig explizit thematisiert, negative Affekte werden eher vermieden, dagegen humorvolle Umschreibungen genutzt. |
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Rolle der Kognitionen |
Kognitionen werden als mentaler Bezugsrahmen und Konzepte des Selbst des Klienten angesprochen. |
explizite Aufklärung über Lernmechanismen, in kognitiver VT Selbstbeobachtung typischer Denkmuster |
Keine wichtige Rolle in der Theorie, in der Praxis geht es dennoch um Einsichten in psychische Zusammenhänge - die jedoch nie nur rational, sondern emotional erarbeitet sind |
Keine wichtige Rolle in der Theorie, in der Praxis durch Technik der Befragung sehr an Veränderungen von Kognitionen interessiert |
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Rolle des sozialen Kontexts |
Wenn vom Klienten sozialer Kontext angesprochen wird, ist er in seiner emotionalen Bedeutung im Gespräch relevant |
Sozialer Kontext bedeutsam für Verstärker, Strafen und andere Konditionierungen; unter Umständen muss sozialer Kontext aktiv zum Besseren verändert werden. |
Wenn vom Klienten angesprochen, dient der Information und zur Frage, warum Kontext gerade an dieser Stelle erwähnt wird. |
Das System sozialer Beziehungen, offener und verdeckter Koalitionen und widersprüchlicher Kommunikationen sind das Zentrum von Analyse und Intervention. |
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Form der Diagnostik |
insgesamt skeptische Haltung zur Diagnostik. Zur Diagnose, ob KlientIn von GT profitieren kann, dient der Verlauf der ersten Stunden. |
explizite Diagnostik auf der Verhaltensebene unter Beteiligung der KlientInnen (Selbstbeobachtungsbögen) |
Beziehungsdiagnostik im Rahmen eines ausgebauten Systems der Neurosenlehre, projektive Diagnostik (Rohrschach-Test). |
Genogramm und Familienskulptur zur Verdeutlichung von Familienbeziehungen, explizite Hypothesenbildung zur Funktion eines Symptoms. |
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Besonderheiten im Feld der Sozialen Arbeit |
In den 70ern in der Sozialarbeit dominierend, attraktives Menschenbild, zählt zu den Basiskompetenzen mit unklarer Verbindung zu anderen Interventionsmöglichkeiten. |
Im Rahmen von Trainingsmanualen für schüchterne oder aggressive Kinder, Gewaltprävention, Selbstsicherheitstraining oder für andere Zielgruppen (z.B. an Schizophrenie Erkrankte) verbreitet (oft unter dem Stichwort "Psychoedukation"). |
In den 20er Jahren in die Sozialfürsorge eingeführt; in den 70ern erneut diskutiert, stärker in der Supervision als in der direkten Anwendung (z.B. in Erziehungsberatungsstellen, Suchtbereich) |
Boom seit Ende der 80er - Mitte 90er Jahre, vor allem in Beratungsstellen. |
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Besonderheit in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen |
Nondirektive Spieltherapie (Virginia Axline) |
Systematische Trainingsprogramme für fast alle kindlichen Problemlagen vorhanden (Franz und Ulrike Petermann) |
Seit den 30er Jahren Spieltherapie mit deutenden Interventionen (Anna Freud, Melanie Klein). |
Kind bzw. Jugendlicher mit Problemen wird als Indexpatient der Familie gesehen, diese ist Gegenstand der Behandlung |
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Besonderheiten im Feld der Heil- und Behindertenpädagogik |
Bei KlientInnen oft Einschränkungen der Verbalisierungsfähigkeit, Ersatz durch freies Zeichnen und Gestalten mit begleitender Verbalisierung möglich. Sonst eher für den Kontakt mit Angehörigen geeignet und zur Selbstklärung der Helfenden. |
Früher oft in Institutionen zur Kontrolle, z.T. mit sehr starken Strafaspekten ge- und missbraucht. Im Rahmen der Verselbständigung und Selbststeuerung sinnvoller. |
Als Hintergrundtheorie, weniger als Behandlungspraxis, in Teilen übernommen in einigen heilpädagogischen Ansätzen (z.B. Köhn) |
- keine systematische Verbreitung |