Hochschule Zittau/Görlitz
Fakultät Wirtschafts- und Sprachwissenschaften

DEUTSCH ZUR VORBEREITUNG AUF DIE FESTSTELLUNGSPRÜFUNG

Lehrmaterial für den Deutschunterricht im 2. Kollegsemester (WW)


Wichtige Adressen:
1. Website: www.hs-zigr.de/~bgriebel
2. E-Mail-Adresse: b.griebel@hs-zigr.de
EINHEIT 48

Informieren

Kostenlos geht es auch: Gratisangebote im Internet
Verschenkaktionen von seltenen Auto-Ersatzteilen sind nur eines von vielen kostenlosen Angeboten im Internet. Auf inzwischen über drei Milliarden Seiten finden sich dort Informationen und Produkte von über 125 Millionen verschiedenen Anbietern. Da ist es nicht immer einfach, Besucher auf die eigene Homepage zu lenken.
Doch ein Trick funktioniert immer: Gratisangebote. Solche Offerten ziehen Pfennigfuchser und Spargenies an wie das Licht die Motten. Der Erfolg ist garantiert, hat aber manchmal ungeahnte Folgen für den Urheber. Die Firma von Uwe Lauwerth beispielsweise stellt bereits seit 70 Jahren Natursäfte her und bot eine Gratisflasche davon über das Internet an. Eigentlich war dieses Geschenk nur für Fachhändler gedacht. Doch als ein Link zur Webseite von Uwe Lauwerth in der Schnäppchenliste von www.geizkragen.de auftauchte, gingen täglich bis zu 1000 Geschenkbestellungen bei dem kleinen Unternehmen ein. Eine Lawine, die den Mittelständler wohl in die Pleite getrieben hätte. So war er gezwungen, die vielen Anfragen einfach zu ignorieren.
Proben, Kataloge, Produktbroschüren, Gewinnspiele, Verlosungen oder Werbegeschenke sind ein gutes Mittel, um auf ein Geschäft oder ein Produkt aufmerksam zu machen. Eine Reihe von Webkatalogen, wie zum Beispiel www.geizkragen.de oder www.kostenlos.de, haben sich auf solche kostenlose Werbegeschenke spezialisiert.
Diese Dienste leiten Internet-Surfer gezielt zu kostenlosen Angeboten, sodass sie nicht mehr nur durch Zufall darauf treffen. www.kostenlos.de ist inzwischen eine der erfolgreichsten deutschen Webseiten im Netz: Mehr als zehnmillionenmal im Monat besuchen Geschenkejäger diese Webseite. In übersichtlichen Rubriken wie "Software", "Musik", "Kommunikation" oder "Produkte" sind hier einige tausend Gratisangebote verzeichnet.
Eine Redaktion aktualisiert regelmäßig die Einträge. Die Besucher von www.kostenlos.de bewerten die Einträge, sodass eine Rangfolge von besonders begehrten Geschenken entsteht. Außerdem bietet www.kostenlos.de ein elektronisches Schwarzes Brett, in dem die Besucher Tipps zu Schnäppchen austauschen können.
Software, die ohne Bezahlung genutzt werden kann, ist im Internet so beliebt und bekannt, dass sich mittlerweile ein eigener Name dafür eingebürgert hat: "Freeware". Diese Art eines Gratisprodukts ist bereits seit den 70er-Jahren in der Computerszene bekannt. Heute gibt es eine große Zahl von verschiedenen Gratisprogrammen. Und neben der Freeware gibt es zahlreiche Anbieter von internetbasierten Dienstleistungen, wie z.B. kostenlosen SMS auf jedes Handy, Gratis-Mails (www.gmx.de) oder kostenlosem Web-Speicherplatz. Vor allem die Besitzer von privaten Web-Seiten können auf viele Dienste zurückgreifen.
Ein dritter Bereich ist die so genannte MP3-Musik. Auf zahlreichen Servern, wie z.B. www.mp3.de gibt es tausende Stunden kostenloser Musik. Sogar Künstler wie Prince oder die Fantastischen Vier bieten bestimmte Versionen ihrer Singles kostenlos zum Herunterladen aus dem Internet an.
Inzwischen ist es möglich, einen neu gekauften Computer vollständig mit legaler Freeware aus dem Internet auszurüsten. Doch neben der Freeware gibt es im Internet auch illegal kopierte Programme oder Musik und Filme, die nicht für das kostenlose Kopieren über das Internet freigegeben wurden.
Für viele Einsatzbereiche gibt es jedoch inzwischen auch legale Gratis-Software in derselben Qualität wie teure kommerzielle Software. Das Betriebssystem LINUX ist bislang der größte Erfolg der Kostenlos-Kultur. Experten sind der Meinung, dass es leistungsfähiger und sicherer ist als viele Alternativen. Viele Firmen nutzen das Programm auf großen Netzwerkrechnern.
(Nach: FondsMagazin, April 2002, S. 42/43)

Worterklärungen:

  • etwas anziehen wie das Licht die Motten - Bed.: bildhafte Redewendung; etwas sehr stark anziehen (Motten sind kleine Insekten, die immer zum Licht hin fliegen)


  • Aufgabe:

    Informieren Sie darüber, welche Gratisangebote es im Internet gibt.
    Nutzen Sie dafür die Informationen im Text.
    Informieren Sie sich aber auch auf den angegebenen Internet-Seiten.

    1. Gratisangebote
    2. Software
    ...



    Lösungen oder Fragen per E-Mail an: b.griebel@hs-zigr.de


    Einheit 49



    Aufgabe:

    Berichten Sie mithilfe der Informationen über die Geschichte der Einführung des Euro

    Schritt für Schritt zum Euro

    1991 - Beschluss der Staats- u. Regierungschefs: Verwirklichung einer Europäischen Wirtschafts- u. Währungsunion bis spätestens 1999

    7.2.92 - Unterzeichnung des "Vertrags über die Europäische Union" in Maastricht (Niederlande); Verpflichtung der Mitgliedsstaaten: Errichtung einer Europäischen Wirtschafts- u. Währungsunion lt. festgelegtem Zeitplan

    1994 - Gründung des Europäischen Währungsinstituts (EWI); Sitz: Frankfurt/M.; Aufgabe: technische u. organisatorische Vorbereitung der Wirtschafts- u. Währungsunion

    1998 - Entscheidung der Staats- u. Regierungschefs über Teilnehmerländer an Union (11, z.B. Dtl., Frankreich, Italien, Österreich); Errichtung der Europäischen Zentralbank; Beginn der Produktion von Euro-Banknoten u. Münzen

    1999 - Festlegung der endgültigen Umrechnungskurse Landeswährung – Euro; 1 Euro = 1,95583 DM; Euro – gemeinsame Währung aller Teilnehmerländer, d.h. DM nur noch Untereinheit des Euro; Verantwortung für Geldpolitik – Europäische Zentralbank

    2002 - Euro-Umtausch aller Banknoten u. Münzen der Länder in Euro; Euro = alleiniges gesetzl. Zahlungsmittel; aber: weiterhin kostenloser Umtausch von z.B. DM in Euro bei Landeszentralbank möglich

    30.06.2002 - Vollendung der Wirtschafts- u. Währungsunion


    40 Milliarden Mark plus X
    In Deutschland werden rund drei Millionen Unternehmen für den Euro in die Tasche greifen müssen. Bis Ende des Jahres muss alles umgestellt sein: Parkuhren und Zigarettenautomaten, Briefmarken und Firmenbilanzen.
    Eine ganze Volkswirtschaft mit neuem Geld auszustatten ist teuer. Mindestens 39 Milliarden Mark werden Wirtschaft und Staat für die neue Währung am Ende bezahlen müssen. Und der Unsicherheitsfaktor X ist hoch. Kosten entstehen bei so vielen kleinen Details, dass man gar nicht alles erfassen kann. Den größten Anteil bei der Einführung des neuen Bargeldes haben Banken und Handel zu leisten. Banknoten und Münzen im Wert von 290 Milliarden DM müssen eingesammelt, 150 Milliarden Euro ausgegeben werden; eine Geldmasse von 5.200 Güterwaggons. Die muss in Bankfilialen gebracht werden, Banker müssen Sonder- und Nachtschichten einlegen, allein 80 Millionen Girokonten umstellen, die Geldautomaten mit Bargeld bestücken.
    Und das alles praktisch über Nacht, denn als einziges Land des neuen Währungsbundes hat sich die Bundesregierung entschieden, alte gegen neue Währung mit einem "Big Bang" zu tauschen. Insgesamt erwartet der Bundesverband deutscher Banken allein durch die Bargeldeinführung Kosten von 6,7 Milliarden DM. Dazu kommen noch einmal gut sieben Milliarden Mark für die Umstellung der Datenverarbeitung und die Schulung der Mitarbeiter.
    Für den deutschen Einzelhandel kommen noch einmal Kosten in Höhe von 500 Millionen bis 1,5 Milliarden DM dazu. Die Kunden bezahlen mit D-Mark und sie bekommen Euro heraus. Das bedeutet für den Handel parallele Kassenführung und die acht- bis 15-fache Menge an Wechselgeld; die muss natürlich zusätzlich transportiert, gelagert und versichert werden. Zahlen müssen sie alle: von der Taxibranche (5,3 bis acht Millionen DM) bis zur Automatenindustrie (2,2 Mrd. DM). Probleme wird es auch für Post und Bahn geben: Alle Automaten dort müssen umgestellt, neue Briefmarken herausgegeben werden. Daneben müssen alle Verkaufssysteme und die gesamte Software umgestellt werden. Gesamtkosten für Bahn und Post: mindestens 200 Millionen DM.
    Aber der Euro spart auch Kosten ein. Wechselkursabsicherungen und Umtauschgebühren fallen weg. Dieses Einsparpotenzial wird auf mindestens 20, vielleicht sogar 40 Milliarden DM jährlich geschätzt. Die 40 Milliarden DM Euro-Umstellungskosten wären damit doppelt und dreifach kompensiert. Doch die Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände in Bonn ist sich sicher: "Am Ende wird der Bürger zahlen".
    (Nach: Welt am Sonntag, 14.01.2001)

    Worterklärungen:

  • (tief) in die Tasche greifen - Bed.: (viel) bezahlen
  • bestücken - V: bestückte/bestückt haben - S: Bestückung - Bed.: ein Gerät mit notwendigen Teilen ausrüsten
  • Big Bang - S: der;-;kein Plural - Bed.: eigentlich Bezeichnung für den Urknall, mit dem das Universum entstanden sein soll; hier allgemein: ein einmaliges Ereignis, mit dem alles beginnt


  • Aufgabe:

    Stellen Sie die Informationen zusammen,
    - welche Aufgaben bei der Währungsumstellung zu lösen sind,
    - wie viel Geld die Umstellung kostet.

    1. Gesamtkosten: ...
    2. Banken:
         - Aufgaben: ...
         - Kosten: ...
    3. ...


    Aufgabe:

    Stellen Sie die Einnahmen und die Ausgaben von Jugendlichen in Deutschland als Rangfolgen dar. Kommentieren Sie die einzelnen Posten. Als Informationsquelle können Sie den Text "Mehr als nur Taschengeld" verwenden.


    (Nach: Welt am Sonntag vom 24.10.2004, S. 32)


    Mehr als nur Taschengeld
    55 Euro. Das ist eigentlich nicht viel. 55 Euro, so hoch ist das durchschnittliche Taschengeld eines Jugendlichen in Deutschland im Monat. Es ist genug für drei CDs, ein Musik-Konzert oder ein halbes Paar Sportschuhe. 55 Euro monatlich holen weder den deutschen Einzelhandel noch die hiesige Wirtschaft aus der Misere. Tatsächlich aber ist die Kaufkraft der 7,5 Millionen Jugendlichen in Deutschland milliardenschwer.
    Denn das Taschengeld ist nur ein kleiner Teil des Betrags, der den 13- bis 20-Jährigen hierzulande zur Verfügung steht. "Die Wirtschaft unterschätzt diese Zielgruppe", sagt Karin Fries, Leiterin des Instituts für Jugendforschung in München (IJF). Geldgeschenke von Oma und Opa, Nebenjobs und regelmäßiges Gehalt lassen die Kaufkraft der Jugendlichen auf monatlich 233 Euro steigen. Insgesamt sind dies mehr als 20 Milliarden Euro im Jahr.
    Die Jugendlichen sind nicht die letzte Stütze des Konsums. Aber sie sind eine Säule, ohne die der Handel wohl zusammensacken würde. Obwohl die Einzelhan Milliarden Euro.dlsumsätze seit Jahren zurückgehen, scheint die Wirtschaft die Jugendlichen links liegen zu lassen. "Das ist ein großer Fehler", sagt Jugendexpertin und Psychologin Fries.
    Und das kann böse enden. Im Vergleich zur Kaufkraft ist die Kaufmacht der 13- bis 20-Jährigen nach Meinung von Experten enorm. Fries: "Jugendliche entscheiden immer häufiger für ihre Eltern." Ein zunehmend partnerschaftlicher Erziehungsstil unterstreicht diesen Trend.
    Bernd Michael, Europa-Chef der Werbe-Agentur Grey, geht sogar noch weiter: "Jugendliche sind die heimlichen Verkäufer." Michael nennt gleich mehrere Gründe dafür. Berufstätige Mütter beziehen Jugendliche in ihre Kaufentscheidungen mit ein - und beruhigen damit ihr schlechtes Gewissen. Außerdem verfügen Jugendliche gerade bei technischen Produkten häufig über mehr Wissen als ihre Eltern, sie übernehmen dann eine Ersatzkäufer-Funktion.
    Geht es um Produkte mit Imagefunktion, mischen Jugendliche besonders häufig mit. "Man will vor seinen Freunden cool sein", sagt Michael. Das geht bis zum Autokauf und Urlaubsziel. Schon heute bestimmten drei Viertel der Jugendlichen, wohin es in den Ferien geht. Die Eltern folgten dann nur noch.
    "Mit zunehmendem Alter emanzipieren sich die Erwachsenen wieder von den Wünschen ihrer Kinder", berichtet Axel Dammler vom Marktforschungsinstitut iconkids&youth. Jugendliche fahren dann nicht mehr mit ihren Eltern in den Urlaub. Auch ihre Einkäufe erledigen sie dann nach Meinung des Kinder- und Jugendmarktforschers allein.
    Für die Werbeindustrie sind die Jugendlichen nur schwer zu fassen. "Die Kids sind kritischer gegenüber Werbeklischees", sagt Agentur-Chef Michael. Einfache Botschaften funktionieren nicht mehr. "Die Zielgruppe ist heute heterogener als früher", hat Jugendmarktforscher Sammler beobachtet - und deswegen auch schwieriger zu erreichen. Viele Jugendliche lernen Produkte komplett neu kennen: der erste Rasierapparat, die erste Anti-Pickel-Creme. Andere sind bereits erfahrener. Für Werber eine schwierige Aufgabe. Um sich von den Erwachsenen abzugrenzen, schaffen Jugendliche eine eigene Markenwelt. Die ist heute segmentierter als je zuvor, ein Monopol auf Jugend gibt es schon lange nicht mehr. Zuden Top-Marken unter Jugendlichen gehören heute Nike, Adidas und Nokia. Diese Unternehmen haben in der Vergangenheit erfolgreich einen Lifestyle beworben - und weniger ihre Produkte.
    "Marken sollen Kennerschaft und Potenz ausdrücken", sagt Horst Prießnitz, Hauptgeschäftsführer des deutschen Markenverbandes. Die Marke wird dadurch instrumentalisiert, sie soll einen emotionalen Zusatznutzen bringen. "Wichtig sind Demonstrationsmarken." Schuhe, Kleidung, alles, was sichtbar ist. Prießnitz berichtet von einem weiteren Trend: Low branding. man zeigt seine Marke nicht mehr. Das Markenlogo ist fast unsichtbar. Nur Kenner erkennen sich untereinander. Understatement in einer Welt voller Marken.
    Das kostet natürlich. Immer weniger Jugendliche verlassen sich dabei auf ihr Taschengeld. Inzwischen verdient jeder vierte Jugendliche mit einem Nebenjob etwas dazu.
    Außerdem wird gespart. Nach den Berechnungen des Instituts für Jugendforschung betrug das Sparguthaben der deutschen Jugendlichen im vergangenen Jahr 9,4 Milliarden Euro. Als wichtigste Sparziele nennen Jugendliche Führerschein, Auto, Urlaub und Moped. Nach wie vor steht Mobilität oben auf der Wunschliste.
    Die andere Seite des Konsums ist die Schuldenfalle. Jugendliche sind im Schnitt mit 426 Euro verschuldet, meist bei ihren Eltern, Freunden oder Geschwistern, selten bei einer Bank. Vor allem beim Handy und beim Klamottenkauf leben sie über ihre Verhältnisse.
    Einie Jugendliche investieren ihr komplettes Taschengeld in das versenden von Handy-Kurznachrichten, nicht selten versimsen sie mehr als 100 Euro. Wer dann noch Geld übrig hat, kauft sich für mehr al einen Euro den neuesten Klingelton. Das Berliner Unternehmen Jamba hat im vergangenen Jahr davon zehn Millionen verkauft. Ist das Budget aufgebraucht, lebt man eben auf Pump.
    Das Mobilfunkunternehmen Mobilcom versucht das Problem gerade in bare Münze zu verwandeln. Ein Handy-Tarif mit Gebührenlimit zielt genau auf diese Jugendlichen, die Werbung hingegen richtet sich an die Eltern: "Holen Sie Ihr Kind aus der Kostenfalle."
    Die Kaufkraft der Jugendlichen hat seit Jahrzehnten zugenommen. Für das vergangene Jahr meldet das IJF jedoch erstmals einen Rückgang von mehr als 3,5 Milliarden Euro. IJF-Chefin Fries will aber noch nicht von einer Trendumkehr sprechen. Allerdings wird die Gruppe der Jugendlichen kleiner. Die schwache Geburtenrate in Deutschland lässt die Zahl der Jugendlichen in den kommenden Jahrzehnten kräftig schrumpfen. "Auch darauf müssen sich die Unternehmen einstellen", sagt Fries.
    Um die Marketing-Manager bei Vorträgen ein wenig aufzuschrecken, wirft Fries immer wieder ein Bild an die Leinwand: das preisgekrönte Fertighaus mit 66 Quadratmetern für zwei Personen. Fries: "Das wirkt meistens."
    Jugendliche haben mit einem ganz anderen Problem zu kämpfen. Immer häufiger dringen Erwachsene in ihre Markenwelt ein. 40-Jährige, die mit Puma-Schuhen auf die Straße gehen, sind keine Seltenheit mehr. Jugendmarken wehren sich dagegen, indem sie immer schräger werden. Doch auch das scheint die Erwachsenen nicht abzuschrecken. Jugendlichen wird das Abgrenzen immer schwerer gemacht. Jugendmarktforscher Dammler: "Das nervt natürlich."
    Einige Branchen würden ohne den Konsum der Jugendlichen schmerzliche Einbußen hinnehmen müssen. So macht die Zigarettenindustrie auch ohne Werbung hohe Umsätze mit ihnen. Nach einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind deutsche Jugendliche "Europameister" beim Rauchen. Jeder vierte 15-Jährige ist inzwischen Raucher.
    Beim Alkoholkonsum unter Jugendlichen liegt Deutschland hinter Großbritannien, den Niederlanden und Dänemark - aber immer noch im oberen Viertel. 46 Prozent der 15-Jährigen haben den WHO-Forschern von wöchentlichem Alkoholkonsum berichtet. Die Bundesregierung hat darauf mit einer Sondersteuer auf die bei Jugendlichen so beliebten branntweinhaltigen Mischgetränken (Alcopops) reagiert. Mit Erfolg: Die Branche berichtet bereits von einem Umsatzrückgang.
    (Nach: Welt am Sonntag vom 24.10.2004, S. 32-33)
    Die günstigsten Girokonten für Studenten
    1822direkt Young Giro - Im Prinzip kostet dieses Konto keinen Cent im Jahr - keine Grundgebühr, zehn freie Buchungen pro Monat, kostenlose Zusendung von Kontoauszügen, sogar eine kostenlose Kreditkarte ist mit im Paket. Die Voraussetzung ist lediglich, dass man Student und unter 27 Jahre alt ist. Verzinst wird das Guthaben auf dem Konto mit aktuell einem Prozent. Für den Dispositionskredit bzw. Überziehungskredit zahlt man 10,50 bzw. 15,50 Prozent Zinsen. Da die 1822direkt eine Vertriebsgesellschaft der Frankfurter Sparkasse ist, ist die Benutzung der Bankautomaten aller deutschen Sparkassen, insgesamt 23.000, kostenfrei.
    Deutsche Bank Junges Konto 24 - Besonders positiv ist beim Jungen Konto die Verzinsung ab dem ersten Euro (aktuell 1%). Die Sollzinsen bewegen sich mit 12,25 bzw. 16,25 Prozent noch im moderaten Bereich. Leider wird bei der Vergabe von Kreditkarten (20,45 Euro p.a.) häufig rumgezickt. Dafür herrscht hier endlich mal Verständnis für Bummelstudenten - auch wer mit 29 noch eingeschrieben ist, kann die Vergünstigungen nutzen.
    Postbank Giro Plus - Leider gibts hier null Prozent Zinsen, bei 12,50 Prozent für Dispo und 17% für Überziehung. Dafür ist auch wieder eine Kreditkarte mit dabei - für faire fünf Euro pro Jahr. Das einzige Nervige ist das Schlange stehen in den Filialen der Postbank, aber das hat wohl Tradition. Da man an allen Filialen der Cash Group (Deutsche Bank, Dresdner Bank, Norisbank, Commerzbank, Hypovereinsbank) sowie allen Postfilialen - zusammen genommen über 20.000 - kostenlos Bargeld ziehen kann, drohen kaum versteckte Kosten. Die Altersbegrenzung bei der Postbank beträgt 28 Jahre, doch bei der Vergabe von Kreditkarten wird durchaus eine gewisse Bonität vorausgesetzt.
    Dresdner Bank GriPS Konto online - Die Kreditkarte schlägt hier mit 20 Euro pro Jahr zu Buche, die Guthabenzinsen sind regional unterschiedlich und bewegen sich im Bereich von 0,25 bis 1,25 Prozent, während die Sollzinsen mit 13,25 bzw. 17,75 Prozent eher im oberen Bereich angesiedelt sind.
    ALLBANK Jugend-Giro - Die Grundbedingungen ähneln denen der 1822direkt - keine Grundgebühr, 120 freie Buchungen pro Jahr, Höchstalter 26 Jahre, jedoch ist keine Kreditkarte inklusive und es wird kein Cent Zins auf das Guthaben gewährt. Dazu sind die Sollzinsen (Dispo: 12,75%, Überziehung: 17,25 Prozent) noch ein gutes Stück höher. Auch der Faktor "Bankomat" könnte eine Kostenfalle sein: Lediglich die 1.800 Automaten der "CashPool-Gruppe" - dazu gehören unter anderem die Citibank, die SEB AG, die DiBa und die Sparda-Bank - gewähren kostenloses Abheben. Das Jugend-Giro-Konto ist in den Standardleistungen empfehlenswert, jedoch lauern etliche versteckte Kosten.

    Aufgaben:
    1. Stellen Sie die Informationen zu den Girokonten in einer Tabelle dar.

    KARTE KOSTEN SERVICE ZINSEN ALTER FAZIT
    1822direkt Young Giro ... ... ... ... ...
    Deutsche Bank Junges Konto 24 ... ... ... ... ...
    ... ... ... ... ... ...

    2. Geben Sie einem Kommilitonen einen Rat für ein Konto, indem Sie ihn auf die Leistungen, die Vor- und Nachteile hinweisen.

    Lösungen und Fragen per E-Mail an: b.griebel@hs-zigr.de

    Kreditkarte für Studenten
    Jede Bank bietet ihre eigenen Kreditkarten an. Zwar heißen sie meist Eurocard oder Visa, doch Kosten und Leistungen sind unterschiedlich. Worauf kommt es bei der Wahl der richtigen Karte an?
    Kein Geld in der Tasche? Nicht unbedingt ein Problem, mit einer Kreditkarte kommen Sie ziemlich weit. Aber mit welcher fahren Sie am besten? Im Wesentlichen gibt es drei Namen: American Express, Visa und Eurocard/Mastercard. Nur American Express bietet selbst Karten an; Visa und Eurocard dagegen vertreiben ihre Karten nur über Banken und einige andere Organisationen, die ihrerseits erst Preis und Ausstattung im Detail festlegen. Bei jeder Bank sehen Visa und Eurocard etwas anders aus und sind zu unterschiedlichen Preisen zu haben.
    Mit Kredit hat die Kreditkarte übrigens meist wenig zu tun. In der Regel können Sie mit der Plastikkarte bargeldlos über Ihr Konto verfügen. Ein zusätzlicher Kredit oder gar die Möglichkeit, diesen in Raten abzuzahlen, ist mit der Karte seltener verbunden, auch wenn das die ursprüngliche Idee war. Den Banken hat diese Entwicklung ermöglicht, Karten sehr großzügig zu vergeben, sodass heute fast 20 Millionen Kreditkarten in deutschen Portmonees stecken.
    Akzeptanz
    Auf welche Kriterien müssen Sie bei der Wahl Ihrer Karte achten? Entscheidend ist in jedem Fall die Akzeptanz der Karte. Hier liegen Visa und Eurocard zumindest im Euro-Raum vor American Express. Wer allerdings die Karte vor allem für den Urlaub benötigt und womöglich jedes Jahr in die gleiche Region fliegt, erkundigt sich am besten, welche Karte dort am weitesten verbreitet ist. Visa und Eurocard werden mittlerweile häufig im Doppelpack angeboten - für weite Teile der westlichen Welt sind Sie damit bestens ausgerüstet.
    Gold-Card
    Neben der Grundausstattung, oft als Classic-Card bezeichnet, gibt es so genannte Gold-Karten und zuweilen Business-Karten. Außer einem Image-Gewinn bieten diese Karten eine Reihe von Extras wie Reiseversicherung, besonders schnelle Hilfe bei Kartenverlust und Unterstützung bei der Autovermietung. Das klingt schön, kostet aber auch. Gerade Reiseversicherungen erhalten Sie ebenso von anderen Anbietern günstig, zumal wenn Sie noch studieren. Prüfen Sie also, ob Sie diese Zusatzleistungen wirklich benötigen!
    Jahresgebühr
    Wer die Kreditkarte einfach als zusätzliches Zahlungsmittel nutzen will, achtet in erster Linie auf die Jahresgebühr. Und hier gibt es große Unterschiede. American Express ist mit 55 Euro teuer, bietet allerdings schon in der Standardversion Versicherungsleistungen und weiteren Service. Bei den Normalkarten von Visa und Eurocard legen Sie mal 20, mal aber auch 30 Euro auf den Tisch. Wenn Sie viel im europäischen Ausland unterwegs sind, achten Sie darauf, dass in den Euroländern keine Auslandsgebühr anfällt - die liegt in der Regel bei einem Prozent des ausgegebenen Betrags und summiert sich über das Jahr ganz ordentlich.
    Angebote für Studenten
    Einige Banken haben spezielle Angebote für Studenten. Bei der HypoVereinsbank beispielsweise gibt es die Eurocard schon für etwas über 5 Euro. Die Citibank ist mit 15 Euro zwar teurer, dafür stattet sie Ihre Kreditkarte mit eigenem Kreditrahmen aus. Auch die Barclays Bank gibt Studenten Kredit. Mit anfänglich 1.000 Euro ist der Rahmen zwar nicht so üppig wie bei der Normalkarte, dafür bekommen Studenten bei der Barclays Bank Visa und Eurocard für insgesamt 12 Euro - erhältlich zwar nicht bei der Hausbank, aber via Internet.
    Vertrauen ist gut ...
    Neben den Banken bieten auch Organisationen wie Yahoo oder der ADAC eigene Kreditkarten an. bei Automarken steht dahinter zum Teil eine eigene Bank, die auch die Leasing-Verträge beim Autokauf abwickelt. Sonst handelt es sich meist um so genanntes Co-Branding: Yahoo zum Beispiel steht zwar dick auf der Karte, die Abwicklung läuft aber über eine Bank, die ebenfalls ihr Logo auf der Karte hat. Seien Sie jedoch vorsichtig bei unbekannten Anbietern, zumal wenn diese Ihnen nicht nur eine kostenlose Karte, sondern auch hohe Zinsen für etwaige Guthaben anbieten. Informieren Sie sich genau, wem Sie Ihr Geld anvertrauen.
    Angstsparen ist nur ein Mythos
    Vor 40 Jahren war Deutschland ein anderes Land. Sparen war gut. In die westdeutschen Sparbücher waren Goldene Regeln gedruckt: "Sage nicht, es geht nicht, wenn andere etwas zurücklegen, die weniger haben als du", zum Beispiel.
    Seitdem hat sich nicht nur das Land verändert. Auch das Sparen hat etwas Anrüchiges bekommen. Es heißt jetzt "Angstsparen", und es steht im Verdacht, der Wirtschaft zu schaden. Aus Angst vor der Zukunft legen die Deutschen ihr Geld lieber auf die hohe Kante, als einkaufen zu gehen. Deshalb brechen den Firmen die Umsätze weg, die Inlandsnachfrage stagniert und belastet das Wachstum. Das sagen nicht nur Manager von Karstadt/Quelle. Sondern auch Michael Rogowski, Chef des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), oder Friedrich Merz, Finanzexperte der CDU. "Auch wir spüren den Konsumstreik vieler Verbraucher", meint sogar Adriann Hendrikx, Deutschland-Chef von McDonald's. "Obgleich sich McDonald's fast jeder leisten kann." Die Deutschen, so die These, sparen den Aufschwung kaputt.
    Unter Wissenschaftlern ist dies allerdings umstritten. Denn weder stützen ihre Daten die Theorie des Angstsparens noch die des mangelnden Wachstums als Ergebnis davon. "Der Beweis für diese These ist empirisch nicht zu führen", sagt Michael Grömling vom arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. "Die Deutschen sparen nicht zu viel. Deshalb ruiniert das Verhalten der Privathaushalte auch nicht den Aufschwung."
    Bester Gradmesser für den Umgang der Bürger mit ihrem Geld ist die so genannte Sparquote, der Anteil am Nettoeinkommen, den sie auf die Seite legen. Tatsächlich stieg diese Quote in zweiten Quartal 2004 zum dritten Mal in Folge auf nun knapp elf Prozent. Aber im historischen Vergleich ist dies nicht außergewöhnlich hoch. In den 70er- und 80er-Jahren waren sogar Werte von 14 Prozent üblich. Der Durchschnitt der letzten 30 Jahre liegt bei immerhin 13 Prozent.
    Auch im internationalen Vergleich sparen die Deutschen kaum übermäßig viel. Zwar definieren manche Länder ihre Sparquote anders als die Bundesrepublik. Gleicht man diese Unterschiede aber aus, kommt die Bundesbank in ihren Berechnungen auf die gleiche Quote wie für Frankreich und Italien. Die Niederländer sparen sogar noch mehr. Alles Länder, deren Volkswirtschaften weniger Probleme mit der Binnennachfrage haben.
    "Die Sparquote ist heute weit niedriger al in den 80er-Jahren", sagt Bundesbank-Ökonom Elmar Stöß. "Daran liegt die Konsumtionsschwäche nicht." Interessant sei höchstens, dass die Quote erstmals auch im jüngsten Wirtschaftsabschwung gestiegen sei. "Bis jetzt haben die Leute dann immer weniger gespart." Für Stöß ist dies allerdings weniger Ausdruck von Zukunftsangst als vielmehr Reaktion auf politisch gewollte Veränderungen. Seit Jahren erzähle nicht nur die Regierung ihren Bürgern, dass auf die staatliche Altersvorsorge wohl kein Verlass mehr sei. Als Folge übernähmen die Menschen das jetzt selbst. "Laut den verfügbaren Umfragen ist die private Altersvorsorge das dominierende Motiv beim Sparen", sagt Stöß. "Schon das Wort »Angstsparen« ist deshalb fehl am Platz."
    Zumindest den Zahlen der Ökonomen nach scheint es also nicht an einem übertriebenen Spartrieb zu liegen, dass die deutsche Wirtschaft nicht in Gang kommt. Wobei man gleichzeitig kaum sagen kann, dass mit dem privaten Konsum alles in Ordnung wäre. Gemäß Bundesbank trugen die Verbraucher in diesem Jahr nichts zum Wachstum bei. Laut dem Konsumforschungsinstitut GfK verspüren die Bundesbürger erst jetzt langsam wieder Lust einzukaufen. Die so genannte "Anschaffungsneigung" der Konsumenten stieg im Oktober erstmals wieder leicht an, liegt aber trotzdem nur auf dem Niveau vom Sommer 2003.
    Manche Experten finden daher, die Deutschen sparten keineswegs zu viel von ihrem Geld, sie hätten nur nicht genug zum Ausgeben. Denn die Lohnstückkosten liegen immer noch unter dem Niveau von 1996, während die Preise um sieben Prozent gestiegen sind. "Angstsparen ist doch wieder nur eine dieser deutschen Ausreden, um sich nicht der schleppenden Binnennachfrage widmen zu müssen", meint zum Beispiel Jim O'Neill, Chefvolkswirt der US-Investmentbank Goldman Sachs. "Es gibt kein Angstsparen. Es gibt nur eine dramatische Schwäche bei der Einkommensentwicklung." Die Regierung solle lieber Schecks verteilen, um das Wachstum zu unterstützen.
    (Nach: Welt am Sonntag vom 24.10.2004, S. 32)

    Worterklärungen:

  • anrüchig sein - S: etwas Anrüchiges - Bed.: etwas hat einen schlechten, negativen Ruf
  • etwas auf die hohe Kante legen - Bed.: Geld sparen, damit man später eine Reserve hat
  • Gradmesser - S: der;-s;- - Bed.: der Maßstab für etwas
  • etwas auf die Seite legen - Bed.: Geld sparen


  • Fragen zum Text:
    1. Wie hat sich das Ansehen des Sparens in Deutschland verändert?
    2. Warum spricht man heute vom "Angstsparen"?
    3. Was sind die Folgen des übermäßigen Sparens?
    4. Was ist unter der "Sparquote" zu verstehen?
    5. Wie hat sich die Sparquote entwickelt?
    6. Welche Gründe führen manche Experten an, dass nicht genug Geld für Einkäufe ausgegeben wird?
    Aufgabe:
    Interpretieren Sie die beiden Schaubilder.
    1. Beschreibung der Entwicklung der Sparquote
    2. Beschreibung der Sparmotive
    3. Gründe für die tendenzielle Abnahme der Sparquote
    4. Ursachen für den unterschiedlichen Stellenwert der Spormotive
    5. eigenes Sparen


    (Nach: http://www.online-kredite.com/statistiken/bilder/sparquote.jpg)


    (Nach: http://www.bausparkassen.de/)