Denkmalpflege
In den neuen Bundesländern gibt es ein großes Tätigkeitsfeld in der Denkmalpflege. Seit 1995 führen wir für die Region Oberlausitz sowie darüber hinaus in Sachsen und länderübergreifend in Polen und der Tschechischen Republik (Euroregion Neiße) verschiedenste Projekte durch,die wir hier soweit es einzelne Bauten betrifft, vorstellen.
Umgebindehaus Friedersdorf (Bauaufnahme)
Projektleiter:
Mitarbeiter:

Kooperationspartner:


Laufzeit:
Prof. Dr.-Ing. J. Tomlow
Studenten BA 95: Veit-Carsten Deutschmann, Sylke Jacob, Marco Meirich, Daniela Zimmermann
Landesamt für Archäologie und Landesamt für Denkmalpflege Dresden, Untere Denkmalpflegebehörde Landratsamt Löbau/Zittau und Stadt Friedersdorf
1996 - 1998

Das Umgebindehaus in Friedersdorf a. d. Spree war 1996/1997 mit Studierenden vermessen worden wegen drohender Abriß, der Sommer 1998 (leider) erfolgte. Die begleitenden historischen Untersuchungen brachten eine Erklärung für die atypische rhombische Verzerrung des Grundrisses: Die Abweichung der Rechteckform ergab sich aus der Übernahme zweier Steinwände eines Vorgängerbaues. Für den gravierenden Rückbau der Umgebindekonstruktion (Unterstützung des Fachwerkes des OG) konnte eine Begründung in Hochwasserschaden des 19. Jh. festgestellt werden.

Am Umgebindehaus konnten typische Details dokumentiert, bzw. den Bauablauf der Balken- und Dachkonstruktion minutiös verfolgt werden.

Tomlow, J.: Bauarchäologischer Befund bei der Dokumentation eines Umgebindehauses (Hinterer Dorfweg 1, Friedersdorf a.S., Sachsen), in: Wissenschaftliche Berichte Hochschule Zittau/Görlitz (FH), Heft 65.2000, Nr. 1808, hrsg. v. D. Reichel, S.32-52.
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Dachstuhlsanierung St. Annenkirche in Annaberg-Buchholz
Projektleiter:
Mitarbeiter:


Auftraggeber:
Kooperationspartner:

Laufzeit:
Prof. Dr.-Ing. J. Tomlow
Modellbaumeister Freudenberg, Studierende BA 95: Veit-Carsten Deutschmann, Chris Hartmann, Axel Jäkel, Romy Nyzik, Thomas Steinert, Daniela Räpke (Fotos), Claudia Würpel; Modelle BA 97
Ev. Kirchengemeinde St. Annen
Prof. Ullrich und Dr. Maus, Prof. Würzberg (CAD), Vermessungsingenieure Knothe, Klinger,
1996 - 2003

Die St. Annenkirche in Annaberg-Buchholz gehört zu den wichtigsten Spätgotikdenkmälern in Sachsen. Nachdem eine international anerkannte Sanierung des Innenraums in den 80er Jahren abgeschlossen wurde, beschloss man das gewaltige Dachwerk zu untersuchen und anschließend grundlegend zu sanieren. In dem gesamten Zeitraum trugen wir mit studentischen Leistungen und Beratungen zum Sanierungsprozeß bei.

Bauaufnahme des gesamten Dachstuhls im Maßstab 1:100.

Bericht: Tomlow, J.: Geschichtlicher Werdegang des Dachstuhls der St.-Annenkirche - Ein Forschungsbericht mit Beobachtungen zum ursprünglichen Kielbogendach und zum Barock-Dachstuhl der spätgotischen St.Annenkirche, Annaberg-Buchholz (Sachsen), HTWS Zittau/Görlitz FH (Maschinenschrift), Zittau Juli 1999. Mitarbeit Thomas Steinert

Teilnahme an Beratungen zur Denkmalpflege und sanierungstechnischen Aspekten.

Es wurden von Studenten der BA97 drei Modelle von Dachabschnitten erstellt und öffentlich vorgestellt in der Annenkirche (1.8.2000). Die Holzmodelle in Maßstab 1:50 zeigen - auf der Grundlage unserer früheren Forschungsergebnisse - die ursprünglichen Dachsysteme des 17. Jh. sowie die hiesige veränderte Gestalt vor der Sanierung.

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Stadtbad Zittau
Projektleiter:
Mitarbeiter:
Kooperationspartner:

Laufzeit:
Prof. Dr.-Ing. Jos Tomlow
Studenten und Mitarbeiter der Hochschule ZiGr
Stadt Zittau, Zittauer Sanierungsgesellschaft mbH, Tradition und Zukunft Zittau e.V.
1996 bis 2003

Das Stadtbad Zittau, 1874 vom Stadtbaumeister Emil Trummler erbaut, sollte als eines der wichtigsten Monumente Zittaus gelten. Das Gebäude ist das älteste noch im Betrieb befindliche Stadtbad in Deutschland und schon deshalb historisch einmalig. Mit einer Vielzahl von studentischen und professionellen Leistungen wird das Sanierungsgeschehen von uns begleitet.

Eine Diplomarbeit zur Sanierung des Stadtbads aus technischer Sicht: Nobis, F. , Studie zur Sanierung des Gebäudes "Stadtbad Zittau". Diplomarbeit Bauingenieurwesen, Hochschule Zittau/Görlitz (FH) 1998. Betreuer: Prof. Slansky und Prof. Löber, Beratung: Prof. Tomlow

Es wurden Sanierungskonzepte mit Entwürfen zu einem Kulturzentrum im Stadtbad - mit einem restaurierten alten Stadtbad - (BA 96 1999: Kirst, Hoppe, Rösler, Scheibe, Schönherr, Schulze, Sommer, Vogel) für das Zittauer Stadtbad vorgelegt. Zur Stärkung der städtebaulichen Position des Stadtbades wurde ein Diplomentwurf von Ines Hauser BA 97 mit dem Thema: „Therapiezentrum Zittau im Stadtbad und Umgebung“ 2002 bearbeitet.

Das Stadtbad Zittau wurde im Rahmen eines Ausstellungs- und Buchprojektes zum Zittauer Ring als wichtigster Bau gewürdigt und dokumentiert. Dudeck, V., J. Tomlow, Der Zittauer Ring - phantsievoller Städtebau des 19. Jahrhunderts - Kunstwerk Stadt, Wissenschaftliche Berichte Hochschule Zittau/Görlitz (FH), Sonderheft 61.2000, Nr. 1752, hrsg. v. D. Reichel, Görlitz, Zittau 2000. Weitere Publikationen folgten.

Für die laufende Sanierung der Außenhaut und des Turms, geplant vom Architektur- und Ingenieurbüro Zittau (AIZ GmbH), wurden Dokumentationen zur Verfügung gestellt.

Original erhaltene Innenoberflächen im Stadtbad Zittau (Kachelwände, Terrazzoböden, ein Oberlicht in Holz) wurden von Studenten BA 00 in Bauaufnahmen dokumentiert. Betreuung Louise Wünsche.

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Sanierungsvorschläge zum Stadtbad Zittau
Projektleiter:
Mitarbeiter:
Kooperationspartner:


Laufzeit:
Prof. Dr.-Ing. J. Tomlow (Koordination)
Modellbaumeister Jens Freudenberg
Dipl.-Ing. Franz von Haebler, Großschönau, Stadt Zittau, AIZ Architektur- und Ingenieurbüro für Hoch- und Tiefbau Zittau mbH, Zittauer Stadtentwicklungsgesellschaft mbH
12/2004 bis 05/2005

Im Rahmen der laufenden Sanierungarbeiten am Stadtbad Zittau, wird von Tomlow, in Zusammenarbeit mit Dipl.-Ing. Architekt Franz von Haebler, beraten. Der Sanierungsentwurf von 2002, bearbeitet von einem Konsortium unter Federführung von Fred Milke (Geschäftsführer AIZ GmbH), ist Ausgangspunkt der Forschung (Bericht, Entwurfsvorschlag mit Variante, Modelle der Anbauentwürfe). Am 27.05.2005 fand mit Beteiligung von Bürgermeister Arnold, dem Bauamt und den Entwurfsverfassern von AIZ eine Vorstellung unserer Ergebnisse, sowie eine eingehende Diskussion statt. Die Beratung soll in angemessener Form fortgeführt werden.

Tomlow, J., unter Mitwirkung von F. von Haebler: Bericht zur Sanierung des Stadtbades in Zittau auf der Grundlage des AIZ-Entwurfs 2002. Hochschule Zittau/Görlitz FH, Dezember 2004-März 2005

Es werden an dieser Stelle unsere Sanierungsvorschläge im Bild dargestellt, eingeführt von einem Modellfoto des AIZ-Entwurfs 2002. Dieses Entwurfskonzept, seit 2006 überarbeitet in Ausführung, sieht als wichtigste Änderung des Bestandes ein 25m Sportbad durch Verlängerung des Baukörpers an der südwestlichen Seite vor.

Die Planzeichnungen wurden von Franz von Haebler erstellt. Am bestehenden Stadtbadmodell ergänzte Jens Freudenberg die Modelle der Anbauten.
Stadtbad Zittau, Sanierungsvorschlag; Anbauvariante Knicklösung 2005
Dipl.-Ing. Architekt Franz von Haebler, Prof. Dr.-Ing. Jos Tomlow.

Der für das Stadtbad Zittau typische geknickte Grundriß, bedingt durch die kurvig entlanglaufende Ringstraße, wird in der Anbauvariante Knicklösung weitergeführt. Einerseits wird damit eine Linderung des vom Ring aus wahrnehmbaren Volumens des neuen Anbaus angestrebt, andererseits gewinnt die Badehalle räumlich indem im voll verglasten Bereich mit Liegeplätzen die Strenge der linearen Halle locker durchbrochen wird. Wesentliches modernes Merkmal ist das klare Gestaltungsprinzip des Anbaues der aus zwei gegeneinander verdrehten Quadern besteht.
Stadtbad Zittau, Sanierungsvorschlag; Anbauvariante Wintergarten 2005
Dipl.-Ing. Architekt Franz von Haebler, Prof. Dr.-Ing. Jos Tomlow.

Mit der Anbauvariante Wintergarten wird angeknüpft an eine Bautypologie des 19. Jh., worin die Vornehmheit klassizistischer Architektur durch Glasanbauten gemildert und gleichzeitig zum Park hin eine vermittelnde Geste gestaltet wird. Die moderne Formgebung sucht die Vermeidung des Eindrucks einer historistischen Kopie. Als Sonnenschutz dienen horizontale Lamellen, die zum Süden hin eine hohe Dichte aufweisen, welche nach Westen allmählich sich verringert.
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Sanierungsvorschläge Plattenbau in Zittau
Projektleiter:
Mitarbeiter:
Kooperationspartner:
Laufzeit:
Prof. Dr.-Ing. J. Tomlow
Studenten BA 97: Jens Braun, Lenka Pazderska, Tobias Kreis
Senioren- und Pflegeheim Niederoderwitz
05/1996 bis 8/2000

Im Rahmen des laufenden Umbaues eines langen Plattenbauwerks in Zittau zu einem Pflegeheim wurde ein studentischer Entwurf bearbeitet. Die besondere Herausforderung lag darin innerhalb der rigiden konstruktiven Bedingungen eines Produktes der DDR-Bauindustrie eine gelungene Wohnumgebung für Alte zu schaffen. Die drei Entwürfe brachten Lösungen vor wie eine vorgesetzte Fassade, Neuverwendung ausgesägter Betonelemente und vorgehängte Kleinbalkone. Die Vorstellungen der Studenten wurden immobilienwirtschaftlich diskutiert.

Tomlow, J.: Studentische Entwürfe zur Umnutzung eines Plattenbauwerks als Pflegeheim, 6. Zittauer Immobilientag „Die Leerstandskrise in den ostdeutschen Städten“, Zittau 13.06.2001

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Heiliggeistkirche Löbau
Projektleiter:
Mitarbeiter:

Auftraggeber:
Kooperationspartner:

Laufzeit:
Prof. Dr.-Ing. J. Tomlow
Lehrbeauftragte Louise Wünsche, Studierende BA 97, Modellbaumeister Freudenberg
Ev. Gemeinde Löbau
Prof. Dr.-Ing. Bettine Schütze (Vermessung), GSL Gesellschaft für Stadt- und Landentwicklung,
Landratsamt Löbau/Zittau
1999 - 2001

Eine Bauaufnahme der Heiliggeistkirche in Löbau vom Büro für Industrievermessung Dresden wurde durch Studierende im Rahmen des Studienfaches „Bauaufnahme / Denkmalpflege“ ergänzt.Vom Dachstuhl des Kirchenschiffes und des Chores wurde ein Modell 1:50 erstellt. Die Ergebnisse der Untersuchung sowie Bauaufnahme und Modell wurden der Öffentlichkeit vor Ort präsentiert. 2002 wurde von Titus Koch eine Diplomarbeit Bauingenieurwesen an der Hochschule Zittau/Görlitz (FH) zur Sanierungsproblematik des Kirchendaches vorgelegt. Betreuer Prof. Roland Gocht, Prof. Jos Tomlow.

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Kirche Oberoderwitz - Umbau zum Gemeindezentrum
Projektleiter:
Mitarbeiter:



Kooperationspartner:
Laufzeit:
Prof. Dr.-Ing. J. Tomlow
Studenten BA 99: Lilli Enzminger, Julia Glathe, Anett Hausmann, Stephanie Lerche, Matthias Rössner, Annett Steudtner; Modellbaumeister Freudenberg (Arbeitsmodell), Eichler (Fotodokumentation)
Ev. Kirchgemeinde Nieder- und Oberoderwitz
2002/2003
Pfarrer Berhard Stempel zum Thema Kirchenleerstand

"In absehbarer Zeit werden sich die Schwesterkirchgemeinden Oberoderwitz und Niederoderwitz zusammenschließen. Das heißt, wir werden zwei große Kirchen haben - und sie unterhalten müssen. Aber wie betreibt man eine Kirche? Oder zwei? Wie soll die Kirchgenmeinde - etwa ein Drittel der Bevölkerung des Dorfes - das kulturelle Erbe bewahren, das früher om ganzen Ort getragen worden ist."
Kirchweih in Niederoderwitz, Sächsische Zeitung 23.10.2003
Zahllose Kirchengebäude befinden sich in einer unbefriedigenden Nutzungssituation. Der Bedarf an Kirchen als Stätten für Gottesdienste wird immer geringer und Gemeindetreffen verlangen heutzutage andere Räumlichkeiten mit höherem Gebrauchskomfort. Es entsteht also ein Überschuß an Kirchen, darunter auch die beeindruckende Emporenkirche von Oberoderwitz, 1818 erbaut von Karl Christian Eschke, Zittauer Stadtbaumeister.

In Absprache mit den zuständigen Pfarrern erarbeiteten wir ein denkmalpflegerisches Konzept mit experimentellem Charakter. Neben positiven Merkmalen wurden für die Kirche in Oberoderwitz auch Gebrauchsdefizite, wie eine problematische Beleuchtung der Kanzel und eine fehlende Heizung für den 600 qm große Kirchenraum festgestellt. Damit die Kirche in ihrer Erscheinung im Dorf auch in der Zukunft Bestand hat, wurden Entwurfsvorschläge für den Einbau eines kirchlichen Gemeindezentrums (1000 qm), unter weitgehendem Beibehalt der Originalsubstanz erarbeitet. Durch eine derartige Modernisierung sehen wir den Respekt für das denkmalgeschützte Objekt optimal zum Ausdruck gebracht. Das Dachgeschoss wurde für eine Neuverwendung ausgeklammert, die Kaltdachlösung beibehalten, womit die Fluchtwegproblematik entschärft wurde. Andererseits wurde der Einbau eines Kellergeschosses - auch im Hinblick auf aktuelle Gepflogenheiten in der internationalen Architektur - ermöglicht.

Matthias Rössner
Entwurfsvorschlag Gemeindezentrum in der Oberoderwitzer Kirche 2003
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