Hochschule Zittau/Görlitz
Fakultät Wirtschafts- und Sprachwissenschaften

DEUTSCH ZUR VORBEREITUNG AUF DIE FESTSTELLUNGSPRÜFUNG

Lehrmaterial für den Deutschunterricht im 2. Kollegsemester (TI)


EINHEIT 19

Gliederung; Ursache - Folge

Die naturwissenschaftliche Gliederung der Umwelt
Im Allgemeinen wird davon ausgegangen, dass sich die Umwelt in drei Bereiche gliedert: Land, Wasser und Luft. Eine exakte naturwissenschaftliche Betrachtung erfordert jedoch eine differenziertere Unterteilung in Lithosphäre (oberer Teil des Erdmantels, festes Gestein), Pedosphäre (oberster Teil der Erdkruste, wo die Gesteine in Böden umgewandelt werden), Hydrosphäre (Wasserhülle der Erde: Ozeane, Meere, Seen, Flüsse, Grundwasser, Schnee, Eis der Gletscher usw.), Atmosphäre (Lufthülle der Erde) sowie Biosphäre (Raum, der von Lebewesen bewohnt wird).
Alle Teilbereiche sind voneinander abhängig und beeinflussen sich wechselseitig.
Die Atmosphäre enthält neben Gasen (v.a. Stickstoff, Sauerstoff, Argon) auch Wasser, das sie durch Verdunstung und durch transpirierende Lebewesen aufgenommen hat. Bei Erreichen eines bestimmten Sättigungspunktes wird das Wasser wieder an die übrigen Teilbereiche in Form von Regen, Schnee usw. abgegeben. Ebenso findet man in der Atmosphäre auch feste Partikel (Staub), die von Boden und Gesteinen stammen, und kleine Lebewesen. Im Wasser der Hydrosphäre sind Gase wie der lebenswichtige Sauerstoff gelöst, es werden Gesteine abgebaut, ihre Verwitterungsprodukte transportiert und zu neuen Formationen abgelagert. Sie ist der ursprüngliche Lebensraum aller Organismen. Das feste Gestein der Lithosphäre ist von Wasser und Gasen durchsetzt. Weiterhin weist sie aus organischen Verbindungen bestehende Stoffe wie Kohle und Öl auf sowie spezielle Lebensformen, die sich diesem Bereich angepasst haben. Die Pedosphäre ist das Mineraliendepot vieler Lebewesen. Die Biosphäre ist im Vergleich zur gesamten Erdkugel eine außerordentlich dünne Schicht. Auf dem Festland umfasst sie im Wesentlichen die Vegetationsschicht sowie die Bodenschicht bis in wenige Meter Tiefe. In den Ozeanen reicht die Biosphäre bis in die größten Tiefen (~10.000 m). Dazu kommt noch die unterste Schicht der Atmosphäre.
Die enge räumliche Verflechtung der Umweltsphären hat eine starke wechselseitige Beeinflussung der Bereiche zur Folge. Dies muss bei allen Veränderungen durch den Menschen innerhalb einer Sphäre berücksichtigt werden.
Wird z.B. die Begradigung eines Flusses geplant, so sind nicht nur die Folgen in der Hydrosphäre zu untersuchen, wie z.B. die Verminderung der Sauerstoffaufnahme durch eine geringere Wasseroberfläche und damit verbunden der Verlust eines Teils der Selbstreinigungskraft des Wassers, sondern auch die Auswirkungen auf die übrigen Bereiche. Für die Pedosphäre ergibt sich daraus eventuell ein Absinken des Grundwasserspiegels, was Veränderungen in Flora und Fauna nach sich zieht. Die Wasserabgabe an die Atmosphäre wird vermindert, woraus weitere Veränderungen in der Vegetation und damit auch in der Tierwelt resultieren. Aufgrund des schnelleren Wasserabflusses wird die erodierende Kraft des Wassers erhöht, was durch vermehrten Abtrag von Gesteinsmaterial einschneidende Veränderungen im Relief hervorruft.

Worterklärungen:

  • Sättigungspunkt - S: der;-s;-e - Bed.: ein Zustand, in dem sich z.B. so viel Wasser in der Atmosphäre befindet, dass kein weiteres Wasser aufgenommen werden kann
  • Verwitterungsprodukt - S: das;-s;-e - Bed.: ein Produkt, das durch Verwitterung entstanden ist, d.h. durch den Einfluss des Wetters
  • Mineraliendepot - S: das;-s;-s - Bed.: ein Lager für die Mineralien der Erde, wie z.B. Salz
  • Begradigung - S: die;-;-en - V: begradigen - Bed.: einen Fluss gerade machen, d.h. die Kurven beseitigen
  • einschneidend - Adj./Adv. - Bed.: stark, tiefgreifend


  • Aufgaben:

    1. Lesen Sie den Text und klären Sie zunächst mithilfe des "Großwörterbuchs Deutsch als Fremdsprache" die unbekannten Wörter.

    2. Ordnen Sie die (alphabetisch geordneten) Wörter (z.T. aus dem Text) sinnvoll in die Tabelle ein.
    Für welche Begriffe kennen Sie Beispiele?

    der Bach - der Fjord - der Fluss - das Gletschereis - das Grundwasser - der Hagel - der Kanal - das Meer - das Oberflächenwasser - der Ozean - der Regen - der Reif - der Schnee - der See - die See - der Stausee - der Strom - der Tau - der Teich - der Wasserfall - die Wasserstraße - das Weltmeer - der Wolkenbruch

    stehendes Gewässer
    (natürlich)
    stehendes Gewässer
    (künstlich)
    fließendes Gewässer
    (natürlich)
    fließendes Gewässer
    (künstlich)
    weiteres Wasser Niederschläge
    ... ... ... ... ... ...


    3. Klären Sie die Bedeutung der folgenden Verben aus dem Text (die auch als Substantiv oder Partizip verwendet werden). Bestimmen Sie die Substantive der Verben, Synonyme und Antonyme.

    VERB STAMMFORMEN BEDEUTUNG SUBSTANTIV SYNONYM ANTONYM
    verdunsten ... ... ... ... ...
    transpirieren ... ... ... ... ...
    aufnehmen ... ... ... ... ...
    abgeben ... ... ... ... ...
    lösen ... ... ... ... ...
    abbauen ... ... ... ... ...
    transportieren ... ... ... ... ...
    ablagern ... ... ... ... ...
    durchsetzen ... ... ... ... ...
    anpassen ... ... ... ... ...
    abfließen ... ... ... ... ...
    erodieren ... ... ... ... ...


    4. Setzen Sie die passenden Verben aus der Tabelle in die Sätze ein. Achten Sie auf die korrekte grammatische Form.

    (1) Als "Lebensformen" bezeichnet man Organismen, die sich an bestimmte Bedingungen ihrer Umgebung besonders ................ haben.
    (2) Die Wellen des Meeres ................ das Gestein der Küstenregion.
    (3) Bäume können nur dann ................, wenn sie auch Laub haben und ihnen genügend Wasser zur Verfügung steht.
    (4) Reines Wasser ohne Mineralstoffe (z.B. Magnesium, Natrium, Calcium) kann der menschliche Körper nicht ................
    (5) Die Sonne bewirkt, dass das Wasser ................ kann, und sie erwärmt die feuchte Luft.
    (6) Da die Mineralstoffe im Trinkwasser ................ sind, können sie hervorragend vom menschlichen Körper aufgenommen werden.
    (7) Pflanzen sind in der Lage, Wasser aus dem Boden aufzunehmen und in große Höhen zu ................
    (8) Der Boden ist mit Wasser, Luft und Lebewesen ................
    (9) Der Grund für diese Phänomene liegt hauptsächlich darin, dass warme Luft deutlich mehr Wasser ................ kann als kalte.
    (10) Durch die Einwirkung der belebten und unbelebten Natur werden die Gesteine ................
    (11) Die größten bzw. schwersten Partikel ................ zuerst und die Strömung des Flusses ist oft nicht mehr in der Lage, sie weiterzutransportieren.
    (12) Wenn das Eis der Gletscheroberfläche kalt ist, d.h. unter dem Schmelzpunkt liegt, kann das Wasser nicht mehr ungehindert ................ und wird gestaut.

    5. Wiederholung: Nominalisierung
    Bilden Sie aus den substantivierten Verben von Aufgabe 2 nominale Wortgruppen mithilfe des Textes.
    Beispiel:
    umwandeln - Substantiv: die Umwandlung - Wortgruppe: die Umwandlung der Gesteine in Böden in der Pedospäre
    verdunsten -

    6. Gliedern Sie die Umwelt, d.h. bestimmen Sie ihre Teile. Wie werden solche Gliederungen dargestellt?
    Informieren Sie sich über die Verben, die man verwenden kann, um Gliederungen zu versprachlichen.

    7. Gliedern Sie den Begriff "Gewässer".

    8. Stellen Sie Ursachen und Folgen bei der Begradigung eines Flusses dar, die im letzten Teil des Textes für die verschiedenen Sphären der Umwelt genannt werden.

    Beispiel für die Begradigung des Flusses Rhein:

    (Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 27.04.2008, S. 68)

    Ursache Folge
    Hydrosphäre:
    Begradigung eines Flusses
    geringere Wasseroberfläche des Flusses
    geringere Wasseroberfläche des Flusses ...
    ... ...
    Pedosphäre:
    Begradigung eines Flusses
    ...
    ... ...
    Atmosphäre:
    Begradigung eines Flusses
    ...
    ... ...
    Lithosphäre:
    Begradigung eines Flusses
    ...
    ... ...

    Lösung

    Welche sprachlichen Mittel kennen Sie bereits, um Ursache-Folge-Beziehungen darzustellen? Verbinden Sie mithilfe dieser Mittel die Ursachen und Folgen aus dem Text.

    Suchen Sie im Text die Verben zur Darstellung von Ursachen und Folgen (einige Verben werden im Text auch als Substantive verwendet).
    Informieren Sie sich über weitere Verben, mit denen Ursache-Folge-Beziehungen dargestellt werden können. Stellen Sie die Ursachen und Folgen aus dem Text mithilfe dieser Verben dar.

    9. Schreiben Sie mithilfe der Informationen aus dem Schaubild eine Gliederung des Wassers auf der Erde. Achten Sie auf die Verben des Gliederns.





    Einheit 20