Rekonstruktionen
Schon Jahrzehnte nimmt die "Rekonstruktion" von zerstörter Architektur bzw. nie vollendeten Entwürfen eine wesentliche Stellung in meiner Forschung ein. Bei der Vielfalt an alter Architektur der wir bei der regionalen Denkmalpflege begegnen, stoßen wir immer wieder auf Lücken in der Bauforschung, die wir durch Rekonstruktionen zu schließen versuchen.

Die meisten dieser Rekonstruktionen sind als Zeichnung oder Architekturmodell ausgeführt. Es ist unser Anliegen in zusätzlichen Publikationen Erläuterungen zu Quellen und Methodik zu geben um damit den Rekonstruktionsprozess für den Betrachter transparent zu machen.

Stadtbad Zittau 1874 und 1910
Fotographisches Atelier 1872 und 1900
Lokschuppen Löbau
Burg- und Kloster auf Berg Oybin um 1550
Stadtbrandmodell Zittau 1757

Stadtbad Zittau 1874 und 1910
Projektleiter:
Mitarbeiter:



Kooperationspartner:
Laufzeit:
Prof. Dr.-Ing. J. Tomlow
Jens Freudenberg, Friedrich Metschl, Gisela Pemsel, (Stadtbad) Studenten BA95, (Männerbad) BA 96: Susanne Miethe, Christina Neumann, Ina Schönherr, Alexander Rösler,
Alexander Sommer, Katerina Kustková
Stadt Zittau, Verein Tradition und Zukunft Zittau e.V.
1996 bis 2000
Im Rahmen der Dokumentation von Bauten an der Zittauer Ringstraße wurde bald das 1874 vom Stadtbaumeister Emil Trummler erbaute Stadtbad als Perle der Architektur erkannt. Eingehende Untersuchungen des Bauwerkes, von Stadtakten und Literatur brachten Informationen zutage, welche das Stadtbad im zwei entscheidenden Phasen zeigen. Modelle und Planzeichnungen wurden als Rekonstruktionen des ältesten, noch funktionierenden Stadtbads Deutschlands erarbeitet.
Dudeck/Tomlow, Der Zittauer Ring, Görlitz, Zittau 2000
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Fotographisches Atelier 1891 und 1900
Projektleiter:
Mitarbeiter:



Laufzeit:
Prof. Dr.-Ing. J. Tomlow
Freudenberg, Studenten BA 95: (1891) Stephan Gleisberg, Sylke Jacob, Marco Meirich, Daniela Zimmermann und (1900) Stephan Gleisberg, Bettina Wünsche, Antje Bjar, Michaela Schiffner, Cynthia Scheibe, Uwe Schulze, Kerstin Vogel
1999
Im Rahmen der Dokumentation von Bauten an der Zittauer Ringstraße stießen wir auf eine interessante Bauakte, die 50 Jahre Geschichte der Fotographie enthielt. Insgesamt acht Bauphasen waren von Student Stephan Gleisberg belegbar, woraus wir im Modell zwei darstellten. Dudeck/Tomlow, Der Zittauer Ring, Görlitz, Zittau 2000
Eine Ausbauphase um 1875 von Walbreckers photographischem Atelier als Außenatelier für Gruppenaufnahmen.
Fotographisches Atelier Hugo Walbrecker am Zittauer Ring, 1900.
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Lokschuppen Löbau
Projektleiter:
Mitarbeiter:

Kooperationspartner:
Laufzeit:
Prof. Dr.-Ing. J. Tomlow
Modellbaumeister Freudenberg, Studierende BA 96 Breite, Nagel, Pohl, Wünsche
Verein Ostsächsiche Eisenbahnfreunde e.V.
1998
Auf der Grundlage einer von uns erstellten Bauaufnahme und ergänzende Quellenuntersuchungen wurde der Löbauer Lokschuppen (um 1860) im Modell rekonstruiert. Maßstab 1:87 (H0).
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Burg und Kloster auf Berg Oybin um 1550
Projektleiter:
Mitarbeiter:

Drittmittelgeber:
Kooperationspartner:


Laufzeit:
Prof. Dr.-Ing. J. Tomlow
Modellbaumeister Freudenberg, Studierende BA 98,
BA 00, BA 01, Fallgatter (CAD).
Beteiligte arbeiten auf Kooperationsbasis umsonst.
Gemeindeverwaltung Oybin, Landesämter für Archäologie und Denkmalpflege, Dr. Gunter Oettel, Frau Manke, Leiterin Burg und Kloster Oybin
2000 bis 2005
Erstellung eines Modells von Berg und Anlage in einer Rekonstruktion
von der Anlage um das Jahr 1550, vor Brand und Felsensturz. Eine methodische Besonderheit ist die vollständige Bearbeitung der Rekonstruktion und des Modellentwurfs in CAD.
Diskussion mit der Arbeitsgruppe in der Modellbauwerkstatt anhand der CAD-Pläne, des enstehenden "Bergmassivs" und weiteren Modellfragmenten.
Das Ergebnis zeigt sowohl dem Laienpublikum als auch Fachleuten viele Einzelheiten der Burg- und Klosteranlage wie sie um 1550 war. Das Modell wurde als Dauerleihgabe im Burgbereich aufgestellt.
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Stadtbrandmodell Zittau 1757
Projektleiter:
Mitarbeiter:
Drittmittelgeber:
Kooperationspartner:

Laufzeit:
Prof. Dr.-Ing. J. Tomlow
Modellbaumeister Freudenberg, Eckehard Kolbe, Lidia Zöllner,
Stadt Zittau
Jutta Rothmann (Stadtarchiv Zittau), Arwed Vietze und Andrea Klinger (Städtische Museen Zittau), Bauamt Zittau.
2006 - 2007
Die Beschießung durch österreichische Truppen im Siebenjährigen Krieg löst am 23. Juli 1757 den letzten großen Stadtbrand aus. Die Österreicher wollen so die Kapitulation der von preußischen Truppen besetzten Stadt erzwingen und deren Mehlvorräte vernichten. Von 641 Häusern verbrennen 599. 79 Menschen kommen ums Leben. Der Wiederaufbau kann aufgrund von Spenden aus vielen Teilen der deutschen Länder finanziert werden.
An Hand alter Pläne, Listen und Bildern wurde die schwer geschädigte Innenstadt Zittaus nach dem Stadtbrand 1757 rekonstruiert und im Modell dargestellt. Für die Ausstellung: Macht und Ohnmacht - 250. Jahrestag der Zerstörung Zittaus am 23. Juli 1757 in den Zittauer  Museen. Das Modell wurde in weiteren Ausstellungen gezeigt.

Modellbautechnisch wurde dem 1:1000 Modell eine dramatische Wirkung verliehen, indem neben detailliert dargestellten Hauptbauten und erhaltenen Häuser im hellen Holz, die große Zahl an Ruinen als dunkle abgeschrägte Volumen erscheinen.
Tomlow, J., Zur Entstehung des Zittauer Stadtbrandmodells, in: Macht und Ohnmacht - 250. Jahrestag der Zerstörung Zittaus am 23. Juli 1757, Zittauer Geschichtsblätter Heft 34, Zittau-Görlitz 2007, S. 14-16