Hochschule Zittau/Görlitz
Fakultät Wirtschafts- und Sprachwissenschaften

DEUTSCH ZUR VORBEREITUNG AUF DIE FESTSTELLUNGSPRÜFUNG

Lehrmaterial für den Deutschunterricht im 2. Kollegsemester (WW/TI)


EINHEIT 1

ZEIT - TEMPUS

Die bisherige Entwicklung der Weltbevölkerung
Trotz der unvollständigen historischen Dokumente und der fehlerhaften Bevölkerungsstatistiken hat die internationale Forschung durch zahlreiche, intensive Untersuchungen Schätzungen über die historische Entwicklung der Weltbevölkerung erarbeitet. Nach diesen Ergebnissen ist die Weltbevölkerungszahl in den ersten 18 Jahrhunderten nach Christi Geburt extrem langsam von rund 200 bis 400 Millionen Menschen im Jahr null auf eine Milliarde 1804/05 gestiegen. Danach beschleunigte sich das Wachstum stark: Für die zweite Milliarde 1926/27 genügten etwa 123 Jahre, für die dritte im Jahr 1960 wurden rund 33 und für die vierte, fünfte und sechste in den Jahren 1974, 1987 und 1999 nur noch 14, 13 bzw. zwölf Jahre benötigt. Seitdem vergrößert sich der Abstand bis zur nächsten Milliarde wieder. Heute leben etwa 6,3 Milliarden Menschen auf der Erde, d.h. die Weltbevölkerung ist innerhalb von fünf Jahren "nur" um 0,3 Milliarden Menschen angewachsen und es ist zu erwarten, dass die siebente Milliarde erst im Jahr 2015 erreicht wird. Die Wachstumsrate der Weltbevölkerung, d.h. der jährliche prozentuale Zuwachs, betrug zu Beginn des 19. Jahrhunderts etwa 0,5 Prozent, sie hat im Zeitraum von 1965 bis 1970 mit zwei Prozent ein Maximum erreicht und sie nimmt seitdem stetig ab, zurzeit beträgt die jährliche Wachstumsrate noch 1,2 Prozent, und sie hat nach wie vor fallende Tendenz.
(Nach: Informationen zur politischen Bildung, Nr. 282/2004, S. 5)

Aufgaben:

1. Lesen Sie den Text und klären Sie zunächst mithilfe des "Großwörterbuchs Deutsch als Fremdsprache" die unbekannten Wörter.

2. Bestimmen Sie die Tempusformen der Verben in den Sätzen bzw. Satzteilen und begründen Sie, warum gerade diese Tempusform verwendet wurde.

SATZ VERB TEMPUS BEDEUTUNG
Trotz der unvollständigen historischen Dokumente und der fehlerhaften Bevölkerungsstatistiken hat die internationale Forschung durch zahlreiche, intensive Untersuchungen Schätzungen über die historische Entwicklung der Weltbevölkerung erarbeitet. hat erarbeitet Perfekt Die internationale Forschung hat es schon getan; die Handlung ist abgeschlossen.
Nach diesen Ergebnissen ist die Weltbevölkerungszahl in den ersten 18 Jahrhunderten nach Christi Geburt extrem langsam von rund 200 bis 400 Millionen Menschen im Jahr null auf eine Milliarde 1804/05 gestiegen. ist gestiegen ... ...
Danach beschleunigte sich das Wachstum stark: ... ... ...
Für die zweite Milliarde 1926/27 genügten etwa 123 Jahre, für die dritte im Jahr 1960 wurden rund 33 und für die vierte, fünfte und sechste in den Jahren 1974, 1987 und 1999 nur noch 14, 13 bzw. zwölf Jahre benötigt. ... ... ...
Seitdem vergrößert sich der Abstand bis zur nächsten Milliarde wieder. ... ... ...
Heute leben etwa 6,3 Milliarden Menschen auf der Erde, ... ... ...
d.h. die Weltbevölkerung ist innerhalb von fünf Jahren "nur" um 0,3 Milliarden Menschen angewachsen ... ... ...
und es ist zu erwarten, dass die siebente Milliarde erst im Jahr 2015 erreicht wird. ... ... ...
Die Wachstumsrate der Weltbevölkerung, d.h. der jährliche prozentuale Zuwachs, betrug zu Beginn des 19. Jahrhunderts etwa 0,5 Prozent, ... ... ...
sie hat im Zeitraum von 1965 bis 1970 mit zwei Prozent ein Maximum erreicht ... ... ...
und sie nimmt seitdem stetig ab, ... ... ...
zurzeit beträgt die jährliche Wachstumsrate noch 1,2 Prozent, und sie hat nach wie vor fallende Tendenz. ... ... ...


3. Zahlenangaben

Für die Angabe von Bevölkerungszahlen werden sehr oft die Wörter
Tausend - Million - Milliarde
verwendet.
Bitte beachten Sie bei diesen Angaben die folgenden Regeln:

REGEL/EMPFEHLUNG BEISPIEL
Das Zahlwort tausend sollte in unbestimmten Angaben klein geschrieben werden (allerdings ist auch die Großschreibung möglich; das;-s;-e). In Zittau leben nur noch wenige tausend Einwohner.
Verwendet werden können z.B.: einige, viele, wenige, mehrere, etliche, ein paar, zig-
Bei konkreten Zahlenangaben sollte das geschriebene Wort tausend nicht verwendet, sondern die Zahl geschrieben werden. Auch die Abkürzung Tsd. ist nicht zu verwenden. 1983 lebten in Dresden 522.000 Menschen.
(nicht: 522 Tausend/522 Tsd.) zum Punkt zwischen den Ziffern vgl. Hinweis)
Auf keinen Fall schreiben Sie solche Zahlenangaben als Wort! nicht: fünfhundertzweiundzwanzig
Hinweis: Die Zahlen bis 12 können als Wörter geschrieben werden.
Die Substantive Million (die;-;-en) und Milliarde (die;-;-n) können sowohl mit Zahlen als auch mit Zahlwörtern verwendet werden. 12 Millionen, drei Millionen, 4 Milliarden, sechs Milliarden; auch hier sollte beachtet werden, dass nur die Zahlen bis 12 als Wörter geschrieben werden sollten.
Die Abkürzungen Mio./Mill. (für Million) bzw. Mrd./Md./Mia. (für Milliarde) dürfen nur mit Zahlen, nicht mit Wörtern verwendet werden. 5 Mio. bzw. 4,3 Mrd.; nicht: fünf Mio. bzw. vier Mrd.

4. Schreiben Sie die folgenden gesprochenen Zahlen korrekt (und sinnvoll!). Beachten Sie, dass es manchmal mehrere Varianten gibt.

(1) achtundzwanzig Millionen vierhunderttausend
(2) dreihundertfünfzigtausend
(3) fünf Milliarden siebenhundert Millionen
(4) zweiundsiebzig Milliarden vierhunderteinundzwanzig Millionen
(5) zweihundertdreiundneunzig Millionen
(6) fünfhundertsiebenundachtzig Millionen sechshunderteinundzwanzigtausend
(7) dreitausendvierundsechzig

5. Bestimmen Sie im folgenden Text die Tempusformen und ihre Bedeutungen.

Historische Entwicklung der Weltbevölkerung
Die Weltbevölkerung war die längste Zeit in der Geschichte der Menschheit auf einem niedrigen und vor allem stabilen Niveau. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts lebten auf der Erde 1 Milliarde Menschen und ein rapides Bevölkerungswachstum setzte ein. Innerhalb des 20. Jahrhunderts hat sich die Weltbevölkerung fast vervierfacht. Die Anzahl der weltweit lebenden Menschen übersprang im Jahr 1999 erstmals die 6-Milliarden-Marke. Bis Ende Januar 2003 sind wieder rund 261 Millionen Menschen hinzugekommen, in jeder Sekunde werden zurzeit 25 Menschen geboren. In der aktuellen Dynamik kommen ca. alle 14 Jahre 1 Milliarde Menschen hinzu. Der überwiegende Anteil des Bevölkerungswachstums findet in den Entwicklungsländern bzw. in den wenig entwickelten und ärmeren Staaten der Welt statt.
(Nach: http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Weltbev%F6lkerung.html)

6. Lesen Sie den Text und ergänzen Sie die Verben in der korrekten Tempusform.

Die historische Entwicklung der Weltbevölkerung
Auf der Erde (leben) heute mehr als sechs Milliarden Menschen. Unsere Vorfahren (wohnen) in kleinen Gemeinschaften im heutigen Afrika. Vor 100.000 Jahren (es gibt) nur ein paar Tausend von ihnen. Sie (konkurrieren) mit viel größeren und stärkeren Tieren um Nahrung und Lebensraum. Vor etwa 25.000 Jahren (erreichen) die Population die Drei-Millionen-Grenze. Die Menschen (besiedeln) unterdessen alle Kontinente der Erde. Die durchschnittliche Lebenserwartung (liegen) damals bei nur 25 bis 30 Jahre. Das (ausreichen) aber, um Nachkommen zu bekommen und aufzuziehen. Die Menschen (leben) vom Jagen und Fischen und (sammeln) Pflanzen und Früchte. Sie (durchstreifen) das Land und (bauen) provisorische Unterkünfte, manche (leben) noch in Höhlen. Vor etwa 14.000 Jahren (beginnen) die ersten Menschen, sesshaft zu werden. Sie (einführen) in den Flusstälern des Mittleren Ostens, Ägyptens, Chinas, Südamerikas und Indiens Landwirtschaft und Viehzucht und es (entstehen) die ersten Zivilisationen. Neue landwirtschaftliche Techniken (bewirken) einen großen Sprung in der Bevölkerungsentwicklung. Wissenschaftler (schätzen), dass die Bevölkerungszahl vor 4.000 Jahren plötzlich auf 100 bis 200 Millionen (ansteigen). Die Menschen (verbreitet sein) ungleichmäßig auf allen Kontinenten der Erde. Für die meisten Menschen (sich verbessern) die Lebensbedingungen ein wenig. Es (zur Verfügung stehen) nun mehr Nahrung und die durchschnittliche Lebenserwartung (steigen) auf 30 bis 35 Jahre. Einige Menschen (haben) nun bereits die Möglichkeit, in den ersten Städten der Welt, zum Beispiel in Babylon, Alexandria oder Athen, ein relativ unbeschwertes Leben zu führen. Manche Stadtbewohner (sich beschäftigen) intensiv mit den Künsten, den Wissenschaften oder der Religion. Die Bevölkerung (wachsen) in den nächsten 4.000 Jahren nur langsam. Im Mittelalter (sterben) allein zwischen 1347 und 1351 in Mitteleuropa etwa 25 Millionen Menschen - das (sein) knapp zwei Drittel der Gesamtbevölkerung - an der Pest. Im Jahr 1800 unserer Zeitrechnung (leben) schließlich eine Milliarde Menschen auf der Erde. Durch einen Rückgang der Sterbefälle (kommen) es bis 1900 zu einem Wachstum auf 1,6 Mrd. Menschen. 1927 (leben) zwei Milliarden Menschen auf der Erde. Bereits 33 Jahre später (sein) es drei Milliarden, 1974 vier Milliarden, 1987 fünf Milliarden und 1999 (erreicht werden) die Sechs-Milliarden-Marke.

7. Ergänzen Sie die in den Klammern stehenden Verben in der korrekten Tempusform.

Bevölkerungsprognosen der Vereinten Nationen 2009 – Die Highlights
(1) Die Weltbevölkerung (wachsen) von heute 6,8 Milliarden Menschen auf voraussichtlich 9,1 Milliarden Menschen im Jahr 2050 – unter der Annahme, dass die Kinderzahl pro Frau weiter (sinken).
(2) Die mittlere Variante der UN-Prognosen (ausgehen) davon, dass die Kinderzahl pro Frau von heute 2,56 auf 2,02 Kinder (sinken). Wenn sie bis zum Jahr 2050 nur ein halbes Kind darüber (liegen sollen), (leben) zur Mitte des Jahrhunderts bereits 10,5 Milliarden Menschen auf der Erde.
(3) In den Industrieländern (steigen) die Kinderzahl pro Frau in den vergangenen Jahren leicht: von 1,60 auf 1,64 Kinder.
(4) In den 49 am wenigsten entwickelten Ländern (wachsen) die Bevölkerung weltweit am stärksten: Sie (sich verdoppeln) voraussichtlich von heute 840 Millionen Menschen auf 1,7 Milliarden Menschen im Jahr 2050.
(5) Nie zuvor (leben) in den Entwicklungsländern so viele Kinder und Jugendliche wie heute: 1,7 Milliarden Kinder (unter 15 Jahre) und 1,1 Milliarden junge Menschen (15-24 Jahre).
(6) In den Industrieländern (sein) heute 22 Prozent der Gesamtbevölkerung über 60 Jahre alt. 2050 (anwachsen) dieser Anteil auf voraussichtlich 33 Prozent.
(7) Auch in den Entwicklungsländern (altern) die Bevölkerung rasant. Heute (sein) neun Prozent der Menschen älter als 60 Jahre. Bis 2050 mehr als (sich verdoppeln) dieser Anteil auf 20 Prozent.
(8) Allein aufgrund von internationaler Migration (wachsen) die Bevölkerung der Industrieländer in den Jahren 2010 bis 2050 um 38 Millionen Menschen.
(9) Die USA (sein) in den kommenden vier Jahrzehnten mit 1,1 Millionen Zuwanderern jährlich das größte Empfängerland, gefolgt von Kanada mit 214.000 und Großbritannien mit 174.000 Einwanderern pro Jahr. Deutschland (liegen) mit 110.000 Zuwanderern jährlich auf Platz sechs.
(Nach: http://www.weltbevoelkerung.de/pdf/Fakten_Highlights.pdf)

8. Erstellen Sie mithilfe des 1. Textes (Die bisherige Entwicklung der Weltbevölkerung) eine Tabelle.
Was soll in dieser Tabelle dargestellt werden?
Aus welchen Spalten muss die Tabelle bestehen?
Wie müssen die Spaltenüberschriften heißen?


Bevölkerungsentwicklung in China
Bereits um die Zeitenwende war die nordchinesische Ebene das Hauptsiedlungsgebiet der vermutlich 50 bis 60 Millionen Bewohner. Hatte sich seit dem 10. Jahrhundert der Bevölkerungsschwerpunkt immer mehr nach Südchina verlagert - um 1300 wohnten vermutlich 80 Prozent der Einwohner im Bereich des Unterlaufs und südlich des Yangtse -, so nahm in der Ming-Periode die Bevölkerung in der nordchinesischen Ebene wieder zu. Seit dem Ende des 17. Jahrhunderts ist nach langer Stagnation ein deutlicher Anstieg der Bevölkerung zu beobachten. Lebten um 1700 vermutlich um 100 Millionen Menschen in China, so waren es rund ein Jahrhundert später fast 300 Millionen. Während sich zwischen 1700 und 1800 die Ackerfläche nur knapp verdoppelte, verdreifachte sich die Bevölkerungszahl. Bis 1850 stieg die Einwohnerzahl auf circa 413 Millionen. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts setzten die ersten großen Auswanderungen nach Amerika ein; Anstoß gaben die Goldfunde 1848/49 in Kalifornien. Trotz dieser Auswanderungen hatte sich die Bevölkerungsverteilung in China im Verlauf des 19. Jahrhunderts nicht entscheidend verändert. 1935 lebten zwischen 460 und 480 Millionen Menschen in China. Etwa 96 Prozent lebten im Osten, obwohl dieses Territorium nur 43 Prozent der Gesamtfläche Chinas ausmachte. Von Mitte der dreißiger Jahre bis in die achtziger Jahre hat sich die Bevölkerungszahl Chinas auf über eine Milliarde mehr als verdoppelt.
Volkszählungen nach modernen Methoden konnten erst nach Gründung der Volksrepublik China, erstmals im Jahr 1953, realisiert werden. 1953 lebten 594 Millionen Menschen in China, 1964 waren es 695 Millionen, 1982 1,008 Milliarden und im Jahr 2006 1,314 Milliarden Menschen. Die 1953 festgestellte Bevölkerungsgröße (594,4 Millionen) lag um etwa 100 Millionen über dem vorher angenommenen Wert. Dieses nicht erwartete Ergebnis führte zu einem beginnenden Umdenken und war der Beginn staatlicher Bemühungen, das Bevölkerungswachstum zu begrenzen. Die chinesische Bevölkerungspolitik kann, zumindest was die Ergebnisse betrifft, als erfolgreich bezeichnet werden. Seit 1971 ist ein kontinuierlicher Rückgang von Geburtenrate und Kinderzahl pro Frau dokumentierbar. Das führte dazu, dass die Bevölkerungszahl bis 2010 nur noch auf 1,339 Milliarden Menschen anstieg.
(Nach: http://www.berlin-institut.org/fileadmin/user_upload/handbuch_texte/pdf_Taubmann_Bevoelkerungsentwicklung_China.pdf)

9. Erstellen Sie mithilfe des Textes "Bevölkerungsentwicklung in China" eine Tabelle.
Was soll in dieser Tabelle dargestellt werden?
Aus welchen Spalten muss die Tabelle bestehen?
Wie müssen die Spaltenüberschriften heißen?




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