Hochschule Zittau/Görlitz
Fakultät Wirtschafts- und Sprachwissenschaften
Fachbereich Sprachen

DEUTSCH ZUR VORBEREITUNG AUF DIE DSH

TEIL II


Lehrmaterial für den Deutsch-Unterricht im DSH-Kurs


Wichtige Adressen:
1. Website: www.hs-zigr.de/~bgriebel
2. E-Mail-Adresse: b.griebel@hs-zigr.de
Schwerpunkt 1: Quantitative Veränderungen darstellen

Die bisherige Entwicklung der Weltbevölkerung
Trotz der unvollständigen historischen Dokumente und der fehlerhaften Bevölkerungsstatistiken hat die internationale Forschung durch zahlreiche, intensive Untersuchungen Schätzungen über die historische Entwicklung der Weltbevölkerung erarbeitet. Nach diesen Ergebnissen ist die Weltbevölkerungszahl in den ersten 18 Jahrhunderten nach Christi Geburt extrem langsam von rund 200 bis 400 Millionen Menschen im Jahr null auf eine Milliarde 1804/05 gestiegen. Danach beschleunigte sich das Wachstum stark: Für die zweite Milliarde 1926/27 genügten etwa 123 Jahre, für die dritte im Jahr 1960 wurden rund 33 und für die vierte, fünfte und sechste in den Jahren 1974, 1987 und 1999 nur noch 14, 13 bzw. zwölf Jahre benötigt. Seitdem vergrößert sich der Abstand bis zur nächsten Milliarde wieder. Heute leben etwa 6,3 Milliarden Menschen auf der Erde, d.h. die Weltbevölkerung ist innerhalb von fünf Jahren "nur" um 0,3 Milliarden Menschen angewachsen und es ist zu erwarten, dass die siebente Milliarde erst im Jahr 2015 erreicht wird. Die Wachstumsrate der Weltbevölkerung, d.h. der jährliche prozentuale Zuwachs, betrug zu Beginn des 19. Jahrhunderts etwa 0,5 Prozent, sie hat im Zeitraum von 1965 bis 1970 mit zwei Prozent ein Maximum erreicht und sie nimmt seitdem stetig ab, zurzeit beträgt die jährliche Wachstumsrate noch 1,2 Prozent, und sie hat nach wie vor fallende Tendenz.
(Nach: Informationen zur politischen Bildung, Nr. 282/2004, S. 5)

Aufgaben:

1. Lesen Sie den Text und klären Sie zunächst mithilfe des "Großwörterbuchs Deutsch als Fremdsprache" die unbekannten Wörter.

2. Bestimmen Sie die Tempusformen der Verben in den Sätzen bzw. Satzteilen und begründen Sie, warum gerade diese Tempusform verwendet wurde.

SATZ VERB TEMPUS BEDEUTUNG
Trotz der unvollständigen historischen Dokumente und der fehlerhaften Bevölkerungsstatistiken hat die internationale Forschung durch zahlreiche, intensive Untersuchungen Schätzungen über die historische Entwicklung der Weltbevölkerung erarbeitet. hat erarbeitet Perfekt Die internationale Forschung hat es schon getan; die Handlung ist abgeschlossen.
Nach diesen Ergebnissen ist die Weltbevölkerungszahl in den ersten 18 Jahrhunderten nach Christi Geburt extrem langsam von rund 200 bis 400 Millionen Menschen im Jahr null auf eine Milliarde 1804/05 gestiegen. ist gestiegen ... ...
Danach beschleunigte sich das Wachstum stark: ... ... ...
Für die zweite Milliarde 1926/27 genügten etwa 123 Jahre, für die dritte im Jahr 1960 wurden rund 33 und für die vierte, fünfte und sechste in den Jahren 1974, 1987 und 1999 nur noch 14, 13 bzw. zwölf Jahre benötigt. ... ... ...
Seitdem vergrößert sich der Abstand bis zur nächsten Milliarde wieder. ... ... ...
Heute leben etwa 6,3 Milliarden Menschen auf der Erde, ... ... ...
d.h. die Weltbevölkerung ist innerhalb von fünf Jahren "nur" um 0,3 Milliarden Menschen angewachsen ... ... ...
und es ist zu erwarten, dass die siebente Milliarde erst im Jahr 2015 erreicht wird. ... ... ...
Die Wachstumsrate der Weltbevölkerung, d.h. der jährliche prozentuale Zuwachs, betrug zu Beginn des 19. Jahrhunderts etwa 0,5 Prozent, ... ... ...
sie hat im Zeitraum von 1965 bis 1970 mit zwei Prozent ein Maximum erreicht ... ... ...
und sie nimmt seitdem stetig ab, ... ... ...
zurzeit beträgt die jährliche Wachstumsrate noch 1,2 Prozent, und sie hat nach wie vor fallende Tendenz. ... ... ...


3. Zahlenangaben

Für die Angabe von Bevölkerungszahlen werden sehr oft die Wörter
Tausend - Million - Milliarde
verwendet.
Bitte beachten Sie bei diesen Angaben die folgenden Regeln:

REGEL/EMPFEHLUNG BEISPIEL
Das Zahlwort tausend sollte in unbestimmten Angaben klein geschrieben werden (allerdings ist auch die Großschreibung möglich; das;-s;-e). In Zittau leben nur noch wenige tausend Einwohner.
Verwendet werden können z.B.: einige, viele, wenige, mehrere, etliche, ein paar, zig-
Bei konkreten Zahlenangaben sollte das geschriebene Wort tausend nicht verwendet, sondern die Zahl geschrieben werden. Auch die Abkürzung Tsd. ist nicht zu verwenden. 1983 lebten in Dresden 522.000 Menschen.
(nicht: 522 Tausend/522 Tsd.) zum Punkt zwischen den Ziffern vgl. Hinweis)
Auf keinen Fall schreiben Sie solche Zahlenangaben als Wort! nicht: fünfhundertzweiundzwanzig
Hinweis: Die Zahlen bis 12 können als Wörter geschrieben werden.
Die Substantive Million (die;-;-en) und Milliarde (die;-;-n) können sowohl mit Zahlen als auch mit Zahlwörtern verwendet werden. 12 Millionen, drei Millionen, 4 Milliarden, sechs Milliarden; auch hier sollte beachtet werden, dass nur die Zahlen bis 12 als Wörter geschrieben werden sollten.
Die Abkürzungen Mio./Mill. (für Million) bzw. Mrd./Md./Mia. (für Milliarde) dürfen nur mit Zahlen, nicht mit Wörtern verwendet werden. 5 Mio. bzw. 4,3 Mrd.; nicht: fünf Mio. bzw. vier Mrd.

4. Schreiben Sie die folgenden gesprochenen Zahlen korrekt (und sinnvoll!). Beachten Sie, dass es manchmal mehrere Varianten gibt.

(1) achtundzwanzig Millionen vierhunderttausend
(2) dreihundertfünfzigtausend
(3) fünf Milliarden siebenhundert Millionen
(4) zweiundsiebzig Milliarden vierhunderteinundzwanzig Millionen
(5) zweihundertdreiundneunzig Millionen
(6) fünfhundertsiebenundachtzig Millionen sechshunderteinundzwanzigtausend
(7) dreitausendvierundsechzig

5. Bestimmen Sie im folgenden Text die Tempusformen und ihre Bedeutungen.

Historische Entwicklung der Weltbevölkerung
Die Weltbevölkerung war die längste Zeit in der Geschichte der Menschheit auf einem niedrigen und vor allem stabilen Niveau. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts lebten auf der Erde 1 Milliarde Menschen und ein rapides Bevölkerungswachstum setzte ein. Innerhalb des 20. Jahrhunderts hat sich die Weltbevölkerung fast vervierfacht. Die Anzahl der weltweit lebenden Menschen übersprang im Jahr 1999 erstmals die 6-Milliarden-Marke. Bis Ende Januar 2003 sind wieder rund 261 Millionen Menschen hinzugekommen, in jeder Sekunde werden zurzeit 25 Menschen geboren. In der aktuellen Dynamik kommen ca. alle 14 Jahre 1 Milliarde Menschen hinzu. Der überwiegende Anteil des Bevölkerungswachstums findet in den Entwicklungsländern bzw. in den wenig entwickelten und ärmeren Staaten der Welt statt.
(Nach: http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Weltbev%F6lkerung.html)

6. Lesen Sie den Text und ergänzen Sie die Verben in der korrekten Tempusform.

Die historische Entwicklung der Weltbevölkerung
Auf der Erde (leben) heute mehr als sechs Milliarden Menschen. Unsere Vorfahren (wohnen) in kleinen Gemeinschaften im heutigen Afrika. Vor 100.000 Jahren (es gibt) nur ein paar Tausend von ihnen. Sie (konkurrieren) mit viel größeren und stärkeren Tieren um Nahrung und Lebensraum. Vor etwa 25.000 Jahren (erreichen) die Population die Drei-Millionen-Grenze. Die Menschen (besiedeln) unterdessen alle Kontinente der Erde. Die durchschnittliche Lebenserwartung (liegen) damals bei nur 25 bis 30 Jahre. Das (ausreichen) aber, um Nachkommen zu bekommen und aufzuziehen. Die Menschen (leben) vom Jagen und Fischen und (sammeln) Pflanzen und Früchte. Sie (durchstreifen) das Land und (bauen) provisorische Unterkünfte, manche (leben) noch in Höhlen. Vor etwa 14.000 Jahren (beginnen) die ersten Menschen, sesshaft zu werden. Sie (einführen) in den Flusstälern des Mittleren Ostens, Ägyptens, Chinas, Südamerikas und Indiens Landwirtschaft und Viehzucht und es (entstehen) die ersten Zivilisationen. Neue landwirtschaftliche Techniken (bewirken) einen großen Sprung in der Bevölkerungsentwicklung. Wissenschaftler (schätzen), dass die Bevölkerungszahl vor 4.000 Jahren plötzlich auf 100 bis 200 Millionen (ansteigen). Die Menschen (verbreitet sein) ungleichmäßig auf allen Kontinenten der Erde. Für die meisten Menschen (sich verbessern) die Lebensbedingungen ein wenig. Es (zur Verfügung stehen) nun mehr Nahrung und die durchschnittliche Lebenserwartung (steigen) auf 30 bis 35 Jahre. Einige Menschen (haben) nun bereits die Möglichkeit, in den ersten Städten der Welt, zum Beispiel in Babylon, Alexandria oder Athen, ein relativ unbeschwertes Leben zu führen. Manche Stadtbewohner (sich beschäftigen) intensiv mit den Künsten, den Wissenschaften oder der Religion. Die Bevölkerung (wachsen) in den nächsten 4.000 Jahren nur langsam. Im Mittelalter (sterben) allein zwischen 1347 und 1351 in Mitteleuropa etwa 25 Millionen Menschen - das (sein) knapp zwei Drittel der Gesamtbevölkerung - an der Pest. Im Jahr 1800 unserer Zeitrechnung (leben) schließlich eine Milliarde Menschen auf der Erde. Durch einen Rückgang der Sterbefälle (kommen) es bis 1900 zu einem Wachstum auf 1,6 Mrd. Menschen. 1927 (leben) zwei Milliarden Menschen auf der Erde. Bereits 33 Jahre später (sein) es drei Milliarden, 1974 vier Milliarden, 1987 fünf Milliarden und 1999 (erreicht werden) die Sechs-Milliarden-Marke.

7. Ergänzen Sie die in den Klammern stehenden Verben in der korrekten Tempusform.

Bevölkerungsprognosen der Vereinten Nationen 2009 – Die Highlights
(1) Die Weltbevölkerung (wachsen) von heute 6,8 Milliarden Menschen auf voraussichtlich 9,1 Milliarden Menschen im Jahr 2050 – unter der Annahme, dass die Kinderzahl pro Frau weiter (sinken).
(2) Die mittlere Variante der UN-Prognosen (ausgehen) davon, dass die Kinderzahl pro Frau von heute 2,56 auf 2,02 Kinder (sinken). Wenn sie bis zum Jahr 2050 nur ein halbes Kind darüber (liegen sollen), (leben) zur Mitte des Jahrhunderts bereits 10,5 Milliarden Menschen auf der Erde.
(3) In den Industrieländern (steigen) die Kinderzahl pro Frau in den vergangenen Jahren leicht: von 1,60 auf 1,64 Kinder.
(4) In den 49 am wenigsten entwickelten Ländern (wachsen) die Bevölkerung weltweit am stärksten: Sie (sich verdoppeln) voraussichtlich von heute 840 Millionen Menschen auf 1,7 Milliarden Menschen im Jahr 2050.
(5) Nie zuvor (leben) in den Entwicklungsländern so viele Kinder und Jugendliche wie heute: 1,7 Milliarden Kinder (unter 15 Jahre) und 1,1 Milliarden junge Menschen (15-24 Jahre).
(6) In den Industrieländern (sein) heute 22 Prozent der Gesamtbevölkerung über 60 Jahre alt. 2050 (anwachsen) dieser Anteil auf voraussichtlich 33 Prozent.
(7) Auch in den Entwicklungsländern (altern) die Bevölkerung rasant. Heute (sein) neun Prozent der Menschen älter als 60 Jahre. Bis 2050 mehr als (sich verdoppeln) dieser Anteil auf 20 Prozent.
(8) Allein aufgrund von internationaler Migration (wachsen) die Bevölkerung der Industrieländer in den Jahren 2010 bis 2050 um 38 Millionen Menschen.
(9) Die USA (sein) in den kommenden vier Jahrzehnten mit 1,1 Millionen Zuwanderern jährlich das größte Empfängerland, gefolgt von Kanada mit 214.000 und Großbritannien mit 174.000 Einwanderern pro Jahr. Deutschland (liegen) mit 110.000 Zuwanderern jährlich auf Platz sechs.
(Nach: http://www.weltbevoelkerung.de/pdf/Fakten_Highlights.pdf)

Kurzhörtext I
Kurzhörtext II
Kurzhörtext III



Wachstum in den Industrienationen und den Entwicklungsländern
Vor Jahrhunderten war die Wachstumsrate in den industrialisierten Ländern höher als in den Entwicklungsregionen. Erst ab 1900 begann in den Ländern der "Dritten Welt" die beschleunigte Zunahme. Mitte des 19. Jahrhunderts begannen Fortschritte im Gesundheitswesen, in der Lebensmittelversorgung und in der Medizin, sich positiv auf die Lebensbedingungen auszuwirken. Zunächst machten sich diese Verbesserungen in den reichen Nationen bemerkbar. Die Menschen lebten bedeutend länger und die Kindersterblichkeit ging drastisch zurück. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist die Bevölkerungsentwicklung durch die Bevölkerungsexplosion in vielen Entwicklungsländern einerseits und den Rückgang der Bevölkerung in den Industrieländern andererseits gekennzeichnet. Heute wächst die Bevölkerung praktisch nur noch in Entwicklungsländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas. Allerdings kann man seit dem Beginn des 21. Jahrhunderts nicht mehr davon sprechen, dass die Bevölkerungszahl in allen Entwicklungsländern wächst. In einer Reihe von Ländern nimmt die Bevölkerungszahl sogar ab, die Gründe dafür reichen von Familienplanungsprogrammen bis zu der Krankheit Aids.

Aufgaben:

1. Lesen Sie den Text und klären Sie zunächst mithilfe des "Großwörterbuchs Deutsch als Fremdsprache" die unbekannten Wörter.
Welche Begriffe werden im Text für bestimmte Regionen verwendet?
In welchen Bedeutungsbeziehungen stehen diese Begriffe?

industrialisierte Länder Entwicklungsregionen
... ...

2. Welche Zeitangaben werden im Text verwendet, mit denen man auf die Frage Wann?, Seit wann?, Bis wann? usw. antworten kann?
Beispiele:
Vor Jahrhunderten war die Wachstumsrate in den industrialisierten Ländern höher als in den Entwicklungsregionen.
® Wann war die Wachstumsrate in den industrialisierten Ländern höher als in den Entwicklungsregionen.
Erst ab 1900 begann in den Ländern der "Dritten Welt" die beschleunigte Zunahme.
® Ab wann/Wann begann in den Ländern der "Dritten Welt" die beschleunigte Zunahme?

Ordnen Sie diese Zeitangaben danach, ob sie einen unbestimmten/bestimmten bzw. kürzeren/längeren Zeitraum bezeichnen.

vor Jahrhunderten unbestimmte Zeitangabe; Handlung kann mehrere 100 Jahre zurückliegen
(ab) 1900 bestimmte Zeitangabe; Handlung ist auf ein bestimmtes Jahr festgelegt
... ...

3. Ordnen Sie die folgenden Zeitangaben danach, ob einen längeren oder kürzeren Zeitraum bezeichnen.

im 19. Jahrhundert - 1804/05 - Anfang 1950 - Anfang der 60er-Jahre des 20. Jahrhunderts - früher - Mitte 1988 - in den 60er-Jahren des 19. Jahrhunderts - Ende 2004 - im März 2005 - Mitte des 19. Jahrhunderts - 1804 - Anfang Februar 2004 - Mitte der 60er-Jahre des 20. Jahrhunderts - Mitte September 1996 - im Jahr(e) 1927 - Ende der 60er-Jahre des 20. Jahrhunderts - Ende Oktober 2001 - in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts - Anfang des 19. Jahrhunderts - in den 1950er-Jahren - Ende des 19. Jahrhunderts - am 27.02.2006 - zu Beginn des 19. Jahrhunderts - im Laufe des 20. Jahrhunderts

ZEITANGABE ZEITRAUM
früher sehr allgemein, bezeichnet nur, dass der Zeitraum in der Vergangenheit liegt
im 19. Jahrhundert bezeichnet den Zeitraum von 100 Jahren (1801 - 1900; im Alltagsleben oft auch von 1800 bis 1899)
.... ....
am 27.02.2006 bezeichnet einen bestimmten Tag eines Monats im Jahr 2006

Lösung

4. Ersetzen Sie die Jahreszahlen in den Sätzen durch sinnvolle allgemeinere Zeitangaben.

(1) 1989 hat die Weltbevölkerungszahl die Fünf-Milliarden-Grenze überschritten.
® Ende der 80er-Jahre des 20. Jahrhunderts hat die Weltbevölkerungszahl die Fünf-Milliarden-Grenze überschritten.
® Ende der 1980er-Jahre hat die Weltbevölkerungszahl die Fünf-Milliarden-Grenze überschritten.
(2) 1902 gab es auf der Erde gerade mal 1,8 Milliarden Menschen.
(3) Im Jahr 2025 sollen bereits über 9 Milliarden Menschen auf der Erde leben.
(4) 1974 hatte die Weltbevölkerungszahl die vierte Milliarde erreicht.
(5) Im Jahr 1950 betrug die Einwohnerzahl Europas 549 Millionen Menschen.
(6) Bis 1915 stieg die Lebenserwartung der Menschen in den Industrieländern auf etwa 53 Jahre.
(7) Von 1901 bis 2000 sank die Geburtenrate in Deutschland dramatisch.
(8) Das Schaubild stellt den Altersaufbau der Bevölkerung Deutschlands 2003 dar.


Aufgaben:

1. Informieren Sie sich über die Verben, die mit Zahlenangaben verbunden werden können.

2. Wie können Zahlen/Mengen in einem Satz/Text angegeben werden?

Beispiele:
(1) Auf 1.000 Mädchen und Frauen unter 20 Jahren kommen 1.513 Frauen ab 60 Jahre, bei den Männern beträgt dieses Verhältnis nur 1.000 zu 1.106.
(2) Ende 2007 lebten in Deutschland rund 3,5 Millionen Ausländerinnen, das waren knapp 50 Prozent der ca. 7,5 Millionen Einwohner mit ausländischer Staatsangehörigkeit.
(3) Ein Leben ohne Computer, Handys oder Internet ist für viele Menschen nicht mehr vorstellbar.


Informieren Sie sich über die Möglichkeiten des Rundens von Zahlen.

3. Wie heißt das Verb, wenn Sie
     (1) von 100,6 auf 100 runden ®
     (2) von 99,7 auf 100 runden ®

4. Runden Sie die folgenden Bevölkerungszahlen (2001) sinnvoll und verwenden Sie sie in einem kurzen Satz.
Nutzen Sie die Verben aus der Aufgabe 1.

Beispiel:
Im Jahr 2011 betrug die Bevölkerungszahl Bulgariens mehr als 7 Mio. Menschen.

Bulgarien
     7,36 Mio.
China
     1.339,72 Mio.
Deutschland
     81,75 Mio.
Frankreich
     65,45 Mio.
Marokko
     31,63 Mio.
Österreich
     8,40 Mio.
Polen
     38,19 Mio.
Russland
     142,91 Mio.
Schweiz
     7,87 Mio.
Tschechien
     10,53 Mio.
Vietnam
     90,55 Mio.


Die zukünftige Bevölkerungsentwicklung
In jeder Minute werden auf der Erde 152 Kinder geboren, das sind fast 80 Millionen in jedem Jahr. Im Verlauf des vergangenen 20. Jahrhunderts hat sich die Zahl der Menschen mehr als verdreifacht, von 1,8 auf derzeit über 6 Milliarden. Bliebe es, wie im letzten Jahrzehnt, bei einer Geburtenquote von 3 Kindern pro Frau, würde sich die Weltbevölkerung innerhalb von zwei Generationen noch einmal verdreifachen.
So schlimm wird es aber nicht kommen. Der Anstieg des Bevölkerungswachstums hat sich in den letzten Jahren verlangsamt, zahlreiche der Horrorszenarien aus den 70er- und 80er-Jahren haben sich als voreilig erwiesen. Doch die Menschheit wächst und wächst vorerst weiter. Laut einer "mittleren Prognose" von UN-Experten, die nach Einschätzung mancher Demographen zu optimistisch ist, wird die Zahl der Menschen bis zum Jahr 2050 auf etwa 10 Mrd. ansteigen - genug, um zu einer bedrohlichen Belastung für die Erde zu werden.
Wie es auf der Erde zugeht, wenn sie die Massen nicht mehr tragen kann, ist in apokalyptischen Bildern beschrieben worden: städtische Slums, alltägliches Verbrechen, Kriege um Wasser und Ackerland, Heere von Arbeitslosen, ein Desaster für die Umwelt. Solche Katastrophen-Szenarien sind keineswegs absurd und es wird höchste Zeit, sich damit auseinanderzusetzen. Denn der leichte Abwärtstrend bei den Geburten je Frau ändert nichts daran, dass mindestens bis zur Mitte des 22. Jahrhunderts die Lawine weiter anschwellen wird; 31 Prozent der jetzt Lebenden sind jünger als 15 Jahre, die Hälfte ist unter 24. Der Zug zu den 10 Milliarden Menschen ist bereits abgefahren, er ist schon jetzt nicht mehr anzuhalten.
Der steilste Anstieg von Geburten steht den Ländern der so genannten Dritten Welt bevor, Regionen also, die sowieso heimgesucht sind von Versorgungskrisen und politischer Labilität. Bereits in 25 Jahren werden 85 Prozent der Weltbevölkerung auf der südlichen Erdhalbkugel leben. Indiens Bevölkerung, gerade auf eine Milliarde angewachsen, wird bis dahin auf 1,4 Milliarden zunehmen, um wenig später sogar China zu überholen. Um den heutigen Lebensstandard in Indien zu halten, müssten jedes Jahr 127.000 neue Schulen gebaut, vier Millionen Arbeitsplätze geschaffen und zusätzlich 10 Millionen Tonnen Nahrungsmittel bereit gestellt werden - ein kaum lösbare Aufgabe.
Erst Mitte dieses Jahrhunderts, so schätzen Optimisten, werden sich die Zahlen stabilisieren. Aber bis dahin werden sich nach einer Hochrechnung der Weltbank allein die Afrikaner von jetzt 821 Millionen auf 1,9 Milliarden vermehrt haben. In Lateinamerika, wo jetzt rund 500 Millionen Menschen leben, werden es in 20 Jahren 820 Millionen sein, und ein Drittel davon kommt aus Brasilien.
(Nach: SPIEGEL, Heft 20/2000, S. 141-143)

Worterklärungen:

  • Horrorszenarium - S: das;-s;-rien - Zus.: Szenarium - Bed.: ein schreckliches Geschehen
  • Demograph - S: der;-en;-en - S: Demographie - Adj.: demographisch - Bed.: ein Wissenschaftler, der sich mit der Bevölkerungswissenschaft (Demographie) beschäftigt
  • Slum - S: der;-s;-s - Bed.: ein Stadtviertel einer Großstadt, in dem sehr arme Menschen in schlechten Verhältnissen leben
  • Heer - S: das;-s;-e - Bed.: hier: eine sehr große Menge
  • Desaster - S: das;-s;- - Bed.: eine Katastrophe
  • Lawine - S: die;-;-n - Bed.: eine sehr große Menge; "die Lawine wird weiter anschwellen" = die Zahl wird sehr stark ansteigen
  • heimsuchen - V: suchte heim/heimgesucht haben - S: Heimsuchung - Bed.: plagen
  • Hochrechnung - S: die;-;-en - V: hochrechnen - Bed.: eine mit statistischen Methoden errechnete Prognose


  • Aufgaben:

    1. Lesen Sie den Text und klären Sie zunächst mithilfe des "Großwörterbuchs Deutsch als Fremdsprache" die unbekannten Wörter.

    2. Stellen Sie zu jeder Zeitangabe Informationen zusammen.

    ZEITANGABE INFORMATIONEN
    jede Minute 152 Kinder auf der Erde geboren = ca. 80 Mio./Jahr
    im 20. Jh. Verdreifachung der Zahl der Menschen (1,8 ® 6 Mrd.)
    innerhalb von 2 Generationen ...
    ... ...

    Musterlösung

    3. Schreiben Sie mithilfe dieser Informationen (ohne Hilfe des Textes!) einen Text zum Thema "Die zukünftige Bevölkerungsentwicklung".

    Hinweis:
    Ein häufiger Fehler ist die folgende Formulierung: *"In Deutschland gibt es ungefähr 11,5 Mio. Kinder unter 15 Jahre alt."
    Verwenden Sie bitte die korrekte Formulierung: "In Deutschland gibt es ungefähr 11,5 Mio. Kinder unter 15 Jahren.
    Außerdem: über 15 Jahren; im Alter von 15 Jahren; mit 15 Jahren



    Die Entwicklung der Wachstumsrate der Bevölkerung
    Die im 18. Jahrhundert eingesetzten Maßnahmen der Bevölkerungspolitik - vor allem die Förderung der Geburten, die Einführung eines medizinischen Systems zur Senkung der Sterblichkeit sowie die Unterstützung der Einwanderung bei gleichzeitigem Verbot der Auswanderung - zeigten in ihrer Summe Wirkung: Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate der Bevölkerung Europas stieg vom Zeitraum 1750 - 1800 bis zum Zeitraum 1850 - 1900 kontinuierlich von 0,44 auf 0,79 Prozent. Die Wachstumsrate der Weltbevölkerung erhöhte sich im gleichen Zeitraum ebenfalls, jedoch wesentlich schwächer, von 0,43 auf 0,54 Prozent.
    Im 20. Jahrhundert setzte sich der Anstieg der Wachstumsrate der Weltbevölkerung fort, während sich das Wachstum in Europa im gleichen Zeitraum abschwächte und im Falle Deutschlands - ohne Berücksichtigung von Einwanderungen - seit 1972 in die Schrumpfung überging.
    Deutschland war Ende der 70er-Jahre des vorigen Jahrhunderts das Land mit der niedrigsten Geburtenrate der Welt. Die übrigen europäischen Staaten sind ihm später auf dem Weg zu niedrigen Geburtenraten mit einem Abstand von zwei bis drei Jahrzehnten gefolgt. Inzwischen verzeichnen die Länder im Süden und im Osten Europas, aber auch außereuropäische Staaten wie Japan und Hongkong ähnlich niedrige oder noch niedrigere Geburtenraten wie die in Deutschland lebende Bevölkerung mit deutscher Staatsangehörigkeit, deren durchschnittliche Geburtenrate 1,2 Kinder pro Frau beträgt. Bei der zugewanderten Bevölkerung in Deutschland liegt die Geburtenrate mit 1,9 Kindern je Frau dagegen bislang weit über dem Durchschnitt der 15 Länder der Europäischen Union mit 1,5. Dies beruht darauf, dass die Mehrheit der in die Bundesrepublik Deutschland Zugewanderten aus außereuropäischen Herkunftsländern stammt, in denen die Geburtenraten wesentlich höher sind als in den Industrieländern.
    (Nach: Informationen zur politischen Bildung, Nr. 282/2004, S. 6)

    Aufgaben:

    1. Lesen Sie den Text und klären Sie zunächst mithilfe des "Großwörterbuchs Deutsch als Fremdsprache" die unbekannten Wörter.

    2. Welche sprachlichen Mittel können Sie verwenden, wenn Sie darstellen möchten, dass es sich bei einer Zahl um einen Durchschnittswert (Ø) handelt?

    Beispiel:
    Kinderzahl pro Frau in Deutschland: 1,3

    3. Welche sprachlichen Mittel werden im Text verwendet, um Prozesse genauer, deutlicher zu bezeichnen? Das Fragewort heißt Wie?.

    Beispiele:

    allgemeine Aussage:
    Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate der Bevölkerung Europas stieg vom Zeitraum 1750 - 1800 bis zum Zeitraum 1850 - 1900.
    präzisierte Aussage:
    Wie? ® kontinuierlich
    Wie? ® von 0,44 auf 0,79 Prozent
    Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate der Bevölkerung Europas stieg vom Zeitraum 1750 - 1800 bis zum Zeitraum 1850 - 1900 kontinuierlich von 0,44 auf 0,79 Prozent.

    Sprachliche Mittel:
    - Adverb: stark; rasant; wesentlich schwächer
    - Wortgruppe: mit einem Abstand von zwei bis drei Jahrzehnten
    - Zahlenwerte:
       von [Anfangswert] auf [Endwert]
       von [Anfangswert] über [Zwischenwert] auf [Endwert]
       von [Anfangswert] über [Zwischenwert1] und [Zwischenwert2] auf [Endwert]
       auf [Endwert]
       um [Differenz]
       von [Anfangswert] um [Differenz] auf [Endwert]

    Welche Präzisierungen werden im Text verwendet?

    4. Stellen Sie die Informationen über
    (1) die Wachstumsrate der Bevölkerung in verschiedenen Regionen
    (2) die Geburtenrate in verschiedenen Regionen
    zusammen.

    REGION ZEIT WACHSTUMSRATE
    ... ... ...


    REGION ZEIT GEBURTENRATE
    ... ... ...

    Lösung

    5. Sprechen Sie mithilfe der Informationen aus Aufgabe 4 über die Wachstumsrate und die Geburtenrate in verschiedenen Regionen.


    6. Beantworten Sie Fragen zum Text in kurzen nominalen Stichpunkten.

    Jede fünfte junge Frau verzichtet auf Mutterglück
    Laut Statistischem Bundesamt kamen im vergangenen Jahr 2009 bundesweit 651.000 Jungen und Mädchen zur Welt und damit weniger als halb so viele wie im Rekordjahr 1964, als die Statistiker 1,36 Mio. Geburten registrierten. Ein Grund für das neue Allzeittief von 2009 ist die sinkende Zahl von Frauen im gebärfähigen Alter. So ging die Zahl der 15- bis 49-Jährigen zuletzt um rund eine halbe Million zurück. Experten machen aber auch die Weltfinanzkrise für den erneuten Rückgang verantwortlich. Denn in wirtschaftlich unsicheren Zeiten sacken die Geburtenzahlen stets ab.
    Nicht nur der steigende Anteil der Kinderlosen lässt die hiesige Bevölkerung schrumpfen. Auch der Rückzug der Kinderreichen trägt dazu bei. In Westdeutschland haben die Familien im Regelfall heute zwei Kinder, im Osten ist die Ein-Kind-Familie der Standard. Nur jede fünfte Mutter bekommt hierzulande drei oder mehr Kinder. Das ist kein Wunder, denn die Familiengründung hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich nach hinten verschoben. Bekam man in den 60er- und 70er-Jahren sein erstes Kind im Durchschnitt schon mit 23 Jahren, denken viele Paare heute erst an Kinder, wenn die biologische Uhr zu ticken beginnt. Gerade Akademikerinnen schieben ihren Kinderwunsch sehr lange auf, und bleiben am Ende überdurchschnittlich häufig kinderlos. Dieser Zusammenhang zwischen niedriger Kinderzahl und hohem Bildungsstand ist allerdings in Ostdeutschland weniger ausgeprägt als im Bundesdurchschnitt. Hier führt nämlich ein ausgebautes Kinderbetreuungsangebot dazu, dass die Frauen Kind und Karriere besser miteinander verbinden können.
    Auch die Ausländer ziehen die Geburtenraten nur mäßig in die Höhe. Mit durchschnittlich 1,6 Kindern pro Frau haben Migrantinnen zwar mehr Nachwuchs als die Deutschen, die bei 1,3 liegen. Doch Mitte der 70er-Jahre bekamen die hier lebenden Ausländerinnen noch durchschnittlich fast 2,7 Kinder. Vor allem die gut integrierten Migranten aus Polen, Italien, Griechenland oder Spanien unterscheiden sich in ihren Familiengrößen heute nicht mehr von den Einheimischen.
    Fehlender Nachwuchs und steigende Lebenserwartung führen dazu, dass die deutsche Bevölkerung bis 2060 von heute knapp 82 Millionen auf 70 oder gar 65 Millionen schrumpfen wird. Jeder Dritte wird dann mindestens 65 Jahre alt sein. Gleichzeitig wird der Anteil der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter um bis zu einem Drittel kleiner sein als heute. Doch nach dem "Demographic Risc Atlas" wird nicht ganz Deutschland zum Altenheim. Einige Städte und Regionen wie Hamburg, Stuttgart oder Teile von Bayern werden attraktiv für Familien sein. Düsterer sieht es hingegen für weite Teile Ostdeutschlands aus.
    (Nach: Welt am Sonntag vom 23.05.2010, S. 7)

    Nr. Frage Informationen
    1 Wie hat sich die Geburtenzahl in den vergangenen knapp 50 Jahren verändert? Warum? ...
    2 Wie hat sich die Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter verändert? ...
    3 Wie viel Prozent der Frauen haben 3 oder mehr Kinder? Warum? ...
    4 Wer bekommt besonders spät Kinder? ...
    5 Warum bekommen ostdeutsche Akademikerinnen im Durchschnitt mehr Kinder als westdeutsche? ...
    6 Wie hat sich die Kinderzahl von Migrantinnen in den vergangenen 35 Jahren verändert? ...
    7 Wie wird sich die Einwohnerzahl Deutschlands in den nächsten 50 Jahren verändern? Warum? ...
    8 Wie viel Prozent der Menschen wird 2060 im erwerbsfähigen Alter sein? ...

    Musterlösung

    7. Lesen Sie den Text mithilfe eines Wörterbuchs und stellen Sie die Informationen über die Entwicklung der durchschnittlichen Kinderzahl pro Frau in Deutschland zusammen.
    Sprechen Sie mithilfe der Informationen über diese Entwicklung. Ordnen Sie vorher die Informationen sinnvoll.

    Statistisches Bundesamt: Geburtenrate – Osten überholt erstmals Westen
    Erstmals seit acht Jahren ist die Geburtenrate der Frauen wieder gestiegen. Der Osten überholt bei der Kinderzahl den Westen zum ersten Mal seit der Wiedervereinigung. Jede Frau bringt durchschnittlich 1,38 Kinder zur Welt. Der Trend zu späteren Geburten hält an.
    Hoffnungsschimmer bei der Geburtenentwicklung: Erstmals seit acht Jahren ist die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau in Deutschland wieder leicht gewachsen. Sie stieg von 1,37 im Jahr 2007 auf 1,38 im vergangenen Jahr, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Das ist vor allem den Frauen ab etwa 30 Jahren sowie ostdeutschen Müttern zu verdanken. Erstmals seit der Wiedervereinigung liegt die durchschnittliche Kinderzahl im Osten wieder höher als im Westen.
    Die durchschnittliche Kinderzahl je Frau lag zum letzten Mal im Jahr 2000 bei 1,38. Danach sank sie auf 1,33 im Jahr 2006. Zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung 1990 hatte sie noch bei 1,45 gelegen. Danach sackte sie vor allem wegen eines Einbruchs bei den Geburten in Ostdeutschland auf 1,25 im Jahr 1995 ab. Im Osten lag die durchschnittliche Kinderzahl damals nur noch bei 0,84 - gegenüber 1,52 im Jahr 1990 war das fast eine Halbierung.
    In den vergangenen Jahren ging die durchschnittliche Geburtenzahl im Osten wieder kräftig in die Höhe: Sie stieg von 1,30 im Jahr 2006 auf 1,37 im Jahr 2007, im vergangenen Jahr lag sie bei 1,40 und damit auf dem höchsten Wert seit der Wiedervereinigung. Im Westen blieb die durchschnittliche Geburtenzahl 2008 unverändert bei 1,37 und fiel damit etwa so hoch aus wie 2004, nachdem sie zwischenzeitlich etwas abgenommen hatte. Sie war aber niedriger als in den Jahren 1996 bis 2000.
    Zudem setzt sich der Trend zu späteren Geburten fort: Während bei den jüngeren Frauen die durchschnittliche Zahl der Geburten auch 2008 zurückging, stieg sie bei den Frauen ab etwa 30 Jahren. In absoluten Zahlen wurden im vergangenen Jahr in Deutschland rund 683.000 Kinder geboren, das waren etwa 2.000 weniger als ein Jahr zuvor.
    Die durchschnittliche Kinderzahl gibt an, wie viele Kinder eine Frau im Laufe ihres Lebens bekommen würde, wenn ihr Geburtenverhalten so wäre wie das aller Frauen zwischen 15 und 49 Jahren im jeweils betrachteten Jahr. Wie viele Kinder ein Frauenjahrgang tatsächlich im Durchschnitt geboren hat, kann erst festgestellt werden, wenn die Frauen am Ende des gebärfähigen Alters sind, das zurzeit mit 49 Jahren definiert wird.
    Bei der Berechnung der durchschnittlichen Kinderzahl je Frau werden alle Kinder berücksichtigt, die im Laufe eines Jahres geboren werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Eltern miteinander verheiratet sind oder nicht. Auch die Frage, ob es sich um das erste, zweite oder ein weiteres Kind der Frau handelt, ist bei dieser Berechnung unerheblich.
    (Nach: http://www.welt.de/politik/deutschland/article4461073/Geburtenrate-Osten-ueberholt-erstmals-Westen.html)

    Lösung


    Immer mehr Menschen in den armen Ländern
    Die Weltbevölkerung wird nach neuesten Schätzungen der Vereinten Nationen bis zum Jahr 2050 von derzeit 6,5 auf mehr als 9,1 Milliarden Menschen anwachsen. Die Experten korrigierten in einer Studie ihre früheren Erwartungen etwas nach oben. Fast das gesamte Wachstum wird auf die 50 ärmsten Länder der Welt entfallen, während die Zahl der Menschen in den entwickelten Regionen insgesamt etwa gleich bleiben dürfte. Im Jahr 2050 werden nach den Prognosen 7,9 Milliarden Menschen die armen Regionen bevölkern, in den entwickelten Ländern werden es lediglich 1,2 Milliarden sein. In einigen Staaten könnte sich die Zahl der Menschen in den kommenden 45 Jahren sogar verdreifachen, die meisten Länder dieser Gruppe liegen in West- und Zentralafrika. Für solche Länder ergeben sich besonders schwere Belastungen. Die Armut in diesen Gebieten ist nur dann erfolgreich zu bekämpfen, wenn sich das Bevölkerungswachstum verlangsamt. Die Familienplanung ist die Schlüsselmaßnahme im Kampf gegen die Armut. Nach Einschätzung von UN-Experten wird der afrikanische Kontinent die international angepeilten Millenniumsziele kaum noch erreichen können. Die Weltgemeinschaft hatte sich verpflichtet, die Zahl der Armen auch südlich der Sahara bis zum Jahr 2015 zu halbieren.
    Trotz insgesamt sinkender Geburtenraten bekommen derzeit Frauen in 35 der 148 armen Staaten immer noch mehr als 5 Kinder. Allerdings gibt es auch eine Reihe von Entwicklungsländern, in denen die Geburtenrate bereits unter zwei Kinder pro Frau gesunken ist. Zu dieser Gruppe zählt auch China. Indien dürfte China als bevölkerungsreichstes Land der Welt schon bis zum Jahr 2030 überholt haben - etwas früher als bislang erwartet. 2050 werden in Indien nach den Schätzungen fast 1,6 Milliarden Menschen leben, in China knapp 1,4 Milliarden. Die Bevölkerung in Europa, Russland und auch Japan wird nach der Prognose insgesamt leicht schrumpfen, in Deutschland von 82 auf 78 Millionen. In Frankreich und Großbritannien rechnen die Experten dagegen mit einem leichten Anstieg. Die durchschnittliche Lebenserwartung wird weltweit um etwa 10 Jahre von 65 auf 75 Jahre zunehmen. Die deutliche Alterung der Bevölkerung ist ein weltweites Phänomen, aber die reichen Staaten sind darauf viel besser vorbereitet als die armen Länder. Dort fehlen die finanziellen Mittel, um immer mehr alternde Menschen zu versorgen. Die Zahl der Bewohner über 60 Jahre wird sich bis 2050 auf fast zwei Milliarden verdreifachen. In den Industrieländern steigt der Anteil der über 60-Jährigen von 20 auf voraussichtlich 32 Prozent.
    (Nach: Süddeutsche Zeitung vom 26/27.02.2005, S.10)

    Worterklärung:

  • Millenium - S: das;-s;-ien - Bed.: Jahrtausend

    Aufgaben:

    1. Lesen Sie den Text und klären Sie zunächst mithilfe des "Großwörterbuchs Deutsch als Fremdsprache" die unbekannten Wörter.

    2. Wie heißen die Verben?
         2x - ; 3x - ; 4x - ; 10x - ; 20x - ; 100x - ; 1/2x - ; 1/3x - ; 1/4x

    3. Welche allgemeinen Zeitbezeichnungen kennen Sie für
    - die Vergangenheit: in der Vergangenheit, ...
    - die Gegenwart: in der Gegenwart, ...
    - die Zukunft: in der Zukunft, ...

    4. Stellen Sie in einer Tabelle die Verben zusammen, die
    - eine Entwicklung nach oben: steigen, ...
    - eine Entwicklung nach unten: sinken, ...
    - keine Veränderung: gleich bleiben, ...
    bezeichnen.
    Bilden Sie zu jedem Verb die Stammformen und das Substantiv.
    Nutzen Sie die Tabelle im Internet.

    5. Ordnen Sie die folgenden Zusammensetzungen bzw. Wortgruppen mit dem Wort Bevölkerung in die Tabelle ein. Ergänzen Sie den Artikel.
    Entscheiden Sie, ob eine Zunahme oder Abnahme der Bevölkerungszahl ausgedrückt wird. Geben Sie, wenn es möglich ist, an, wie die Bevölkerung zu- bzw. abnimmt.

    Bevölkerungszunahme - Bevölkerungsabnahme - Bevölkerungsanstieg - Bevölkerungsexplosion - Bevölkerungswachstum - Bevölkerungsschwund - Anschwellen der Bevölkerung - "Bevölkerungsbombe" - Bevölkerungsrückgang - Bevölkerungsexpansion - Bevölkerungszuwachs - "Bevölkerungslawine"

    ZUNAHME ABNAHME
    die Bevölkerungszunahme die Bevölkerungsabnahme
    ... ...


    6. Formulieren Sie mithilfe der Grafik Sätze über die Entwicklung der Geburtenrate, der Sterberate, der Immigration und der Emigration in Schweden. Verwenden Sie in jedem Satz
    - eine allgemeine Zeitangabe
    - ein passendes Veränderungsverb
    - eine Präzisierung der Information

    ZEITANGABE ALLGEMEINE
    ZEITANGABE
    VERÄNDERUNG VERÄNDERUNGS-
    VERB
    SATZ
    Geburtenrate:
    1876 - 1901
    Ende des 19. Jahrhunderts 3% ® 2,6% sinken Ende des 19. Jahrhunderts ist die Geburtenrate in Schweden von 3 Prozent auf 2,6 Prozent gesunken.
    Geburtenrate:
    1930 - 1940
    in den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts 1,4% ® 1,9% steigen ...
    Sterberate:
    1805 - 1820
    ... ... ® ... ... ...
    Sterberate:
    1950 - 1984
    ... ... ® ... ... ...
    Emigration:
    1876 - 1885
    ... ... ® ... ... ...
    Emigration:
    1901 - 1915
    ... ... ® ... ... ...
    Immigration:
    1915 - 1930
    ... ... ® ... ... ...




    7. Stellen Sie zu jeder Zeitangabe im Text eine Information zusammen:
    Schreiben Sie mithilfe dieser Informationen (ohne Hilfe des Textes!) einen Text zum Thema "Die zukünftige Bevölkerungsentwicklung".
    Beachten Sie die Schreibung der Wörter:
    die über 60-jährigen Menschen
    die über 60-Jährigen

    ZEITANGABE INFORMATION
    heute Weltbevölkerung: 6,5 Mrd. Menschen
    2050 9,1 Mrd. (Schätzungen der EU)
    ...

    Lösung

    Beispieltext:
    Ich möchte über die zukünftige Entwicklung der Bevölkerungszahlen auf der Erde informieren. Gegenwärtig leben auf der Erde etwa 6,5 Milliarden Menschen. ...


    8. Beschreiben Sie die Entwicklung der
    - Zahl der ausländischen Studenten in Deutschland
    - Zahl der deutschen Studenten im Ausland
    von 1996 bis 2006 nach der Methode von Aufgabe 6.
    Schreiben Sie zu den beiden dargestellten Entwicklungen jeweils einen Satz und verwenden Sie in jedem Satz 4 Zahlenangaben. Achten Sie auf die richtigen Präpositionen zur Präzisierung der beiden Aussagen.



    (Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 19./20.01.2008, S. C4)

    Schwerpunkt 2: Begriffe erklären

    Aufgaben:

    1. Erklären Sie die Bedeutungen der folgenden Wörter.

    Mensch - Leute - Menschheit - Volk - Bevölkerung - Einwohner - Bewohner - Bürger - Person - Individuum - Erdenbürger - Homo sapiens

    BEZEICHNUNG ERKLÄRUNG
    der Mensch
    Plural: die Menschen
    Lebewesen, die sich durch best. Eigenschaften von den Tieren unterscheiden
    die Leute
    kein Singular
    ...
    ... Menschheit
    Plural: ...
    ...
    ... Volk
    Plural: ...
    ...
    ... Bevölkerung
    Plural: ...
    ...
    ... Einwohner
    Plural: ...
    ...
    ... Bewohner
    Plural: ...
    ...
    ... Bürger
    Plural: ...
    ...
    ... Person
    Plural: ...
    ...
    ... Individuum
    Plural: ...
    ...
    ... Erdenbürger
    Plural: ...
    ...
    ... Homo sapiens
    Plural: ...
    ...

    Lösung

    2. Erklären Sie die Begriffe aus Aufgabe 1.
    Verwenden Sie die Verben:
    + sein
    + bezeichnen als
    + (bei) sich handeln um [+ es]
    + verstehen unter
    Verwenden Sie für die Erklärungen entweder das Passiv oder das Pronomen "man".

    3. Setzen Sie die passenden Substantive aus Aufgabe 1 ein.

    (1) Rund 1,4 Millionen ........ waren laut Barmer allein im vergangenen Winter deutschlandweit an Grippe erkrankt.
    (2) Mit der Entwicklung des Roboters hat sich ein alter Traum der ........ erfüllt.
    (3) Jede Sekunde begleitet diese Naturwissenschaft jedes einzelne ........ dieser Welt durch das tägliche Leben.
    (4) Ein Mensch wird geboren. Und schon tauchen die ersten Fragen auf. Ist das Kind gesund? Kann ich dem neuen ........ genügend Liebe und Unterstützung geben? Was wird die Zukunft bringen?
    (5) Das Tages-Magazin NEWS soll vor allem junge, moderne ........ ansprechen, die sich knapp, aber umfassend informieren wollen.
    (6) Bei dem Hausbrand erlitten nach Angaben der Polizei einige ........ leichte Verletzungen.
    (7) "Wir sind ein Land, ein ........ und wir müssen Politik für ganz Deutschland machen", sagte Bundeskanzler Schröder.
    (8) Ein typisches Merkmal des ........ ist, dass sowohl der Ober- als auch der Unterkiefer leicht reduziert ist.
    (9) 70 Prozent der US-........ gaben bei einer Umfrage an, vor allem beim Ausgehen, bei größeren Anschaffungen wie Computer oder Autos und beim Urlaub zu sparen.
    (10) Bei der in Deutschland lebenden ausländischen ........ hat sich im Zeitraum von 1960 bis 2007 der Anteil der Mädchen und Frauen mehr als verdoppelt.
    (11) Ende 2007 lebten in Deutschland 3,5 Millionen Ausländerinnen, das waren 49 Prozent der rund 7,3 Mio. ........ mit ausländischer Staatsangehörigkeit.

    4. Bilden Sie Zusammensetzungen mit den Wörtern der Aufgabe 1. Verwenden Sie die Wörter - wenn das möglich ist - sowohl als Grundwort als auch als Bestimmungswort.

    WORT GRUNDWORT BESTIMMUNGSWORT
    Mensch der Steinzeitmensch das Menschenrecht
    Menschheit ... ...
    Volk ... ...
    Bevölkerung ... ...
    Einwohner ... ...
    Bewohner ... ...
    Bürger ... ...
    Person ... ...

    Lösungsvorschlag

    Erklären Sie die Bedeutung dieser Zusammensetzungen, indem Sie Wortgruppen/Nebensätze bilden.

    Beispiel:
    - der Steinzeitmensch ® ein Mensch, der in der Steinzeit gelebt hat
    - das Menschenrecht ® ein Recht aller Menschen

    Informieren Sie sich:
    Was sind
    - Angstbürger
    - Wutbürger

    5. Erklären Sie die Bedeutungen der Zusammensetzungen in jeweils einem kurzen Satz.

    die Agrarbevölkerung Die Agrarbevölkerung ist die Bevölkerung, die auf dem Land lebt und sich mit Landwirtschaft beschäftigt.
    die Erdbevölkerung ...
    die Grenzbevölkerung ...
    die Inselbevölkerung ...
    die Küstenbevölkerung ...
    die Landbevölkerung ...
    die Stadtbevölkerung ...
    die Weltbevölkerung ...
    die Zivilbevölkerung ...


    6. Recherchieren Sie im Internet. Erklären Sie die folgenden Begriffe.

    BEGRIFF INFORMATIONEN BEGRIFFSERLÄRUNG
    die Demografie die Wissenschaft
    befasst sich statistisch mit Entwicklung von Bevölkerungen u. deren Strukturen (zahlenmäßige Gliederung, regionale Verteilung)
    Unter Demografie versteht man eine Wissenschaft, die sich statistisch mit der Entwicklung von Bevölkerungen und deren Strukturen befasst, wie zum Beispiel mit der zahlenmäßigen Gliederung sowie der regionalen Verteilung.
    der Migrant ... ...
    der Babyboom ... ...
    der Inselstaat ... ...
    die Anökumene ... ...
    der Generationenvertrag ... ...
    die Fertilitätsrate ... ...



    Bevölkerungsprobleme
    In der Demographie bezeichnet der Begriff "Bevölkerungsproblem" die negativen Auswirkungen der Veränderung der Bevölkerungszahl sowie der Bevölkerungsstruktur auf die Lebensbedingungen des Menschen. Negative Auswirkungen können aber nicht nur aus einer wachsenden, sondern auch aus einer schrumpfenden Bevölkerung entstehen.
    "Bevölkerungsprobleme" wurden schon in der Antike diskutiert, aber die wissenschaftliche Beschäftigung mit Bevölkerungsfragen setzte erst im 17. bis 18. Jahrhundert mit dem Wirtschaftssystem des Merkantilismus ein. In dieser Epoche des Bevölkerungsoptimismus wurde die Unterbevölkerung, nicht die Überbevölkerung als das Hauptbevölkerungsproblem betrachtet. Durch Kriege, durch Seuchen und Hungersnöte hatte die Bevölkerung in vielen Ländern Europas stark abgenommen. Der Merkantilismus betrachtete jedoch eine große Bevölkerungszahl als das beste Mittel zur Hebung des wirtschaftlichen Wohlergehens eines Landes.
    Mit der Zunahme der Bevölkerung im Verlauf der Industrialisierung änderte sich die Einstellung gegenüber Bevölkerungsfragen radikal. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde immer mehr die Überbevölkerung als Ursache der wirtschaftlichen und sozialen Probleme und der Armut betrachtet. Thomas Robert Malthus ersetzte in seinem 1798 in England publizierten Bevölkerungsgesetz den Bevölkerungsoptimismus des Merkantilismus durch einen tiefen Bevölkerungspessimismus. In seinem "Bevölkerungsgesetz" hatte Malthus behauptet, dass sich die Bevölkerung nach einer geometrischen Reihe, die Nahrungsmittelerzeugung jedoch nach einer arithmetischen Reihe entwickle. Früher oder später müsse die Bevölkerung an die Nahrungsmittelschranke stoßen. Malthus sah in seinem "Bevölkerungsgesetz" ein unabänderliches Naturgesetz. Glücklicherweise ist die malthusianische Bevölkerungstheorie falsch. Denn genau das Umgekehrte trifft zu: Die Pro-Kopf-Nahrungsmittelerzeugung wächst sowohl in den Industrieländern als auch in den meisten Entwicklungsländern schneller als die Bevölkerung. Trotzdem gilt auch heute noch in weiten Teilen der Öffentlichkeit das Ernährungsproblem als das entscheidende Bevölkerungsproblem. Wir wissen jedoch, dass die Ackerböden und Meere der Erde ausreichen, um das Doppelte und Dreifache der heutigen Weltbevölkerung zu ernähren. Wenn es trotzdem Hunger gibt, liegt das nicht an der Bevölkerungsentwicklung, sondern an der ungleichen Landverteilung zwischen Arm und Reich, an Lager-, Transport- und Verteilungsproblemen und am mangelnden politischen Willen, das Ernährungsproblem zu lösen.

    Worterklärungen:

  • Antike - S: die;-;kein Plural - Synonym: Altertum - Bed.: der älteste (kulturelle) Zeitraum der Griechen und Römer
  • Seuche - S: die;-;-n - Bed.: die Epidemie; eine ansteckende Krankheit, die sehr viele Menschen in kurzer Zeit bekommen
  • Hungersnot - S: die;-;-nöte - Zus.: Not - Bed.: eine Situation, in der die Menschen in einem bestimmten Gebiet nicht genug zu essen haben
  • Wohlergehen - S: das;-s;kein Plural - Bed.: der Wohlstand; die Menschen haben alles, was sie zum Leben brauchen
  • radikal - Adj./Adv. - Bed.: sehr stark
  • unabänderlich - Adj./Adv. - Bed.: etwas steht fest und kann nicht geändert werden

    Aufgaben:

    1. Erklären Sie mithilfe der Informationen aus dem Text die folgenden Begriffe.
    - Bevölkerungsproblem
    - Bevölkerungsoptimismus
    - Bevölkerungspessimismus
    - Merkantilismus
    - Bevölkerungsgesetz nach Malthus

    BEGRIFF VERB OBERBEGRIFF MERKMALE
    Bevölkerungsproblem verstehen unter das Problem negative Auswirkungen der wachsenden bzw. schrumpfenden Bev.-Zahl sowie der Bev.-Struktur auf Lebensbedingungen des Menschen
    Bevölkerungsoptimismus bezeichnen als ... ...
    Bevölkerungspessimismus sich handeln um ... ...
    Merkantilismus sein ... ...
    Bevölkerungsgesetz nach Malthus verstehen unter ... ...

    Lösungsvorschlag

    2. Ursache - Folge - Beziehung

    (1) Was sind die Ursachen bzw. Folgen für die folgenden Tatsachen? Informieren Sie sich vor allem in den bisher gelesenen Texten.

    URSACHE FOLGE
    Einführung eines medizinischen Systems im 18. Jahrhundert ?
    ? Rückgang der Bevölkerung in Deutschland seit den 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts
    ? hohe Geburtenrate bei zugewanderter Bevölkerung in Deutschland
    ? Armut in den Ländern der Dritten Welt
    Seuchen und Hungersnöte in europäischen Ländern in der Vergangenheit ?
    ? noch heute Hunger auf der Welt
    ? städtische Slums
    ? Malthus: Postulierung eines Bevölkerungspessimismus
    ? Bevölkerungstheorie nach Malthus ist falsch

    Lösungsvorschlag

    (2) Stellen Sie diese Ursache-Folge-Beziehungen in einem Satz dar.
    Informieren Sie sich vorher über sprachliche Mittel, die Sie für eine Verbindung von Ursache und Folge verwenden können.
    - Kausalsatz
    - Konsekutivsatz
    - Verben

    Lösungsvorschlag

    Schwerpunkt 3: Tabellen beschreiben

    Tabelle: Entwicklung der Weltbevölkerung

    Jahr
    Bevölkerung in Mrd.
    Differenz der Jahre
    0
    0,4
    ---
    1804
    1
    ~1800
    1927
    2
    123
    1960
    3
    33
    1974
    4
    14
    1987
    5
    13
    1999
    6
    12
    2011
    7
    11
    2050*
    9
    50
    * bei einer Geburtenrate von 2,0 Kindern pro Frau im gebärfähigen Alter
    (Nach: http://www.bpb.de/publikationen/OLHVTI,2,0,Historische_Entwicklung_der_Weltbev%F6lkerung.html#art2)

    Aufgabe:

    Beschreiben Sie die Tabelle nach der folgenden allgemeinen Methode und mithilfe der angegebenen sprachlichen Mittel:

    Wichtige methodische Hinweise:
    (1) Sehen Sie sich zuerst die Tabelle genau an und ermitteln Sie, was die wichtigsten Informationen sind ("Worum geht es in der Tabelle?").
    (2) Konzentrieren Sie sich auf die wichtigsten Informationen, d.h. lassen Sie das Unwichtige weg!
    (3) Fassen Sie gleiche oder ähnliche Informationen zusammen!
    (4) Runden Sie Zahlen, die nicht unbedingt exakt genannt werden müssen!
    (5) Geben Sie Zeitangaben allgemeiner wieder, wenn sie nicht konkret genannt werden müssen.

    1. Schritt: Nennen Sie das Thema der Tabelle.
         Verwenden Sie die Verben darstellen, zeigen, informieren über.
         Verbalisieren Sie, wenn es möglich ist.
         Verwenden Sie das Verb heißen, wenn die Tabelle einen Titel hat, der nichts oder nicht viel über den Inhalt aussagt.
         ® Beispiele

    2. Schritt: Nennen Sie eine sinnvolle Quelle der Informationen.
         Verwenden Sie die Verben stammen aus/von, kommen aus/von
         Verwenden Sie die Präposition aus bei Medien als Quelle.
         Verwenden Sie die Präposition von bei Personen oder Institutionen als Quelle.

    3. Schritt: Beschreiben Sie den allgemeinen Aufbau der Tabelle.
         Nennen Sie
         - die Zahl der Spalten (Verben: bestehen aus, sich zusammensetzen aus)
         - den allgemeinen Inhalt der Spalten (sprachliche Mittel: Apposition mit nämlich / und zwar)

    4. Schritt: Beschreiben Sie die konkreten (Zahlen-)Informationen durch
         allgemeine Verben mit Zahlenangaben
         Verben, die Entwicklungen nach oben, nach unten bzw. keine Veränderung bezeichnen

    Lösungsvorschlag


    Tabelle: Die Erde wird zu eng

    REGION
    vor einer Generation
    heute
    in einer Generation
    Weltbevölkerung
    3,0
    6,2
    9,0
    Industrieländer
    1,0
    1,2
    1,4
    Entwicklungsländer
    2,0
    5,0
    7,6
    (Zahlenangaben in Milliarden)
    (Quelle: Globus Verlag)

    Aufgabe:

    Beschreiben Sie die Tabelle nach der für Tabelle 1 gegebenen Methode.


    Tabelle: Weltbevölkerungsuhr 2005

    ANGABEN
    WELT
    INDUSTRIELÄNDER
    ENTWICKLUNGSLÄNDER
    Bevölkerung 2005
    6,56 Mrd.
    1,22 Mrd.
    5,34 Mrd.
    Geburten/Jahr
    137,0 Mio.
    13,5 Mio.
    123,5 Mio.
    Todesfälle/Jahr
    56,4 Mio.
    12,4 Mio.
    44,0 Mio.
    Zuwachs/Jahr
    80,6 Mio.
    1,1 Mio.
    79,5 Mio.
    (Quelle: Deutsche Stiftung Weltbevölkerung 10/2006)

    Aufgabe:

    Beschreiben Sie die Tabelle nach der für Tabelle 1 gegebenen Methode.


    Tabelle: Prognose der Kinderzahl pro Frau bis 2050

    JAHR
    am wenigsten entwickelte Länder
    Entwicklungsländer
    Industrieländer
    2000
    5,2
    3,1
    1,5
    2010
    4,5
    2,8
    1,5
    2020
    3,9
    2,4
    1,6
    2030
    3,3
    2,3
    1,7
    2040
    2,9
    2,2
    1,8
    2050
    2,4
    2,1
    1,8
    (Quelle: Vereinte Nationen 2005; www.dsw-online.de)

    Aufgabe:

    Beschreiben Sie die Tabelle nach der für Tabelle 1 gegebenen Methode.


    Tabelle: Die Stadtbevölkerung in Entwicklungsländern wächst rasant

    JAHR
    Stadtbevölkerung der EL
    Landbevölkerung der EL
    Stadtbevölkerung der IL
    Landbevölkerung der IL
    1950
    0,4
    1,3
    0,4
    0,4
    1960
    0,6
    1,7
    0,5
    0,4
    1975
    0,9
    2,1
    0,8
    0,3
    1985
    1,1
    2,5
    0,8
    0,3
    2000
    1,9
    2,9
    0,9
    0,3
    2010
    2,4
    3,0
    0,9
    0,2
    2025*
    3,9
    3,0
    1,0
    0,2
    (Angaben in Mrd.; *Prognosen der UN)
    (Quelle: Vereinte Nationen; Deutsche Stiftung Weltbevölkerung)

    Aufgabe:

    Beschreiben Sie die Tabelle nach der für Tabelle 1 gegebenen Methode.


    Tabelle: Zusammenhang zwischen durchschnittlicher Kinderzahl und Schulbildung

    Bildung gehört zu den Faktoren, die entscheidend dazu beitragen, dass junge Frauen erst später ihr erstes Kind bekommen. Frauen, die eine Grundbildung erhalten haben, bekommen insgesamt weniger Kinder. Mit steigendem Bildungsniveau sind Frauen eher über Familienplanung informiert.

    Land Frauen ohne
    Schulbildung
    Frauen mit
    Grundschulbildung
    Frauen mit
    höhererSchulbildung
    Ägypten
    (Nordafrika)
    3,8
    3,4
    3,0
    Bolivien
    (Südamerika)
    6,8
    4,9
    2,7
    Honduras
    (Mittelamerika)
    4,9
    3,6
    2,2
    Malawi
    (Südafrika)
    6,9
    5,8
    3,8
    Nicaragua
    (Mittelamerika)
    6,7
    3,8
    2,7
    Uganda
    (mittleres Afrika)
    7,7
    7,2
    4,4
    (Quelle: Deutsche Stiftung Weltbevölkerung)

    Aufgabe:

    Beschreiben Sie die Tabelle nach der für Tabelle 1 gegebenen Methode.
    Hinweis: Lesen Sie zuerst den kurzen Text unter der Überschrift durch, damit sie wissen, worum es bei den Zahlen in der Tabelle geht.

    Musterlösung:

    Die Tabelle stellt den Zusammenhang zwischen der durchschnittlichen Kinderzahl und der Schulbildung der Frauen in verschiedenen Regionen dar.
    Die Informationen stammen von der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung.
    Die Tabelle besteht aus vier Spalten, und zwar den Ländern sowie der durchschnittlichen Kinderzahl von Frauen ohne Schulbildung, mit Grundschulbildung bzw. mit höherer Schulbildung.
    In Ägypten in Nordafrika beträgt die durchschnittliche Kinderzahl von Frauen ohne Schulbildung knapp 4 Kinder, die Kinderzahl von Frauen mit Grundschulbildung im Durchschnitt knapp 3,5 und die der Frauen mit höherer Schubildung 3 Kinder.
    Im südafrikanischen Malawi bringen Frauen ohne Schulbildung durchschnittlich knapp 7 Kinder zur Welt, Frauen mit Grundschulbildung bekommen fast 6 und Frauen mit höherer Schulbildung weniger als 4 Kinder.
    In Uganda im mittleren Afrika schließlich bekommen die Frauen ohne Schulbildung durchschnittlich 7,7 Kinder, Frauen mit Grundschulbildung mehr als 7 und Frauen mit höherer Schulbildung im Durchschnitt knapp 4,5 Kinder.


    Tabelle: Bevölkerungswachstum in verschiedenen Ländern der Erde

    LAND
    BEVÖLKERUNG MITTE 2006
    BEVÖLKERUNG 2050
    DIFFERENZ
    WACHSTUMSRATE
    Guinea
    9,8 Mio.
    23,5 Mio.
    13,7 Mio.
    2,8%
    Indien
    1,1218 Mrd.
    1,628 Mrd.
    0,5062 Mrd.
    1,7%
    China
    1,3114 Mrd.
    1,437 Mrd.
    0,1256 Mrd.
    1,6%
    Marokko
    31,7 Mio.
    45,2 Mio.
    13,5 Mio.
    1,6%
    Dänemark
    5,4 Mio.
    5,5 Mio.
    0,1 Mio.
    0,2%
    Belgien
    10,5 Mio.
    11,0 Mio.
    0,5 Mio.
    0,1%
    Slowenien
    2,0 Mio.
    1,9 Mio.
    -0,1 Mio.
    0,0%
    Polen
    38,1 Mio.
    31,5 Mio.
    -6,6 Mio.
    0,0%
    Tschechien
    10,3 Mio.
    9,4 Mio.
    -0,9 Mio.
    -0,1%
    Deutschland
    82,4 Mio.
    75,1 Mio.
    -7,3 Mio.
    -0,2%
    Bulgarien
    7,7 Mio.
    5,1 Mio.
    -2,6 Mio.
    -0,5%
    (Quelle: Deutsche Stiftung Weltbevölkerung 2006)

    Aufgabe:

    Beschreiben Sie die Tabelle nach der für Tabelle 1 vorgestellten Methode.
    Hinweis: Achten Sie auf die methodischen Hinweise, die vor allem bei der Beschreibung einer umfangreichen Tabelle eine wichtige Rolle spielen.
    Beachten Sie auch die Musterlösung zur Tabelle "Zusammenhang zwischen durchschnittlicher Kinderzahl und Schulbildung"

    Musterlösung

    Schwerpunkt 4: Rangfolgen beschreiben

    Rangfolge: 10 Länder mit der niedrigsten Säuglingssterblichkeit 20081
    1. Singapur 2,4
    2. Schweden 2,5
    3. Finnland 2,7
    4. Japan 2,8
    5. Norwegen 3,1
    6. Frankreich 3,6
    7. Österreich 3,7
    8. Deutschland 3,9
    9. Schweiz 3,9
    10. Dänemark 4,0
    1 Todesfälle von Säuglingen pro 1.000 Lebendgeburten pro Jahr
    (Quelle: dsw-online; Länderdatenbank)

    Aufgabe:

    Beschreiben Sie die Rangfolge nach der folgenden allgemeinen Methode und mithilfe der angegebenen sprachlichen Mittel.

    Wichtige Hinweise:

    (1) Konzentrieren Sie sich auf die wichtigsten Informationen, d.h. lassen Sie das Unwichtige weg!
    (2) Fassen Sie gleiche oder ähnliche Informationen zusammen!
    (3) Runden Sie Zahlen, die nicht unbedingt exakt genannt werden müssen!

    1. Thema (= Rangfolge)
    2. Quelle der Informationen
    3. Beschreibung der Informationen durch

    1. Position an der 1. Stelle stehen
    auf dem 1. Platz liegen / stehen
    Spitzenreiter sein
    an der Spitze stehen
    an der 1. Position rangieren
    auf der 1. Position stehen
    Superlativ: das Land mit der niedrigsten / höchsten ...
    [bei Anteilen:] den Löwenanteil ausmachen
    2. Position an der 2. Stelle stehen
    auf dem 2. Platz liegen / stehen
    an der 2. Position rangieren
    auf der 2. Position stehen
    Superlativ: das Land mit der zweitniedrigsten / zweithöchsten ...
    weitere Positionen es folgen
    an der nächsten Stelle steht / an den nächsten Stellen stehen
    im Mittelfeld liegen o.Ä.
    vorletzte Positionen an der vorletzten Stelle stehen
    auf dem vorletzten Platz liegen / stehen
    an der vorletzten Position rangieren
    auf der vorletzten Position stehen
    letzte Positionen an der letzten Stelle stehen
    auf dem letzten Platz liegen / stehen
    an der letzten Position rangieren
    auf der letzten Position stehen
    Schlusslicht in dieser Rangfolge sein
    das Land mit der niedrigsten / höchsten ... o.Ä.



    Rangfolge: 10 Länder mit der höchsten Säuglingssterblichkeit 20081
    1. Afghanistan 163
    2. Sierra Leone 158
    3. Mali 134
    4. Angola 132
    5. Guinea-Bissau 117
    6. Guinea 113
    7. Irak   94
    8. Burkina Faso   89
    9. Ruanda   86
    10. Niger   81
    1 Todesfälle von Säuglingen pro 1.000 Lebendgeburten pro Jahr
    (Quelle: dsw-online)

    Aufgabe:

    Beschreiben Sie die Rangfolge nach der angegebenen allgemeinen Methode und mithilfe der dort genannten sprachlichen Mittel.

    Wichtiger Hinweis:
    Beachten Sie, dass in dieser Rangfolge der "schlechteste" Wert oben steht. Sie können also nicht beginnen:
    "Spitzenreiter ist Afghanistan mit ..."
    weil die Formulierungen "Spitzenreiter" oder "an der Spitze stehen" eine positive Bedeutung haben.
    Zu empfehlen sind deshalb neutrale Formulierungen, wie z.B.
    "Das Land mit der höchsten Säuglingssterblichkeit ist Afghanistan mit ... Es folgen ... Das Land mit der niedrigsten Säuglingssterblichkeit in dieser Rangfolge ist Niger mit ..."
    Beachten Sie außerdem, wie Sie den Wert "123 von 1.000" ausdrücken müssen.



    Rangfolge: Jährliche Bevölkerungswachstumsraten in verschiedenen Ländern
    1. Sudan 2,8 %
    2. Marokko 1,5 %
    3. Algerien 1,5 %
    4. Mongolei 1,2 %
    5. Tunesien 1,1 %
    6. Südkorea 0,7 %
    7. China 0,6 %
    8. Kanada 0,3 %
    9. Polen 0,0 %
    10. Deutschland -0,1 %
    11. Rumänien -0,3 %
    12. Russland -0,6 %
    (Quelle: dsw-online)


    Rangfolge: Die größten Megastädte der Welt 2007
    1. Tokio Japan 35,0 Mio.
    2. Delhi Indien 25,0 Mio.
    3. Seoul Südkorea 23,0 Mio.
    4. Mumbai Indien 21,0 Mio.
    5. São Paulo Brasilien 20,0 Mio.
    6. Mexiko-City Mexiko 19,0 Mio.
    7. New York USA 18,9 Mio.
    8. Jakarta Indonesien 18,6 Mio.
    9. Manila Philippinen 18,5 Mio.
    10. Shanghai China 18,4 Mio.
    (Quelle: http://www.laender-lexikon.de/Mega-St%C3%A4dte)

    Schwerpunkt 5: Leseverstehen/Informieren

    Deutschland in 50 Jahren: Ein Land der Greise
    In den nächsten 50 Jahren wird es in Deutschland nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes bis zu 17 Millionen Menschen weniger geben. Diese Entwicklung werde mit einer dramatischen Änderung der Altersstruktur einhergehen, sagte der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Johannes Hahlen, gestern in Berlin bei der Vorstellung der neunten Bevölkerungsvorausberechnung. Das niedrige Geburtsniveau führe dazu, dass in 50 Jahren die 58- bis 63-Jährigen die stärkste Bevölkerungsgruppe darstellen werden. Derzeit seien es die 35- bis 40-Jährigen.
    Der seit 30 Jahren in Deutschland anhaltende Geburtenrückgang wird nach Angaben des Bundesamtes bis zum Jahr 2050 weiter zunehmen. Die Bevölkerungsabnahme von derzeit 82 Millionen auf bis zu 65 Millionen im Jahr 2050 könne auch durch eine hohe Zuwanderung aus dem Ausland nicht ausgeglichen werden, erklärte Hahlen.
    Weiter prognostizieren die Statistiker in den kommenden 50 Jahren eine Steigerung der Lebenserwartung um vier Jahre. Das durchschnittliche Lebensalter für Frauen werde dann 84 Jahre, das für Männer 78 Jahre betragen. Im Vergleich mit anderen westlichen Industriestaaten wie Frankreich und Schweden sei Deutschland damit aber immer noch im Rückstand.
    Die Lebenserwartung in den neuen Ländern liegt weit unter dem Westdurchschnitt und wird sich erst allmählich anpassen. Die Lebenserwartung in Ostdeutschland sei zwischen einem und anderthalb Jahren geringer als im Westen, sagte Hahlen. Die Statistiker gehen von einer vollständigen Anpassung an die Lebenserwartung im alten Bundesgebiet bis zum Jahr 2025 aus.
    Als Besorgnis erregend bezeichnen die Statistiker die weitere Abnahme der Menschen im erwerbsfähigen Alter. Heute kommen auf 100 Erwerbstätige etwa 40 Menschen, die älter als 60 Jahre sind. Dieses Verhältnis wird sich in den kommenden 50 Jahren auf 100 zu 80 verdoppeln.
    (nach: Sächsische Zeitung vom 20. Juli 2000)

    Worterklärungen:

  • Greis - S: der;-es;-e - Adj.: greis - Bed.: ein sehr alter Mann; Frau: Greisin

  • anderthalb - Adj. - Sy: eineinhalb - Bed.: ein Ganzes und ein Halbes

  • Besorgnis erregend - WG - Bed.: man muss sich Sorgen wegen etwas machen

  • Aufgaben:

    1. Konspektieren Sie den Text.

    Musterlösung

    2. Geben Sie mithilfe des Konspekts den Inhalt des Textes wieder.

    Ich möchte über einen Text sprechen, der darüber informiert, dass Deutschland in 50 Jahren ein so genanntes "Land der Greise" sein wird. Was bedeutet das? In den nächsten 50 Jahren ...


    Die Bevölkerung in Deutschland wächst weiter
    Schon Mitte der siebziger und Anfang der achtziger Jahre war es Mode, der Bevölkerung wegen der niedrigen Geburtenraten einen allmählichen Untergang zu prophezeien, mit Bildern von leer stehenden Kindergärten, Diskos, Wohnungen und Büros. Der Leerstand von mehr als einer Million Wohnungen in Ostdeutschland bietet nun abermals einen Nährboden für solche Visionen. Einige Beobachter sehen die Bevölkerungszahl schon Jahr für Jahr um 200.000 Personen sinken, sodass eine Stadt nach der anderen in dieser Größenordnung von der Landkarte verschwinden würde.
    Tatsächlich lässt sich nicht leugnen, dass die Zahl der Todesfälle die der Geburten seit vielen Jahren übersteigt. So sind im Jahr 2000 etwa 839.000 Menschen in Deutschland gestorben, 72.000 mehr als geboren wurden. Dennoch ist die Bevölkerung in Ost- und Westdeutschland seit Mitte der 80er-Jahre ständig gewachsen, von 77,6 auf 82,3 Mio., wie das Statistische Bundesamt für das Jahr 2000 mitteilt. Ursache sind Zuwanderer aus dem Ausland, im Jahr 2000 ungefähr 167.000 Zugänge, im Jahr zuvor 202.000. Angesichts der für 2004 bevorstehenden Öffnung der Grenzen für zehn neue Beitrittskandidaten zum Europäischen Binnenmarkt wird nun eine regelrechte Zuwanderungswelle nicht ausgeschlossen, vor allem wegen des enormen Einkommensgefälles gegenüber den osteuropäischen Beitrittsländern. Zu einer weitaus größeren Zuwanderung kann es kommen, falls in einigen Jahren die Türkei der Europäischen Union beitreten sollte. Ein Bevölkerungsrückgang ist vor diesem Hintergrund in den kommenden ein bis zwei Jahrzehnten unwahrscheinlich, selbst wenn die Zuwanderungen, wie Mitte der 70er-Jahre oder Anfang der 80er - einmal nach unten rutschen sollten.
    Aber ebenso wichtig wie die Zuwanderungen aus dem Ausland sehen Fachleute die Wanderungsbewegungen der Bevölkerung innerhalb Deutschlands an. So hat Ostdeutschland nach dem Fall der Mauer 1,5 Mio. Menschen durch Abwanderung nach Westdeutschland verloren. Diese Wanderungsbewegung ist zum Stillstand gekommen. Ähnliches gilt für die Wanderungsbewegung aus den Städten ins Umland; auch diese Tendenz ist abgeflaut. Viele Familien zieht es wieder in die Städte zurück. Im Jahr 2000 haben 5,4 Mio. Personen in Deutschland ihren Wohnsitz gewechselt.
    Bei diesen Wanderungsbewegungen sind freilich Gewinner und Verlierer festzustellen. So sind Städte wie Lüneburg vor den Toren von Hamburg gefragt, Städte mit deutlichen Arbeitsplatzverlusten, wie z.B. Wilhelmshaven, zählen dagegen zu den Verlierern. Doch das Bild kann sich wandeln, wenn es den Städten gelingt, Investitionen mit neuen Arbeitsplätzen an sich zu ziehen. Leipzig ist dafür ein Beispiel. Der Stadt werden wegen ihrer erfolgreichen Ansiedlungspolitik beste Wachstumschancen bescheinigt. Hier locken nicht nur die niedrigsten Büromieten aller westlichen Metropolen, sondern auch preiswerter Wohnraum, qualifizierte Arbeitskräfte, ein moderner Flughafen und eine unbürokratische Verwaltung.
    (Nach: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 10.01.2003, S. 43)

    Worterklärung:

  • Mode sein - V: war Mode/Mode gewesen sein - Bed.: üblich sein

  • Nährboden - S: der;-s;-böden - Bed.: die Grundlage für eine (meistens negative) Entwicklung

  • Welle - S: die;-;-n - Bed.: plötzliche, starke Bewegung

  • Fall der Mauer - WG; der - Bed.: Abbau der Grenzen zwischen Ostdeutschland und Westdeutschland 1989/1990


  • Aufgabe:

    Suchen Sie im Text die Informationen zu den folgenden Stichpunkten und notieren Sie sie in nominalen Wortgruppen.
    Verbinden Sie dann beide Aussagen mithilfe geeigneter sprachlicher Mittel zu einem vollständigen Satz.

    (1) heute: Leerstand von mehr als 1 Mio. Wohnungen in Ostdeutschland - Folge: ...
    (2) jährliche Verringerung der Bevölkerungszahl um 200.000 Menschen - Folge: ...
    (3) ständiges Wachstum der Bevölkerung um knapp 5 Mio. Menschen seit Mitte der 80er-Jahre - Ursache: ...
    (4) Öffnung der Grenzen für 10 Beitrittsländer zur EU im Jahr 2004 - Folge: ...
    (5) Beitritt der Türkei zur EU - Folge: ...
    (6) Abwanderung von 1,5 Mio. Menschen von Ostdeutschland nach Westdeutschland nach 1989 - heute: ...
    (7) Abwanderung aus den Städten ins Umland - heute: ...
    (8) Wachstumschancen für Leipzig - Ursachen: ... (+ 2 Beispiele)

    Musterlösung


    Mumbai - Slum zu verkaufen
    Das "Geschäft des Jahrtausends" verspricht Mumbais Stadtverwaltung seit einiger Zeit auf Hochglanz-Werbeseiten in Magazinen aus zwanzig Ländern. Die Rede ist von Dharavi, einer 214 Hektar großen Armensiedlung der indischen Metropole, und die Anzeige richtet sich an Immobilien-Entwicklungsgesellschaften weltweit.
    300.000 Menschen sollen wegziehen, um aus Asiens größtem Armenviertel eine attraktive Vorstadt mit hochmodernen Büro- und Wohntürmen zu machen. Den Behörden ist der Slum ein Dorn im Auge, passt er doch so gar nicht zu Mumbais Image als Hauptstadt des Kinos und der Hochfinanz. Doch die Anwohner wehren sich.
    Dharavi ist über die Grenzen Indiens bekannt: Der britische Thronfolger Prinz Charles hat den Slum bereits besucht, ausländische Staats- und Regierungschefs lassen ihn immer wieder auf ihr Besuchsprogramm setzen, Touristen und Bollywoods Prominenz kommen zu Führungen.
    Über drei Generationen haben die 57.000 Familien, die dort leben, ein florierendes Wirtschaftssystem aufgebaut: Sie leben vorrangig von der Töpferei oder Gerberei. In Sachen Recycling und Nachhaltigkeit gelten ihre Kleinbetriebe als vorbildlich.
    Die Städtebauer dagegen versichern, Dharavis Gewerbebetriebe verschmutzten die ohnehin belasteten Flüsse. Sie wollen anstelle der Armensiedlung lieber Wolkenkratzer, Schulen, Krankenhäuser und sogar einen Golfplatz sehen.
    Mumbais größtes Problem ist der Mangel an Platz. Auf einer Halbinsel im Arabischen Meer gelegen, kann sich die Stadt trotz stetigen Bevölkerungswachstums nicht ausdehnen. Die 214 Hektar von Dharavi wären da sehr willkommen, um dem Moloch mit seinen 18 Millionen Einwohnern ein wenig Luft zum Atmen zu verschaffen.
    Für Investoren ist das Projekt hochinteressant: Die Immobilienpreise in Mumbai gehören zu den höchsten der Welt. Das Geschäftsviertel Nariman Point in Mumbai steht laut einer US-Liste an fünfter Stelle bei den Büromieten - nach der City von London, Tokios Innenstadt oder der russischen Hauptstadt Moskau.
    Auch Wohnraum ist in Mumbai unglaublich teuer: Eine 100-Quadratmeter-Wohnung in guter Wohnlage kann leicht 300.000 Rupien im Monat kosten, das sind etwa 5.500 Euro. Im vergangenen Jahr stiegen die Mieten um 45 Prozent.
    Ein Grund mehr für die Einwohner von Dharavi, dem Spekulationsprojekt mit Misstrauen zu begegnen.
    (Nach: http://www.sueddeutsche.de/panorama/artikel/547/119403/ - 20.06.2007)

    Worterklärungen:

  • ein Dorn im Auge sein - Bed.: etwas stört sehr (und muss beseitigt werden)
  • vorrangig - Adj./Adv. - Bed.: vor allem, in erster Linie
  • Töpferei - S: die;-;-n - S: Töpfer - Bed.: die Herstellung von Geschirr aus dem Material Ton
  • Gerberei - S: die;-;-n - S: Gerber - Bed.: die Herstellung von Leder aus Tierfellen
  • Moloch - S: der;-s;-s - Bed.: etwas Gefährliches, was andere vernichtet, zerstört


  • Aufgabe:

    Beantworten Sie die folgenden Fragen.
    - Was ist geplant?
    - Wofür ist Dharavi bekannt?
    - Warum soll Dharavi verschwinden?
    - Wer profitiert von dem Projekt?
    - Was ist das Fazit?
    Suchen Sie zuerst im Text die Informationen, die Sie für die Antworten brauchen.
    Schreiben Sie die Informationen in Stichpunkten auf.

    Musterlösung


    Schwerpunkt 6: Indirekte Redewiedergabe

    Informieren Sie sich über
  • die Funktionen der direkten Redewiedergabe
  • die Merkmale der direkten Redewiedergabe


  • Beispiele:
    1. Der Direktor des Instituts für Bevölkerungsforschung sagte am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Berlin: "..."
    2. "..." Das gab ein Sprecher der Bundesregierung gestern in Berlin bekannt.
    3. Die Expertin für Bevölkerungsentwicklung am Washingtoner Brookings-Institut, Audrey Singer, sagt: "Jedes Jahr wächst die Bevölkerung der USA um ein Prozent, so schnell wie in keiner anderen Industrienation dieser Erde."
    "Jedes Jahr wächst die Bevölkerung der USA um ein Prozent, so schnell wie in keiner anderen Industrienation dieser Erde", sagt die Expertin für Bevölkerungsentwicklung am Washingtoner Brookings-Institut Audrey Singer.
    "Jedes Jahr wächst die Bevölkerung der USA um ein Prozent", sagt die Expertin für Bevölkerungsentwicklung am Washingtoner Brookings-Institut Audrey Singer, "so schnell wie in keiner anderen Industrienation dieser Erde."

    Informieren Sie sich über
  • die Funktionen der indirekten Redewiedergabe (im Vergleich zur direkten Redewiedergabe)
  • die Merkmale der indirekten Redewiedergabe
  • die Tempusformen bei der indirekten Redewiedergabe


  • Beispiele:
    A: "Die Bevölkerungszahl wächst um jährlich 80 Millionen Menschen."
    B: A sagt, dass ...

    A: "Die Bevölkerungszahl wird jährlich um 80 Millionen Menschen wachsen."
    B: A sagt, ...

    A: "Die Bevölkerungszahl wuchs um jährlich 80 Millionen Menschen."
    B: A sagt, ...

    A: "Die Bevölkerungszahl ist um jährlich 80 Millionen Menschen gewachsen."
    B: A sagt, ...

    A: "Die Bevölkerungszahl war um jährlich 80 Millionen Menschen gewachsen."
    B: A sagt, ...

    Aufgaben:

    1. Formen Sie die direkte Rede in indirekte Rede um.

    Ein Student erzählte mir:
    "Ich stamme aus Ungarn. Meine Mutter ist Lehrerin. Seit einem Jahr studiere ich in Dresden. Vorlesungen habe ich von Montag bis Freitag. Sonnabends arbeite ich zumeist in der Bibliothek. Am Sonntag mache ich manchmal mit meinen Freunden einen Ausflug. Ab und zu gehe ich auch tanzen. In den Ferien fahre ich immer nach Hause."
    Eine Studentin berichtet:
    "Wir sind in unserer Gruppe über 20 Studenten. Etwa die Hälfte sind Mädchen. Zwei von uns sind schon verheiratet. Es sind auch einige Ausländer in unserer Gruppe. Sie sind aber erst seit einem halben Jahr mit uns zusammen. Sie sind zu einer Spezialausbildung in Dresden."
    Rita erzählt den Eltern:
    "Einige meiner Kommilitonen kommen aus afrikanischen Ländern. Wir haben die meisten Lehrveranstaltungen gemeinsam. Abends treffen wir uns manchmal im Studentenclub. Die ausländischen Studenten können alle schon ziemlich gut Deutsch. Sie verstehen nur manche umgangssprachliche Wörter nicht. Wir sprechen mit ihnen gern über ihre Heimat. Wir wissen schon viel von den Sitten und Bräuchen in ihren Ländern."
    Thomas teilt seiner Mutter am Telefon mit:
    "Ich bin gestern spät nach Hause gekommen. Wir waren den ganzen Tag auf der Buchmesse. Anfangs fiel es uns schwer, uns unter den vielen Ständen zu orientieren. Zuerst gingen wir zum Stand des Enzyklopädie-Verlages. In diesem Verlag sind im vergangenen Jahr einige Sprachlehrbücher erschienen. Vor Kurzem ist ein neues Gesprächsbuch herausgekommen. Anschließend war ich bei einigen Verlagen für Kunst- und Reisebücher. Am Abend bin ich noch zu einer Schriftstellerlesung gefahren."
    Eine Studentin erzählte mir:
    "Ich war gestern in Dresden. Als ich durch die Stadt bummelte, traf ich eine alte Bekannte aus meiner Heimat. Wir haben uns in ein Café gesetzt und ein wenig geplaudert. Sie wohnt schon eine ganze Zeit in der Elbestadt, ist dort verheiratet und geht in einen Betrieb arbeiten. Sie fühlt sich sehr wohl, nur fehlen ihr manchmal die alten Freunde. In ihrer Freizeit treibt sie viel Sport. Im vergangenen Jahr war sie mit ihrem Mann mehrere Wochen an einem See in Bayern. Dort sind sie viel geschwommen und gesegelt. Jetzt kommt sie weniger oft zum Schwimmen, da der Weg zum Bad sehr weit ist. Dafür spielt sie Tennis. - Ich freue mich, dass ich in einer fremden Stadt eine so gute Bekannte habe."

    Worterklärungen:
  • ab und zu - Adv. - Sy: manchmal, von Zeit zu Zeit

  • ziemlich - hier: Adv. - Bed.: relativ viel, "ein bisschen sehr"

  • Sitten und Bräuche - WG; die (nur im Plural) - Bed.: Traditionen eines Volkes

  • Stand - S: der;-s;Stände - Bed.: hier: ein Ort auf einer Messe, wo Aussteller etwas präsentieren

  • bummeln - V: bummelte/gebummelt sein - S: Bummel - Bed.: spazierengehen

  • plaudern - V: plauderte/geplaudert haben - Bed.: sich unterhalten

  • Elbestadt - S: die;-;-städte - Bed.: Synonym zu Dresden


  • 2. In der Zeitschrift "abi. Berufswahl-Magazin", Heft 2/2001, S. 15, wurden Abiturienten gefragt, ob sie planen, während des Studiums ins Ausland zu gehen und wenn ja, warum.

    Geben Sie den vollständigen Inhalt jeder Antwort in indirekter Rede wieder.

    Caroline Kiegler: "Da ich Germanistik studieren möchte, werde ich wohl nicht an eine ausländische Universität gehen. Aber ich kann mir vorstellen, dass ich nach dem Abitur ein Vierteljahr in den USA verbringe und dort in einem Camp für benachteiligte Kinder arbeite."
    Christian Vogt: "Ich plane, zwei Semester im Ausland zu studieren. Dort möchte ich meine Sprachkenntnisse verbessern, den Umgang mit anderen Kulturen lernen und selbstständiger werden. Außerdem macht sich Auslandserfahrung später bei Bewerbungen immer gut."
    Maida Appel: "Ich habe vor, ein Jahr in die USA zu gehen, weil ich Englisch studieren möchte. Es reizt mich, eine bestimmte Zeit in einer anderen Kultur zu leben, dabei kann ich neue Lebenserfahrungen sammeln."
    Christoph Leonhardi: "Allein schon um eine Sprache richtig zu lernen, ist ein Auslandsaufenthalt sehr nützlich. Außerdem lernt man dort neue Arbeitsweisen kennen und erweitert sein Wissensspektrum. Für mich kommt ein Teilstudium im Ausland infrage."
    Julia Rische: "Ich habe vor, nach dem Abitur ein Berufspraktikum zu machen. Ob im Ausland oder hier, das weiß ich allerdings noch nicht. Ich glaube, ein Praktikum bringt mir Vorteile im späteren Berufsleben."

    Worterklärungen:

  • sich gut machen - V: machte sich gut/sich gut gemacht haben - Bed.: etwas bringt Vorteile

  • reizen - V: reizte/gereizt haben - S: Reiz - Bed.: man möchte es gern tun

  • Spektrum - S: das;-s;-tren - Bed.: Umfang

  • infrage kommen - V: kam infrage/infrage gekommen sein - Bed.: eine Möglichkeit sein


  • 3. Umfrage
    Welche Schwierigkeiten hatten Sie beim Studienstart? Geben Sie die Meinungen indirekt wieder.

    Anja Struntz, Lindau, Physik:
    "Die Methoden und die Begriffe an der Hochschule waren völlig neu. Ich fühlte mich durch die Schule nur schlecht auf die Uni vorbereitet. Der Stoff erschlägt einen hier förmlich. Oft werden bei mathematischen Beweisen mehrere Schritte gleichzeitig vollzogen. Da kann man in der Vorlesung nur mitschreiben und hoffen, dass man den Stoff beim Nachbereiten zu Hause versteht."
    Thomas Tinus, Weinheim, Jura:
    "Das eigenständige Bearbeiten von Problemen anhand wissenschaftlicher Literatur war sehr ungewohnt. Was ich jetzt weiß: An der Uni muss man von Anfang an konsequent und kontinuierlich lernen, sonst verliert man schnell den Anschluss."
    Cornelia Beyerbach, Kaiserslautern, Geschichte und Französisch:
    "Der Wechsel von der Schule zur Hochschule ist eine Riesenumstellung. Man muss plötzlich alles selbst machen. Hier gibt es keine streng vorgegebenen Bahnen und keine permanenten Leistungskontrollen."
    Martin Trappe, Sandhausen, Physik:
    "Der Studienstart war brutal, ein Sprung ins kalte Wasser. Im Vorkurs Mathematik wurde in zwei Wochen der gesamte Oberstufenkurs durchgenommen. Das Tempo ist wahnsinnig. Aber, Stress verbindet. Und so bekommt man sehr schnell Kontakt zu den Kommilitonen."
    Jasmin Krukalo, Speyer, Germanistik, Slawistik und Politikwissenschaft:
    "An der Uni stürzten tausend Fragen auf mich ein: Welche Scheine muss ich machen? Welche Kurse sind Pflicht? Wie stelle ich meinen Stundenplan zusammen? Ich war am Anfang ziemlich verunsichert. Weitergeholfen haben mir die Ratschläge der Fachschaft."
    (Nach: abi. Berufswahl-Magazin, Heft 2/2002, S. 15)

    Worterklärungen:

  • erschlägt einen förmlich - WG - Bed.: etwas ist so viel, dass man es nicht schaffen kann

  • erschlägt einen förmlich - S: die;-;-en - Bed.: eine sehr große Umstellung

  • Sprung ins kalte Wasser - WG - Bed.: etwas ist völlig neu

  • wahnsinnig - Adj./Adv. - Bed.: sehr hoch, sehr groß


  • 4. Umfrage
    Würden Sie sich für ein Fachhochschul-Studium entscheiden? Geben Sie die Antworten indirekt wieder.

    Sepideh Daneshmand:
    "Das universitäre Studium ist zwar theoretischer als ein FH-Studium, es kommt aber bei den späteren Arbeitgebern besser an. Und man kann leichter leitende Positionen erreichen. Für mich wäre die Fachhochschule Reutlingen die einzige Alternative zu einer Universität, denn sie soll in Wirtschaftswissenschaften wirklich top sein."
    Philip Gärtner:
    "Ich konnte mich bisher noch nicht entscheiden. Universitäts-Absolventen können auf lange Sicht Positionen mit höherer Verantwortung erreichen. Doch mit dem FH-Studium, das in kürzerer Zeit abgeschlossen wird, scheint es mir doch viel sicherer, eine Einstiegsstelle zu bekommen."
    Angela Rupp:
    "Nein, da bin ich traditionell eingestellt. Universitätsabschlüsse sind immer noch besser angesehen als Fachhochschulabschlüsse. Studiengänge wie Jura oder Anglistik, die mich interessieren, gibt es sowieso nur an der Universität."
    Karolin Baron:
    "Ich möchte etwas Ähnliches machen wie ein Fachhochschulstudium, denn ich habe die Absicht, eine Berufsakademie zu besuchen, die ebenfalls eine praxisorientierte Ausbildung anbietet. Hier möchte ich International Business studieren."
    Lars Schlehhahn:
    "Ich entscheide mich vielleicht für die Fachhochschule, weil ich ein eher praxisorientiertes Studium bevorzuge. In technischen und wirtschaftlichen Fächern erwarte ich an einer FH mehr anwendungsbezogene Inhalte und nicht nur die Vermittlung der rein theoretischen Basis. Ich will nach dem Abitur erst einmal ein Jahr reisen und mich dann festlegen."
    (Nach: abi Berufswahl-Magazin, Heft 2/2003, S. 15)

    Worterklärungen:

  • ankommen - V: kam an/angekommen sein - S: nicht: die Ankunft - Bed.: etwas gefällt gut

  • top - Adv. - Bed.: am besten

  • auf lange Sicht - WG - Bed.: über eine längere Zeit


  • 5. Umfrage
    Auf welchen Wegen haben Sie sich über den Studiengang Ihrer Wahl informiert? Geben Sie die Antworten indirekt wieder.

    Christine Herget, 18 Jahre:
    "Ich interessiere mich für Physiotherapie. Meine Mutter arbeitet in diesem Beruf und hat mir schon viel aus dem Alltag erzählt. Während eines Praktikums auf einer Physiotherapiestation im Krankenhaus habe ich mir selbst ein Bild gemacht und der Job gefällt mir wirklich gut. Schade ist nur, dass ich erst eine Ausbildung machen muss, bevor ich mit einem Studium beginnen kann. Meine Erfahrung ist, dass man die besten Infos über Berufe aus Gesprächen mit Berufsvertretern zieht. Aber natürlich gibt es auch im Internet einige gute Seiten, auf denen man sich über Studiengänge und Berufe informieren kann. Hilfreich war bei meiner Entscheidung auch, dass an die Schule ein Berufsberater kam. Der hat uns wirklich gute Tipps gegeben."
    Anna Franz, 18 Jahre:
    "Ich kann mir vorstellen, später Sozialpädagogik zu studieren, habe mich aber noch nicht genauer darüber informiert. Ich plane demnächst in das BIZ zu gehen und mich dort über die verschiedenen Möglichkeiten zu informieren. Vielleicht werde ich auch noch einmal einen Studieneignungstest machen, bevor ich mich endgültig für ein bestimmtes Fach entscheide. Ich möchte auch eine Universität besuchen, um mir den Hochschulbetrieb anzuschauen. Passende Studiengänge finde ich bei www.studienwahl.de, Berufsbeschreibungen stehen bei BERUFENET."
    Zhaohai Jiang, 19 Jahre:
    "Ich schwanke noch, ob ich nach dem Abitur Physik oder Luft- und Raumfahrttechnik studieren werde. In Physik war ich schon immer gut. Ich tüftele auch in der Freizeit und habe schon an der internationalen Physikolympiade teilgenommen. Da habe ich es immerhin in die zweite Runde geschafft. Um zu sehen, ob mir eine akademische Ausbildung gefällt, habe ich an einem Schnupperstudium an der LMU in München teilgenommen. Da konnte man das Fach eine Woche lang kennen lernen. Aber egal, ob ich mich nun für Physik oder Luft- und Raumfahrttechnik entscheide, ich will auf jeden Fall an einer Hochschule studieren, die einen guten Ruf hat."
    Tim Schemm, 18 Jahre:
    "Ich will auf jeden Fall studieren, habe mich aber noch nicht endgültig entschieden, was. Vielleicht werde ich Werkstoffwissenschaften wählen, mit Sicherheit aber ein Fach aus dem Bereich Chemie oder Ingenieurwissenschaften. Mein Chemielehrer hat mir gesagt, dass viele Universitäten ein Schnupperstudium anbieten. Ich war auch schon in Erlangen und Bayreuth an den Universitäten und habe mich dort umgesehen. Bei solchen Gelegenheiten kann man direkt mit den Professoren sprechen. Das hat mir viel mehr weitergeholfen als die Infos auf den Uni-Homepages. Ich war aber auch schon im BIZ, mal mit der Schule und mal auf eigene Faust, und fand die Infos dort auch ziemlich gut."
    (abi. Berufswahl-Magazin, 5/2007, S. 22)

    Worterklärungen:

  • tüfteln - V: tüftelte/getüftelt haben - S: der Tüftler - Bed.: mit viel Geduld und gerne darüber nachdenken, wie ein Problem gelöst werden kann
  • auf eigene Faust - WG - Bed.: selbst, ohne die Hilfe anderer Personen


  • 6. Geben Sie das Interview zum Thema "Deutschland altert" in indirekter Rede wieder. Klären Sie zunächst die unbekannten Wörter mithilfe eines Wörterbuchs.

    Nach Modellrechnungen der UN steigt die Weltbevölkerung weiterhin stark an. In Europa und Deutschland gehen die Bevölkerungszahlen hingegen zurück. Wissenschaft.de fragt Bevölkerungswissenschaftler Rainer Münz nach Ursachen und Folgen dieser Entwicklung. Rainer Münz lehrt an der Humboldt-Universität Berlin Bevölkerungswissenschaften.
    Wissenschaft.de: Nach Angabe der UN Population Division wird die Weltbevölkerung um die Mitte des 21. Jahrhunderts etwa 9 Milliarden Menschen betragen. Wie verlässlich sind diese Rechnungen?
    Rainer Münz: Das sind relativ verlässliche Zahlen, denn ein Gutteil der Menschen, die dann leben werden, sind bereits unter uns. Wenn keine Großkatastrophe über uns hereinbricht, tritt das ein.
    Wissenschaft.de: Wie könnte es danach weitergehen? Sinkt die Weltbevölkerung dann wieder?
    Rainer Münz: Bis Ende des Jahrhunderts werden etwa 10 bis 12 Milliarden Menschen auf dieser Welt leben. Danach könnte die Weltbevölkerung abnehmen, aber das können wir nicht sicher wissen. Modellrechnungen, die einen Rückgang der Bevölkerung ergeben, setzen voraus, dass die Fertilität – also die Anzahl der Kinder pro Frau – unter 2,1 sinkt. Die Fertilität ist derzeitig in allen Teilen der Welt rückläufig, mit wenigen Ausnahmen. Aber es könnte auch anders kommen: Eine Demokratisierung in China könnte dazu führen, dass die Ein-Kind-Politik aufgegeben wird und die Chinesen wieder mehr Kinder bekommen. In Indien ist die Kinderzahl pro Familie zumindest im letzten Jahr nicht mehr zurückgegangen.
    Wissenschaft.de: Anders als weltweit ist die Fertilität in Europa bereits jetzt sehr niedrig. Was hat das zur Folge?
    Rainer Münz: Die Entwicklung ist in Europa regional unterschiedlich. Die Fertilität ist in Deutschland, Süd- und Osteuropa sehr niedrig. In Frankreich, Skandinavien und Irland liegen die Kinderzahlen pro Familie höher. Eine Fertilität von 1,3 wie in Deutschland bedeutet, dass sich jede Generation um ein Drittel verringert. Das ist eine Schrumpfungsspirale, die sich so lange fortsetzt, bis wieder eine Generation mehr als zwei Kinder bekommt. Ein solcher Umschwung ist in Deutschland derzeit allerdings nicht absehbar.
    Wissenschaft.de: Wie werden sich also die Bevölkerungszahlen Deutschlands in den nächsten 50 Jahren entwickeln?
    Rainer Münz: Für Deutschland sind Vorhersagen schwieriger als für die Welt, denn wir kennen die Größe der Zuwanderung nicht. Die letzten 50 Jahre haben wir eine Nettozuwanderung von etwa 10 Millionen Menschen gehabt. Ob wir das so in die Zukunft extrapolieren können, wissen wir nicht. Ohne Zuwanderung stünden wir im Jahr 2050 bei etwa 59 Millionen Einwohnern. Man bräuchte ungefähr eine Netto-Zuwanderung von 460.000 Menschen jährlich, um das gegenwärtige Bevölkerungsniveau zu stabilisieren. Das sage ich nur zur Verdeutlichung: Es müssen in Deutschland ja nicht 83 Millionen Menschen leben.
    Wissenschaft.de: Wie wird sich die deutsche Gesellschaft verändern?
    Rainer Münz: Die Gesellschaft wird altern: Es wird weniger Menschen unter 60 Jahren geben und mehr über 60 Jahre. Selbst bei einer Netto-Zuwanderung von 300.000 Personen pro Jahr – das wären etwa 15 Millionen zusätzliche Zuwanderer bis 2050 – würde der Anteil der über 60-Jährigen an der Bevölkerung auf über ein Drittel steigen.
    Wissenschaft.de: Kommt es zu einem Zusammenbruch der Sozialsysteme?
    Rainer Münz: Diese Ideen von plötzlicher Schrumpfung oder Zusammenbruch sind völlig falsche Bilder. Sie haben mehr mit der Vorstellung zu tun, irgend etwas ändere sich von heute auf morgen wie das Wetter. Man sollte betonen: Diese Veränderungen gehen langsam vor sich. Wir haben es mit gut absehbaren Entwicklungen zu tun, die man seit Jahrzehnte voraussieht, auf die die Politik unter anderem deshalb nicht reagiert, weil sie so weit weg liegen. Man kann sagen, das Gesundheitssystem wird dadurch belastet, dass es immer mehr alte Leute gibt. Es gelingt uns, immer älter zu werden, weil wir Zivilisationskrankheiten wie Krebs und Herzinfarkt zurückdrängen.
    Wissenschaft.de: Wie sieht es mit dem Rentensystem aus?
    Rainer Münz: Wenn der Staat ein bestimmtes Rentenniveau garantiert, könnte er gefordert werden. Bisher setzen wir einfach den Beitragssatz in die Höhe, wenn es teurer wird. Nachhaltig kann man jedoch nur etwas verändern, wenn man die Zahl der Beitragszahler stabil oder in einer bestimmten Relation zu den Beitragsempfängern hält. Wir haben drei Wege, um das Verhältnis der arbeitenden zu den nicht arbeitenden Menschen zu beeinflussen: Längere Lebensarbeitszeit, mehr Zuwanderung und eine höhere Frauenerwerbsquote.
    Wissenschaft.de: Dies sind die drei Alternativen?
    Rainer Münz: Das sind nicht drei Alternativen, sondern man sollte jede der drei Möglichkeiten nutzen. Das Verhältnis zwischen Beitragszahlern und Rentenempfängern könnte beispielsweise stabilisiert werden, indem man die statistisch letzten zwölf Jahre des Lebens seine Rente erhält und bis dahin arbeitet. Angenommen, die Lebenserwartung eines 60-Jährigen läge dann bei 80 Jahren, müsste er noch bis zum 67. Lebensjahr arbeiten. Das ist aber nur die Andeutung eines möglichen Auswegs. Das Problem ist: Wir haben derzeit keinen funktionierenden Arbeitsmarkt für die älteren Menschen, weil sie teurer sind und eine veraltete Qualifikation besitzen. Da passt der Preis und die Leistungsfähigkeit – das Humankapital – nicht zusammen. Das schafft den Anreiz für Betriebe, alte Menschen durch junge zu ersetzen, denn sie sind billiger, haben frisches Wissen und sind motivierter. Diese Strategie kann in Zukunft nicht mehr verfolgt werden.
    Wissenschaft.de: Skandinavien und Frankreich haben eine höhere Frauenerwerbsquote und eine höhere Fertilität als wir. Es gibt die Ansicht, dass Frauen deshalb weniger Kinder bekommen, weil sie heute über eine bessere Ausbildung verfügen und häufiger einen Beruf ergreifen – umgekehrt sich die Männer aber nicht intensiver bei der Kindererziehung engagieren. Haben die französische und skandinavische Männer dazu gelernt?
    Rainer Münz: Ich glaube nicht, dass es die Männer sind, die umgelernt haben. In Skandinavien und Frankreich gibt es einfach bessere Kinderbetreuungssysteme. Wir bräuchten Ganztagskindergarten und Ganztagsschulen und eine Betreuung der Kinder, wenn die Schulen geschlossen haben, also während der Ferien. Die beste Familienpolitik ist die, die es den Müttern ermöglicht, trotz Kinder ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften und sich eine eigene Rente zu sichern.
    Wissenschaft.de: Zur letzten Möglichkeit: Wird man sich neue Zuwanderer in das Land holen?
    Rainer Münz: Zum 1. Januar 2003 bekommt Deutschland ein neues Einwanderungsrecht, da sind alle Instrumente für eine aktive Einwanderungsgspolitik gesetzlich definiert. Dann könnte man beginnen, attraktive Migranten anzuwerben. Diese Entwicklung wird früher oder später eintreten. Zwischen Deutschland und den anderen Ländern wird es zu einer Konkurrenz um gute Köpfe kommen. Die begabten Menschen aus Indien und China werden mehr Wahlmöglichkeiten haben.
    Wissenschaft.de: Wie sieht es mit Afrika aus?
    Rainer Münz: In den meisten Ländern Afrikas gibt es kein funktionierendes Bildungssystem. Afrika produziert für den Eigenbedarf nicht genügend Akademiker. Auch die hohen AIDS-Infektionsraten bei den jungen Leuten stehen einer vermehrten Zuwanderung entgegen. Nein, die Einwanderer werden aus Ländern mit einem entwickelten Bildungssystem kommen, wo das Lebensniveau niedriger ist. So werden sie für uns attraktiv sein und einen Anreiz haben, zu uns zu kommen. Im Wesentlichen geht es um Indien und China.
    (Nach: http://www.wissenschaft.de/sixcms/detail.php?id=173116)

    Schwerpunkt 7: Tabelleninterpretation

    Tabelle: Wie das Durchschnittsalter der Weltbevölkerung steigt

    Kontinent
    1950
    1998
    2050
    Europa
    59
    77
    92
    Nordamerika
    60
    75
    82
    Asien
    42
    50
    80
    Südamerika
    40
    74
    78
    Afrika
    38
    39
    61
    (Welt am Sonntag vom 21.3.1999)

    Aufgabe:
    Sie haben die Aufgabe, die Tabelle zu interpretieren.
    Sehen Sie sich zuerst die Tabelle genau an und überlegen Sie, worum es in der Tabelle geht.
    Erarbeiten Sie sich dann ein Konzept, wie Sie die Tabelle interpretieren wollen.
    Schreiben Sie in kurzen Stichpunkten die einzelnen Schritte auf.

    1. Schritt: Beschreibung der Tabelle nach der Ihnen bereits bekannten Methode als zeitliche Entwicklung.
    Rechnen Sie die Differenz aus und nennen Sie sie.
    Lösungsvorschlag:
    Die Tabelle stellt dar, wie das Durchschnittsalter der Weltbevölkerung steigt. Die Informationen stammen aus der Zeitschrift "Welt am Sonntag" vom 21. März 1999. Die Tabelle besteht aus vier Spalten, und zwar dem Kontinent sowie dem Durchschnittsalter 1950, 1998 und 2050. In Europa steigt das Durchschnittsalter der Bevölkerung von knapp 60 Jahren im Jahr 1950 über 77 Jahre 1998 auf voraussichtlich 92 Jahre im Jahr 2050, das heißt, es steigt innerhalb von 100 Jahren um 33 Jahre. In Nordamerika erhöht sich das Durchschnittsalter von 60 über 75 auf 82 Jahre, das sind 22 Jahre. In Asien klettert es von von 42 über 50 auf 80 Jahre, also um 38 Jahre, in Südamerika von 40 über 74 auf 78 Jahre, das heißt ebenfalls um 38 Jahre. In Afrika schließlich wird das Durchschnittsalter der Bevölkerung von 38 Jahre im Jahr 1950 über 39 Jahre heute auf voraussichtlich 61 Jahre im Jahr 2050 ansteigen, das bedeutet um 23 Jahre.
    2. Schritt: Zahlenvergleich
    Stellen Sie die Zahlen gegenüber, die Ihrer Meinung nach die Aussage der Tabelle am besten verdeutlichen.
    Das sollte sein:
    - Rangfolge des Durchschnittsalters 2050
    - Rangfolge der Differenz des Durchschnittsalters
    Lösungsvorschlag:
    Im Jahr 2050 wird Europa Spitzenreiter beim Durchschnittsalter der Bevölkerung mit 92 Jahren sein. Es folgen Nordamerika, Asien und Südamerika mit einem durchschnittlichen Alter von jeweils zirka 80 Jahren. Schlusslicht ist Afrika mit einem Durchschnittsalter der Bevölkerung 2050 von etwa 60 Jahren. Am stärksten wird das Durchschnittsalter der Bevölkerung zwischen 1950 und 2050 in Asien und Südamerika mit 38 Jahren ansteigen. Es folgt Europa mit 33 Jahren. An der vorletzten Position rangiert Afrika mit 23 Jahren. An der letzten Stelle steht Nordamerika mit einem Anstieg des Durchschnittsalters der Bevölkerung zwischen 1950 und 2050 von 22 Jahren.
    3. Schritt: Interpretation der Zahlen
    Warum ist das Durchschnittsalter 2050 in Europa am höchsten und in Afrika am niedrigsten?
    Warum steigt das Durchschnittsalter in Asien und Südamerika am stärksten?
    Lösungsvorschlag:
    In Europa wird das Durchschnittsalter der Bevölkerung im Jahr 2050 mit mehr als 92 Jahren am höchsten sein. Das hat eine Reihe von Ursachen. In den meisten Ländern Europas ist die Lebensqualität im Vergleich zu anderen Kontinenten sehr hoch. Es gibt eine ausreichende medizinische Versorgung. Bei Krankheiten stehen genügend gut ausgebildete Ärzte und wirkungsvolle Medikamente zur Verfügung, sodass die meisten Krankheiten effektiv behandelt werden können. Allerdings muss auch festgestellt werden, dass es innerhalb Europas Unterschiede beim Durchschnittsalter der Bevölkerung gibt. Sogar innerhalb Deutschlands ist ein solcher Unterschied festzustellen. Das Durchschnittsalter in Ostdeutschland liegt etwa 2 Jahre unter dem Westdeutschlands.
    In Afrika dagegen liegt das Durchschittsalter weit unter dem europäischen Wert. Ursachen dafür sind in erster Linie in einem wesentlich niedrigeren Lebensstandard zu suchen. So ist die medizinische Versorgung der Menschen in vielen afrikanischen Ländern nicht mit Europa vergleichbar. In Afrika kommt im Durchschnitt ein Arzt auf fast 20.000 Menschen. Schlechte hygienische Bedingungen und fehlende Medikamente führen zu einer Vielzahl von Krankheiten, die in Europa kaum noch auftreten, z.B. Pocken oder Typhus. Deshalb sterben vor allem Kinder an solchen ansteckenden Krankheiten.
    In Asien und in Südamerika steigt das Durchschnittsalter bis 2050 am stärksten, weil sich auf diesen Kontinenten die Lebensbedingungen der Menschen deutlich verbessern. Viele Länder dort gehören nicht mehr zu den typischen Entwicklungsländern, sondern zu den Schwellenländern, sie erreichen einen höheren Lebensstandard mit deutlich besseren medizinischen und hygienischen Bedingungen, was sich natürlich auch auf die Lebenserwartung auswirkt.
    4. Schritt: Stellungnahme zu den Zahlen und Ursachen
    Was sind für Sie die wichtigsten Argumente? ("Ich meine, ..."; "Ich bin der Meinung, ..."; "Meiner Meinung nach ...")
    Wie kann die in der Tabelle gezeigte Problematik gelöst werden?
    Wie entwickelt sich das Durchschnittsalter in Ihrem Heimatland? (Aber nur, wenn Sie darüber Informationen haben!)
    Lösungsvorschlag:
    Meiner Meinung nach ist eine umfassende internationale Hilfe erforderlich, um die Lebensbedingungen vor allem in den afrikanischen Staaten zu verbessern, wodurch sich auch die Lebenserwartung der Bevölkerung erhöhen würde. Schwerpunkt dabei ist die Hilfe zur Selbsthilfe; eine reine finanzielle Entwicklungshilfe bringt in den seltensten Fällen einen Nutzen, weil das Geld nicht bei denen ankommt, für die es gedacht ist.



    Tabelle: Die Welt altert
    Von je 100 Menschen waren/sind

    ALTERSGRUPPE
    1955
    1975
    1995
    2015
    unter 15 Jahre
    36
    37
    32
    27
    15 bis 64 Jahre
    59
    57
    61
    65
    über 65 Jahre
    5
    6
    7
    8
    (Quelle: UN)

    Aufgabe:
    Interpretieren Sie die Tabelle.


    Tabelle: Im Sog der Städte

    REGION STADTBEV. 1990 STADTBEV. 2025 ZUNAHME (in %)
    Gesamtbev.
    5.292 Mio.
    8.466 Mio.
    60
    davon Stadtbev.
    2.260 Mio.
    5.119 Mio.
    126
    Industrieländer
    876 Mio.
    1.068 Mio.
    22
    Entwicklungsländer
    1.385 Mio.
    4.051 Mio.
    192
    Afrika
    233 Mio.
    914 Mio.
    309
    Asien
    931 Mio.
    2.589 Mio.
    178
    Lateinamerika
    324 Mio.
    645 Mio.
    99
    Europa
    364 Mio.
    422 Mio.
    16
    (Quelle: Deutscher Instituts-Verlag 1999)

    Aufgabe:
    Interpretieren Sie die Tabelle.

    Konzept:
    1. Einleitung und Quelle der Informationen
    2. Beschreibung der Zahlen:
         - Entwicklung der Weltbevölkerung allgemein (von ... um ... auf ...)
         - Stadtbevölkerung global
         - Industrieländer (IL) und Entwicklungsländer (EL) in 1 Satz zusammenfassen
         - Afrika, Asien, Lateinamerika in 1 Satz zusammenfassen
         - vollständige Beschreibung von Europa
    3. Zahlenvergleich
         - Vergleich von EL und IL ® Gegenüberstellung der Zunahmen
         - Vergleich der 4 Kontinente ® Rangfolge nach der Zunahme
    4. Interpretation der Informationen
    - Was hat die Zunahme der Zahl der Stadtbevölkerung zur Folge?
         ® Entstehung von Megacitys, Slums mit seinen sozialen Folgen: Armut; Arbeitslosigkeit, Verzweiflung der Menschen, Kriminalität usw.
         - sinnvolles Beispiel nennen (Mexico City?)
    5. Stellungnahme zu den geschilderten Prozessen
         - Maßnahmen zur Verbesserung der Situation auf dem Land (damit keine Landflucht entsteht), z.B. Hilfsprogramme


    Tabelle: Zunahme der Bevölkerung in ausgewählten Ballungsräumen (in Mio.)

    STADT LAND
    1996
    2015*
    Tokio Japan
    27
    29
    Lagos Nigeria
    11
    25
    Sao Paolo Brasilien
    17
    20
    Dhaka Bangladesch
    9
    20
    Karatschi Pakistan
    10
    19
    Mexico-City Mexiko
    17
    19
    Neu Delhi Indien
    10
    17
    Kairo Ägypten
    10
    14
    Los Angeles USA
    13
    14
    Paris Frankreich
    10
    10
    Moskau Russland
    9
    9
    London Großbritannien
    8
    8
    * Prognose
    (Quelle: Der Spiegel, Heft 20/2000, S. 158/159)

    Aufgabe:
    Interpretieren Sie die Tabelle. Gehen Sie u.a. auf die Ursachen und Folgen der Zunahme der Bevölkerungszahl in verschiedenen Städten ein.


    Tabelle: Varianten für das Anwachsen der Bevölkerung auf den verschiedenen Kontinenten (in Mio.)

    REGION
    2000
    2050
    2050
    2050
    ---
    ---
    1,6*
    2,0*
    2,5*
    Nordamerika
    310
    324
    392
    464
    Lateinamerika
    519
    654
    809
    994
    Afrika
    784
    1.467
    1.766
    2.102
    Asien
    3.683
    4.312
    5.268
    6.316
    Europa
    729
    550
    628
    746
    * Kinder pro Frau im gebärfähigen Alter
    (Quelle: SPIEGEL, Heft 20/2000, S. 158/159)

    Aufgabe:
    Interpretieren Sie die Tabelle.
    Wiederholen Sie vorher die sprachlichen Mittel zum Ausdruck von Bedingungen.


    Tabelle: Die Entwicklung der Einwohnerzahlen der Volksrepublik China von 1950 bis 2050

    Jahr
    Bevölkerungszahl
    Jahr
    Bevölkerungszahl
    1950
    556.613.000
    1995
    1.200.241.000
    1955
    614.479.000
    2000
    1.265.830.000
    1960
    682.024.000
    2005
    1.301.518.000
    1965
    754.452.000
    2010
    1.347.514.000
    1970
    825.812.000
    2015
    1.392.234.000
    1975
    908.266.000
    2020
    1.434.383.000
    1980
    981.200.000
    2025
    1.471.282.000
    1985
    1.051.438.000
    2030
    1.500.611.000
    1990
    1.133.682.000
    2050
    1.322.435.000
    (Nach: Wikipedia)

    Aufgabe:

    Interpretieren Sie die Tabelle.
    Beschreiben Sie zuerst die Entwicklung der Bevölkerungszahlen von 1950 bis 2050.
    Vergleichen Sie den Anstieg der Bevölkerungszahlen in den verschiedenen Zeiträumen.
    Begründen Sie dann,
    - warum die Bevölkerungszahlen bis 2030 (in unterschiedlichem Maße) ansteigen,
    - warum die Bevölkerungszahl bis 2050 wieder sinkt.

    Schwerpunkt 8: Informieren

    Die Zeit läuft davon
    Seit einiger Zeit ist die Armutsbekämpfung zu einem Schwerpunkt der Staaten geworden, die zum Abbau der unterschiedlichen Lebensverhältnisse in den Industrie- und Entwicklungsländern beitragen wollen. Deshalb hat der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) das Thema Armut in den Mittelpunkt seines Berichts über die Lage der Weltbevölkerung gestellt.
    Der offiziell "Wege aus der Armut: Menschen, Chancen und Entwicklung" genannte Bericht bezeichnet die Armut als eine wesentliche Ursache für das starke Wachstum der Bevölkerung in vielen Entwicklungsländern.
    Das muss offenbar immer von neuem wiederholt werden, damit die Staatengemeinschaft endlich ihrem Ziel näher kommt, Armut und Hunger auf der Welt bis zum Jahr 2015 zumindest zu halbieren. Noch ist sie davon weit entfernt, und die Zeit läuft ihr davon. Der Bevölkerungsfonds fordert daher, dass Aktionen zur Armutsbekämpfung unverzüglich zu beginnen hätten.
    Vordringlich sei vor allem dreierlei: Die Diskriminierung von Frauen auf der Welt zu beenden, das Analphabetentum zu eliminieren und Frauen bei der Geburtenkontrolle zu helfen. Entwicklungsländer mit niedriger Geburtenrate und langsamerem Bevölkerungswachstum verzeichneten seit 1970 eine höhere Produktivität, mehr produktive Investitionen und dadurch ein schnelleres wirtschaftliches Wachstum. Ausgaben für Gesundheit, Bildung und die Gleichstellung der Frau seien die wichtigsten Voraussetzungen dafür. Familienplanungsprogramme seien verantwortlich für etwa ein Drittel des Rückgangs der durchschnittlichen Kinderzahlen je Frau zwischen 1972 und 1994. Mehr Gerechtigkeit für Frauen verschaffe ihnen mehr Wahlmöglichkeiten. Wenn die Menschen in den Entwicklungsländern wirklich die Wahl hätten, würden sie fast immer kleinere Familien haben. In Brasilien zum Beispiel sei das Bruttosozialprodukt durch den Rückgang der Geburtenrate um etwa 0,7 Prozent pro Jahr und pro Kopf gestiegen. Insgesamt allerdings werde der Abstand zwischen Arm und Reich auf der Erde immer noch größer.
    Armut, schlechte Gesundheit und hohe Kinderzahlen seien in den am wenigsten entwickelten Ländern, wo sich die Bevölkerungszahl seit 1955 verdreifacht habe, nach wie vor das größte Entwicklungshindernis. Oft ist behauptet worden, aus dem Teufelskreis von Armut und Bevölkerungswachstum herauszukommen, sei für viele Entwicklungsländer nahezu unmöglich. Die Leute dort hätten zu viele Kinder, weil sie arm seien; und weil sie so viele Kinder hätten, blieben sie arm. Die UNFPA dagegen zählt eine schlechte Gesundheit, mangelnde Schulbildung vor allem der Frauen und das Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern zu den Hauptursachen für die Armut.
    Programme zur Verringerung der Ungleichheit zwischen den Geschlechtern könnten sowohl zur Besserstellung einzelner Personen als auch der Familien erheblich beitragen, und damit auch zum wirtschaftlichen Wachstum. Wenn das Afrika südlich der Sahara, Süd- und Westasien ebenso vielen Frauen eine Schulbildung ermöglicht hätten wie Ostasien, hätte man das Pro-Kopf-Einkommen in Südasien um 2,2 Prozent, in Westasien um 1,7 Prozent und im Afrika südlich der Sahara immerhin noch um 0,5 Prozent steigern können. In Ostasien hatte man seit Beginn der 60er-Jahre größere Anstrengungen in dieser Hinsicht unternommen und konnte den Bildungsunterschied zwischen Männern und Frauen bis 1992 erheblich verringern. Eine höhere Bildung hat dort schnell zu niedrigeren Kinderzahlen geführt.
    Bei drei Milliarden liegt zurzeit die Zahl der Menschen in den Entwicklungsländern, die mit weniger als zwei Dollar pro Tag auskommen müssen. Etwa die Hälfte von ihnen hat sogar noch weniger zum Leben. Zum Vergleich: Drei Milliarden Menschen zählte die Weltbevölkerung vor 40 Jahren insgesamt. Mittlerweile sind daraus mehr als 6 Milliarden geworden. Jedes Jahr kommen weitere 77 Millionen hinzu, und zwar überwiegend in den ärmsten Regionen der Dritten Welt. So wird deutlich, welche gewaltigen Ausmaße das Armutsproblem inzwischen durch das enorme Bevölkerungswachstum in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts angenommen hat.
    Nach der jüngsten UN-Bevölkerungsprognose wird die Weltbevölkerung bis zum Jahr 2050 auf 9 Milliarden steigen. Aus den Gebieten mit den höchsten Wachstumsraten in der Dritten Welt machen sich immer mehr Armutsflüchtlinge auf den Weg nach Europa und Nordamerika, weil sie zu Hause keine Chance für ein menschenwürdiges Dasein sehen.
    (Nach: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 04.12.2002, S.11)

    Aufgaben:

    1. Notieren Sie in Stichpunkten die wichtigsten Inhalte zum Bericht des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen zu:

    Titel des Berichts "Wege aus der Armut: Menschen, Chancen und Entwicklung"
    Schwerpunkt des Berichts Armut; Armutsbekämpfung
    Armut ...
    Forderung des Bevölkerungsfonds (UNFPA) ...
    3 wichtige Aufgaben ...
    Entwicklungsländer mit niedriger Geburtenrate ...
    Familienplanungsprogramme ...
    Beispiel Brasilien ...
    am wenigsten entwickelte Länder ...
    Teufelskreis in EL ...
    Hauptursachen für Armut ...
    Programme ...
    südl. Afrika, Süd-, Westasien ...
    Ostasien ...
    Einkommen in Entwicklungsländern ...
    Bevölkerungswachstum ...
    Fazit ...
    Bevölkerungsprognose ...
    Armutsflüchtlinge ...

    Musterlösung

    2. Schreiben Sie mithilfe dieser Informationen einen Text über den Bericht des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen.


    Asien wird von einer Altersgrenze geteilt
    Durch Asien zieht sich eine unsichtbare Altersgrenze. Während den Staaten Ostasiens die Überalterung droht, wächst die Bevölkerung in Südasien trotz einer erwarteten Abschwächung immer noch schnell. Insgesamt aber ist der Eindruck einer ewig jungen Wachstumsregion in Asien nur oberflächlich und daher falsch.
    Mit Ostasien droht weiteren Teilen dieser Region eine Welle von Senioren. Die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) weist auf die schleichende Umkehr der Alterspyramide hin. "Viele Länder altern schneller, als sie sich entwickeln." Stimmen diese Vorhersagen, dann führt die höhere Lebenserwartung dank des gestiegenen Wohlstandes in Asien, der besseren Gesundheitsvorsorge in Südostasien und auch der Ein-Kind-Politik Chinas dazu, dass Ostasien das Durchschnittsalter das Durchschnittsalter der Weltbevölkerung dramatisch steigen lassen wird. Derzeit sind in China nur sieben Prozent der Bevölkerung älter als 65 Jahre, im Jahr 2050 sollen es schon 23 Prozent sein. Vorhandene, in Jahrzehnten gewachsene Sozialsysteme geraten unter Druck. Bislang galt die Großfamilie als Garant der Altersvorsorge - die Überalterung der Gesellschaft geht aber Hand in Hand mit dem Zerfall traditioneller Sozialstrukturen.
    Gegenläufig ist die Entwicklung im Süden Asiens: Indien wird mit erwarteten 1,57 Milliarden Menschen (2000 waren es noch "nur" 1,0 Milliarden) im Jahr 2050 China als bevölkerungsreichstes Land der Erde mit dann 1,46 Milliarden (2000: 1,27 Milliarden) Menschen überholt haben. Die Verschiebung des politischen und wirtschaftlichen Schwerpunkts ist offensichtlich. 1950 lebte die Hälfte aller Asiaten im Osten der Region (China, Japan, Taiwan), während in Südasien, zum Beispiel in Indien und Pakistan, nur 37 Prozent ihre Heimat hatten. Hundert Jahre später werden sich die Zahlen umgekehrt haben: 51 Prozent der Asiaten werden dann im Süden leben, nur noch 33 Prozent dagegen im Osten der Region.
    Ist die Umkehr der Alterspyramide für Asien neu, so lässt der Anstieg der Bevölkerung schon vorhandene Probleme anschwellen. Die ADB spricht von einem "explosiven Wachstum der Städte". Deren Einwohnerzahl stieg in der letzten Dekade um 2,9 Prozent, während die Zahl der Landbevölkerung nur um 1,1 Prozent zunahm. 2001 zählte die Welt 16 Megastädte mit jeweils mehr als 10 Millionen Einwohnern, zehn davon in Asien. Schon 2015 werden es 21 Megastädte sein, 12 von ihnen in Asien.
    (Nach: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 07.08.2003, S. 12)

    Worterklärungen:

  • oberflächlich - Adj./Adv. - S: Oberflächlichkeit; nicht: Oberfläche - Bed.: nicht gründlich und detailliert

  • Welle - S: die;-;-n - Bed.: eine große Menge, die schnell entsteht
  • schleichend - Adj./Adv. (Partizip I) - Bed.: sehr langsam und unauffällig
  • Hand in Hand - WG - Bed.: eine Entwicklung ist mit einer anderen verbunden
  • anschwellen - V: schwoll an/angeschwollen sein - Bed.: größer werden


  • Aufgaben:

    1. Notieren Sie in Stichpunkten alle Informationen, die sie zu den folgenden Regionen bekommen:
    (1) Asien
    (2) Ostasien
    (3) Südasien
    (4) China
    (5) Indien

    2. Schreiben Sie mithilfe dieser Informationen einen Text über die Entwicklung der Bevölkerung in Regionen Asiens.


    Wiederholung der Tempusformen

    Aufgabe:

    Setzen Sie in den Sätzen die in den Klammern stehenden Verben in der korrekten Tempusform ein. Begründen Sie Ihre Entscheidung.

    Blick in die Zukunft: Die Welt im Jahr 2050
    In vierzig Jahren (leben) etwa zweieinhalb Milliarden mehr Menschen auf unserem Planeten. In Japan und Russland (erblicken) im Jahr 2050 voraussichtlich weniger Kinder das Licht der Welt als derzeit, im Westen Europas dafür umso mehr. Das Land mit den meisten Einwohnern (sein) aller Wahrscheinlichkeit Indien. Diese und weitere Zahlenprognosen (veröffentlichen) die amerikanische Volkszählungsbehörde "Bureau of the Census".
    In den Untersuchungsergebnissen (sein) von einer sinkenden Geburtenrate in Japan und Russland die Rede. Die Folge: Im Jahr 2050 (verdrängen) die Nationen von den aktuellen Ranglisten neun (Japan) und zehn (Russland) und (landen) deutlich weiter hinten auf den Plätzen 16 und 17. "Eine der größten Veränderungen, die wir bisher (beobachten), (sein) ein Rückgang der Fruchtbarkeit in Industrieländern wie China, während in anderen Ländern ein leichter Anstieg zu erwarten (sein)", (zitieren) "time.com" die Projektleiterin Loraine West. Damit (feststehen), dass sich der Bevölkerungs-Boom in China innerhalb der kommenden Jahre allmählich (verlangsamen).
    Im Gegenzug (erleben) Italien und Spanien einen Aufwärtstrend in Sachen Geburtenrate, wenn es nach den Prognosen der Volkszählungsbehörde (gehen). "Aber wie weit (ansteigen) sie? Oder (schwanken) sie auf längere Sicht kontinuierlich? Das (abwarten müssen) wir", so West. Die Länder mit dem größten Bevölkerungszuwachs (sein) laut der Untersuchungsergebnisse Nigeria und Äthiopien. Nigeria, wo gegenwärtig ohnehin schon 166 Millionen Menschen (sich drängeln), (haben) im Jahr 2050 etwa 402 Millionen Einwohner. In Äthiopien die Zahl von 91 auf 278 Millionen (sich erhöhen sollen) – die ohnehin schon spärlichen Nahrungsressourcen (werden) dann noch knapper.
    Indien (überholen) das derzeit in Sachen Bevölkerungsdichte führende China um das Jahr 2025 herum. In den USA hingegen (sich ändern) dahingehend rein gar nichts: Die Nation (besetzen) mit einer Einwohnerzahl von 423 Millionen auch in Zukunft Rang drei. Allerdings (prophezeien) die Mitarbeiter der Studie dort eine demographische Verschiebung. Bereits jetzt (gehören) in den Vereinigten Staaten über die Hälfte der Kinder unter zwei Jahren einer ethnischen Minderheit an. Bedenkt man, dass die nicht-spanische, weiße Bevölkerung schon jetzt im Durchschnitt zehn Jahre älter (werden) als die restlichen Einwohner der USA, (sich verändern) das Land bis zum Jahr 2050 wohl ziemlich.
    Doch nicht nur in den USA, sondern auch im Rest der Welt (sich ändern) innerhalb der nächsten 40 Jahre die ethnische Zusammensetzung der für 2050 geschätzten 9,4 Milliarden Bewohner unseres Planeten. Zum Vergleich: Gegenwärtig (betragen) die Weltbevölkerung rund 6,9 Milliarden.
    (Nach: http://de.nachrichten.yahoo.com/blick-in-die-zukunft--die-welt-im-jahr-2050-.html)

    Schwerpunkt 9: Diagramm-Interpretation

    Schaubild: Die Entwicklung der Weltbevölkerung



    Aufgabe:

    Interpretieren Sie das Schaubild "Die Entwicklung der Weltbevölkerung".

    Methode:
    1. Schritt: Schreiben Sie eine Einleitung. Lösungsvorschlag:
    Das Schaubild stellt dar, wie sich die Weltbevölkerung von 2002 bis 2050 entwickelt. Die Informationen stammen aus dem Weltbevölkerungsbericht der Vereinten Nationen 2002, sie wurden in der FAZ publiziert. Das Schaubild besteht aus zwei Diagrammen, die die Entwicklung der Weltbevölkerung zwischen 2002 und 2050 sowie die voraussichtliche durchschnittliche Anzahl der Kinder pro Frau zwischen 2000 und 2005 darstellen.
    2. Schritt: Beschreiben Sie die Zahlenwerte der Diagramme. Lösungsvorschlag:
    Die Weltbevölkerungszahl wird von rund 6,2 Mrd. 2002 auf mehr als 9,3 Mrd. im Jahr 2050 anwachsen. Die Bevölkerungszahl in Asien und Ozeanien wird von 3,8 Mrd. Menschen im Jahr 2002 auf voraussichtlich knapp 5,5 Mrd. Menschen 2050 ansteigen. In Afrika bzw. in Lateinamerika wird sie von 830 Mio. auf 2 Mrd. bzw. von 530 Mio. auf 810 Mio. klettern. In Europa sinkt sie von 730 Mio. auf 600 Mio. und in Nordamerika schließlich wird die Bevölkerungszahl von 320 Mio. 2002 auf voraussichtlich 440 Mio. im Jahr 2050 zunehmen. Afrika steht bei der durchschnittlichen Kinderzahl pro Frau zwischen 2000 und 2005 an der ersten Position mit knapp 5 Kinder pro Frau. Es folgen Asien ohne Ozeanien und Lateinamerika mit jeweils etwa 2,5 Kinder je Frau. An der vorletzten Position rangiert Nordamerika mit 1,9 Kinder und Schlusslicht in dieser Rangfolge ist Europa mit einer durchschnittlichen Kinderzahl zwischen 2000 und 2005 von nur 1,34 Kinder pro Frau.
    3. Schritt: Stellen Sie zwischen den wichtigsten Informationen in beiden Diagrammen eine Beziehung her. Lösungsvorschlag:
    In Afrika bringt jede Frau zwischen 2000 und 2005 durchschnittlich knapp 5 Kinder zur Welt. Das hat zur Folge, dass sich die Bevölkerungszahl auf dem "Schwarzen Kontinent" bis 2050 mehr als verdoppeln wird. In Europa dagegen werden pro Frau nur etwa 1,3 Kinder geboren, was dazu führt, dass die Bevölkerungszahl um 130 Millionen Menschen abnehmen wird.
    4. Schritt: Erläutern Sie die Folgen der unterschiedlichen Entwicklungen in Afrika und Europa. Lösungsvorschlag:
    In Afrika wird die Bevölkerungszahl, verursacht durch die hohe Kinderzahl, am stärksten steigen. Das wird dazu führen, dass sich die wirtschaftlichen und sozialen Konflikte in vielen afrikanischen Staaten verschärfen werden. Ein besonders dramatisches Problem wird darin liegen, dass die Einwohnerzahl der Metropolen drastisch steigen wird. Immer mehr Menschen, die auf dem Land leben, sehen in ihrer Heimat keine Perspektiven mehr und sie machen sich auf den Weg in die Großstädte, um dort Arbeit zu finden. Sie landen aber in den Slums, wo sie ohne Arbeit unter katastrophalen hygienischen Bedingungen leben müssen. Armut, Analphabetentum, Hunger und Kriminalität sind die Folgen. Ganz anders stellen sich die Probleme in Europa dar. Hier sinkt die Bevölkerungszahl in einer Reihe von Ländern. Ein typisches Beispiel dafür ist Deutschland. Eine Folge des starken Bevölkerungsrückgangs ist, dass die gegenwärtigen Versicherungssysteme nicht mehr funktionieren werden. Denn mit dem Rückgang der Bevölkerung ist die Bevölkerungsalterung verbunden. Immer mehr alte Menschen müssen von immer weniger Jungen versorgt werden, damit stößt das System des "Generationenvertrags" an seine Grenzen.
    5. Schritt: Nennen Sie Maßnahmen zur Lösung der Probleme. Lösungsvorschlag:
    Für Afrika gibt es nur eine Lösung des Problems: Die durchschnittliche Zahl der Kinder pro Frau muss deutlich gesenkt werden. Realisiert werden kann das zum einen vor allem durch mehr Bildung für alle Menschen, vor allem aber für Frauen und Mädchen. Mangelnde Bildung ist eine der wichtigsten Ursachen für eine hohe Kinderzahl. Zum anderen müssen Familienplanungsprogramme durchgeführt werden, um die Zahl der Kinder auf etwa zwei bis drei zu senken.



    Schaubild: Die Bevölkerung in Deutschland



    Aufgabe:

    Interpretieren Sie das Schaubild aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 11.04.2004, S. 35.
    1. Einleitung
    2. Beschreibung der dargestellten Informationen
        - Entwicklung der Anteile der verschiedenen Altersgruppen an der deutschen Bevölkerung
        - Entwicklung der Gesamtbevölkerung
    3. Vergleich von Zahlenwerten
        - Gegenüberstellung der Entwicklung der unter 20-Jährigen sowie der über 60-Jährigen
    3. Interpretation der Informationen
        - Ursachen und Folgen der unterschiedlichen Entwicklung dieser Altersgruppen


    Schaubild: Bevölkerung wächst in armen Ländern



    Aufgabe:

    Interpretieren Sie das Schaubild "Bevölkerung wächst in armen Ländern" aus der Sächsischen Zeitung vom 12.03.2009, S. 4.
    1. Schritt: Schreiben Sie eine Einleitung.
    2. Schritt: Beschreiben Sie die Diagramme. Achten Sie auf die Zahlenangaben!
    3. Schritt: Vergleichen Sie die dargestellten Veränderungen.
    4. Schritt: Interpretieren Sie das Schaubild.
        - Ursachen und Folgen der unterschiedlichen Entwicklung in den verschiedenen Regionen.


    Schaubild: Afrika ist am jüngsten



    Aufgabe:

    Interpretieren Sie das Schaubild "Afrika ist am jüngsten" aus der Sächsischen Zeitung vom 09.10.2003.
    1. Schritt: Schreiben Sie eine Einleitung.
    2. Schritt: Beschreiben Sie die dargestellten Diagramme.
    3. Schritt: Gehen Sie auf die Folgen ein, die die unterschiedlichen Anteile auf den verschiedenen Kontinenten in der Zukunft haben werden.
    Verwenden Sie als Informationsgrundlage auch den Text "Global langsamer, regional schneller".


    Schaubild: Megacitys



    Aufgabe:

    Interpretieren Sie die Grafik "Die Verstädterung der Welt" aus der Sächsischen Zeitung vom 8./9. September 2007, S. M3.
    1. Schritt: Schreiben Sie eine Einleitung.
    2. Schritt: Beschreiben Sie die Zahlenwerte in Form einer Rangfolge.
    3. Schritt: Auf welchen Kontinenten leben die meisten Menschen in den Städten und warum?
    4. Schritt: Wie wird sich Ihrer Meinung nach der Anteil der Stadtbevölkerung in den nächsten Jahrzehnten verändern?


    Schaubild: Am Rande der großen Städte


    (Quelle: http://www.agenda21-treffpunkt.de/daten/globus/m3435.jpg)

    Aufgabe:

    Interpretieren Sie das Schaubild.
    1. Schritt: Schreiben Sie eine sinnvolle Einleitung.
    2. Schritt: Beschreiben Sie die Zahlenwerte beider Diagramme.
    3. Schritt: Beschreiben Sie die allgemeine Entwicklung und heben Sie in der Rangfolge einen Wert besonders hervor.
    4. Schritt: Interpretieren Sie die Folgen davon, dass immer mehr Menschen in Slums leben.
    5. Schritt: Was ist Ihre Meinung zu dieser Problematik?


    Schaubild: Was Studenten anlockt


    Aufgabe:

    Interpretieren Sie das Diagramm aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 22./23.06.2010, S. C4.
    Beschreiben Sie das Diagramm (Beachten Sie bei der Einleitung den Index.).
    Stellen Sie sinnvoll zwei Gründe für die Hochschulwahl gegenüber.
    Begründen Sie, warum manche Gründe eine wichtige Rolle für die Studienanfänger spielen und andere nur eine geringe Rolle.
    Welche Kriterien spielen für Sie eine wichtige Rolle bei der Hochschulwahl?


    Schaubild: Die am meisten verbreiteten Sprachen


    Aufgabe:

    Interpretieren Sie das Diagramm aus der Welt am Sonntag vom 25.09.2011, S. 66.
    Beschreiben Sie die beiden Diagramme.
    Unterscheiden Sie bei der Sprecherzahl zwischen Chinesisch und Englisch.
    Gehen Sie genauer auf die deutsche Sprache ein.
    Warum werden in Afrika und Asien die meisten Sprachen gesprochen?



    Schaubild: Weltbevölkerungsuhr 1997


    Aufgabe:

    Interpretieren Sie das Schaubild "Weltbevölkerungsuhr 1997".

    Schwerpunkt 10: Länderpräsentation

    Demografische und soziale Indikatoren

    Aufgaben:

    1. Ergänzen Sie mithilfe der Datenbank der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung die fehlenden Zahlenangaben über die Bundesrepublik Deutschland.

    Bevölkerung (Mitte 2011)
    81,8 Mio.
    Bevölkerungswachstumsrate: ...
    Gesamtfruchtbarkeitsrate: ...
    Bevölkerungsprojektion für 2050: ...
    Anteil der Bevölkerung unter 15 Jahren: ...
    Anteil der Bevölkerung über 65 Jahren: ...
    Lebenserwartung von Frauen: ...
    Lebenserwartung von Männern: ...
    Säuglingssterblichkeit pro 1.000 Geburten: ...
    Müttersterblichkeit pro 100.000 Geburten: ...
    Verheiratete Frauen, die Familienplanung anwenden: ...
    Anteil der HIV-infizierten Erwachsenen: ...


    2. Informieren Sie sich über die sprachlichen Mittel, um über die demografischen und sozialen Indikatoren für Deutschland zu sprechen/schreiben.

    Bevölkerung (Mitte 2010)
    81,6 Mio.
    Verben: leben; betragen, ...
    Zahlen runden
    Bevölkerungswachstumsrate: ... Verben: zunehmen; abnehmen
    Gesamtfruchtbarkeitsrate: ... Verb: zur Welt bringen
    Bevölkerungsprojektion für 2050: ... Verb: leben
    Vermutung
    Städtische Bevölkerung: ... Verben: leben; betragen, ...
    Anteile
    Anteil der Bevölkerung unter 15 Jahren: ... Gegenüberstellung
    Verben: betragen, ...
    Zahlen runden
    Anteil der Bevölkerung über 65 Jahren: ... Gegenüberstellung
    Verben: betragen, ...
    Zahlen runden
    Lebenserwartung von Frauen: ... Verben: betragen, ...
    Verben: leben, alt werden, haben
    Gegenüberstellung
    Lebenserwartung von Männern: ... Verben: betragen, ...
    Verben: leben, alt werden, haben
    Gegenüberstellung
    Säuglingssterblichkeit pro 1.000 Geburten: ... Verben: sterben; betragen, ...
    Müttersterblichkeit pro 100.000 Geburten: ... Verben: sterben; betragen, ...
    Betreute Geburten: ... Verb: betreut werden
    Verheiratete Frauen, die moderne Verhütungsmethoden anwenden: ... Verben: anwenden, nutzen, verwenden
    Anteil der HIV-infizierten Erwachsenen: ... Verben: betragen, ...; infiziert sein


    3. Informieren Sie sich über die sprachlichen Mittel, um Anteile wiederzugeben.

    durch Angabe der konkreten Prozentzahl [+ Genitiv] 77,3% der Bevölkerung Frankreichs leben in Städten.
    durch die gerundete Prozentzahl [+ Genitiv] Knapp 60% der griechischen Bevölkerung leben in Städten. [Es sind genau 59%.]
    durch Formulierungen wie "die Hälfte", "ein Drittel", "ein Viertel", "ein Zehntel" usw. [+ Genitiv] Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung Italiens leben in Städten. [Es sind genau 68%.]
    durch die Formulierung "[Zahl von 2 bis 9] von zehn" Fast acht von zehn Menschen in Norwegen leben in Städten. [Es sind genau 78%.]
    durch die Formulierung "jeder + Ordnungszahl" Etwa jeder dritte Mensch in Sambia in Afrika lebt in einer Stadt. [Es sind genau 35%.]
    durch unbestimmte Angaben wie "ein großer Teil", "der größte Teil", "ein kleiner Teil" usw. [+ Genitiv] Ein großer Teil der Bevölkerung Japans lebt in Städten. [Es sind genau 79%.]


    4. Geben Sie die Anteile durch gerundete Zahlen wieder.

    Anteil der städtischen Bevölkerung Mitte 2007 Anteil der Bevölkerung unter 15 Jahren Mitte 2007
    Ägypten: 43% Bolivien: 39%
    Afghanistan: 20% Brasilien: 28%
    Algerien: 58% Bulgarien: 12%
    Andorra: 91% Chile: 25%
    Armenien: 64% Großbritannien: 17%
    Belgien: 98% Guinea: 46%

    Beispiel:
    In Ägypten lebten Mitte 2007 mehr als vier von zehn Menschen in der Stadt.

    5. Anteile in Überschriften: Sagen Sie es anders, nennen Sie die Prozentzahlen.

    (1) Schon jedes 20. Neugeborene hat einen Vater über 50
    (2) Jede zehnte Frau bleibt wegen der Familie zu Hause
    (3) Jeder fünfte Mann trinkt bei Schlafproblemen Alkohol
    (4) Deutsche weltweit auf Platz 3: Jeder hundertste Deutsche ist Millionär
    (5) Statistik: Fast jeder sechste Deutsche von Armut bedroht
    (6) Umfrage: Fast jeder zweite Deutsche hat Angst vor Inflation
    (7) UN-Sozialbericht: Jeder vierte deutsche Schüler ohne Frühstück
    (8) Jede fünfzigste Frau hat gesundheitliche Probleme im Zusammenhang mit Alkohol


    6. Recherchieren Sie bei Wikipedia bzw. bei DSW und sagen Sie es anders. Verwenden Sie konkrete (oder gerundete) Prozentzahlen.

    Knapp drei Viertel der Gesamtbevölkerung in den USA sind Amerikaner mit europäischen Vorfahren. ...% der Gesamtbevölkerung in den USA sind Amerikaner mit europäischen Vorfahren.
    Fast ein Drittel der deutschen Staatsbürger gehört der römisch-katholischen Kirche an. ...
    Die Hälfte der nordafrikanischen Bevölkerung lebt in Städten. ...
    Weniger als jeder vierte Bewohner von Malaysia ist chinesischer Herkunft. ...
    Reichlich drei Viertel der Einwohner Singapurs stammen aus China, knapp jeder Sechste kommt aus Malaysia und fast jeder Zehnte ist ein Inder. ...
    Persisch ist die Muttersprache von etwa einem Viertel der Bevölkerung in Afghanistan. ...
    Ein kleiner Teil der Bevölkerung von Italien ist zwischen 0 und 14 Jahre alt, etwa zwei Drittel der Bevölkerung sind zwischen 15 und 64 Jahre alt. ...

    Wichtiger Hinweis:
    Machen Sie nicht den gleichen Fehler, den ein deutscher Journalist (!!) im folgenden Satz gemacht hat:
    "Die Umfrage unter 22.000 Unternehmen zeigt, dass jeder fünfte Betrieb mehr investieren will; Anfang des Jahres war es nur jeder vierte."
    Ein 2. Beispiel:
    "Die Regelung sieht vor, dass für Gesetze, die im Schnellverfahren verabschiedet werden, künftig nicht mehr eine Dreifünftel-, sondern nur noch eine Zweidrittel-Mehrheit erforderlich ist."
    (http://www.sueddeutsche.de/politik/pressefreiheit-in-ungarn-gericht-erklaert-mediengesetz-fuer-verfassungswidrig-1.1239540)


    7. Informieren Sie über die demografischen und sozialen Indikatoren von Deutschland.

    Lösungsvorschlag:
    Ich möchte über die demografischen und sozialen Indikatoren von Deutschland informieren. Mitte 2009 lebten in Deutschland mehr als 82 Mio. Menschen. Die Bevölkerungszahl sinkt mit 0,2 Prozent pro Jahr. Jede Frau bringt im Durchschnitt 1,3 Kinder zur Welt. Im Jahr 2050 werden voraussichtlich nur noch 71,4 Mio. Menschen in Deutschland leben. Knapp drei Viertel der Bevölkerung Deutschlands leben in Städten. Der Anteil der Bevölkerung unter 15 Jahren beträgt 14 Prozent, der Anteil der über 65-Jährigen dagegen liegt bei zirka 20 Prozent. Während die Lebenserwartung von Frauen bei 82 Jahren liegt, beträgt sie für Männer nur 77 Jahre. Knapp 4 von 1.000 Säuglingen und 4 von 100.000 Müttern sterben bei der Geburt. Zwei Drittel der verheirateten Frauen wenden moderne Verhütungsmethoden an. Und schließlich sind 0,1% der Erwachsenen in Deutschland HIV-infiziert.


    8. Informieren Sie sich unter der Adresse der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung über ein Land Ihrer Wahl. Stellen Sie die demografische und soziale Situation in diesem Land vor.

    Schwerpunkt 11: Leseverstehen

    Peking hat Durst
    In Chinas Hauptstadt ist Trinkwasser knapp. Neue Wälder und Obstplantagen sollen die Versorgung sichern
    Der Miyun-Stausee, gelegen rund hundert Kilometer nordöstlich von Peking, ist die wichtigste Trinkwasserquelle für die chinesische Hauptstadt mit ihren 14 Millionen Einwohnern. In den vergangenen Jahren ist der Pegel des Reservoirs drastisch gefallen: Statt 2,6 Milliarden Kubikmeter Wasser enthält es nur noch 0,6 Milliarden Kubikmeter. Seit 1999 leidet Peking unter anhaltender Dürre und die ohnehin sehr trockene Region hat mit einem immer schlimmer werdenden Wassermangel zu kämpfen. Das Wachstum der Stadt und ihrer Bevölkerung haben zu einem starken Anstieg des Wasserverbrauchs geführt, die Grundwasservorräte der Stadt sind nahezu erschöpft. Peking benötigt derzeit rund 4 Milliarden Kubikmeter Wasser im Jahr.
    Es ist nicht nur die anhaltende Trockenheit, die Peking zu schaffen macht. Auch andere Faktoren tragen dazu bei, dass die Vorräte des Miyun-Stausees fast erschöpft sind. So wird in den umliegenden Provinzen seit Jahrzehnten immer mehr Wasser aus den Zuflüssen des Miyun-Stausees abgezweigt und auf die Reis- und Weizenfelder der Region geleitet. Und das wenige verbliebene Wasser ist durch Industrieabwässer, Abfälle aus Siedlungen sowie durch Dünger so verschmutzt, dass es erst aufwändig aufbereitet werden muss, bevor es trinkbar ist. Außerdem mangelt es in China an Erfahrungen in der Waldpflege. Das mache sich auch am Miyun-See bemerkbar: Bis in die achtziger Jahre wurden die Wälder um den Stausee abgeholzt und anschließend mit Baumarten aufgeforstet, die nicht an die klimatischen Verhältnisse angepasst sind. Diese Wälder, meist Monokulturen, verbrauchen viel Wasser oder können Niederschläge kaum speichern. Andernorts, wo die Vegetation ganz fehlt, wird bei den starken Regenfällen im Sommer der Boden weggespült - das Gewässer verschlammt.
    Ein Projekt am Miyun-Stausee soll eine bessere Forstwirtschaft und eine besser an die Trockenheit angepasste Landwirtschaft einführen und so die wertvollen Ressource sichern. Dafür musste ein neues Konzept für die Flächennutzung her. Eine Wasserschutzzonenverordnung untersagt bestimmte Aktivitäten in bestimmten Bereichen um den See. Zahlreiche kleine Fabriken, Bergbaugruben und touristische Einrichtungen, die viel Wasser verbrauchen, wurden schon geschlossen. Auch die Landwirtschaft wurde eingeschränkt. Der Großteil der den See umgebenden Fläche soll nun dem Wald überlassen werden.
    Es wurden vor allem Kiefern und Eichen angepflanzt. Sie helfen dabei, dass das Regenwasser langsamer in den Boden sickert und als sauberes Grundwasser den See auffüllt. Die Wälder müssen allerdings intensiver gepflegt werden als bisher. Doch an Förstern, die diese Aufgabe von den Bauern übernehmen können, mangelt es.
    Weil man die Landwirtschaft, den größten Wasserverbraucher im Einzugsgebiet des Sees, nicht ganz einstellen kann, werden auch Methoden für eine Wasser sparendere Bewirtschaftung getestet. Die Bauern hier müssen sich an die Anforderungen des Wasserschutzes anpassen. Sie werden deshalb in Zukunft auf den Anbau von Reis und Weizen verzichten müssen, weil dabei sehr viel Wasser verbraucht wird. Stattdessen sollen sie Obstplantagen anlegen.
    In einem Dorf am Miyun-See wurde neben effizienteren Bewässerungstechniken eine Birnensorte eingeführt, die nur wenig Wasser verbraucht. In einem anderen Dorf werden nun Esskastanien angebaut. Viele Bauern waren anfangs aber sehr skeptisch und blieben bei ihrem Getreide. Die Landwirte befürchteten zunächst Verluste durch die Umstellung, dann aber erwiesen sich die neuen Pflanzen als ertragreich. Zudem brauchen sie weniger Dünger als das Getreide und müssen nicht so oft mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden. Weil auch der Markt die neuen Produkte gut annimmt, sind die Bauern mittlerweile überzeugt von der Umstellung.
    Dieses Projekt zum Schutz des Miyun-Stausees soll anderen Regionen als Vorbild dienen. Denn es gibt in China hunderte Städte, die unter Wassermangel leiden. Dort sind die Probleme ähnlich wie am Miyun-See.
    (Nach: Berliner Zeitung, 05. August 2004 - http://www.sanquell.de/wasser/info/medienberichte/peking.htm)

    Worterklärungen:

  • zu schaffen machen - V: machte zu schaffen/zu schaffen gemacht haben - Bed.: etwas bereitet viele Probleme
  • Provinz - S: die;-;-en - Bed.: ein Gebiet eines Staates mit eigener Verwaltung; Wikipedia-Definition
  • abzweigen - V: zweigte ab/abgezweigt haben - Bed.: etwas wegnehmen
  • andernorts - Adv. - Bed.: an anderen Orten
  • verschlammen - V: verschlammte/verschlammt haben - Bed.: ein feuchter Boden ohne Vegetation entsteht
  • Bergbaugrube - S: die;-;-n - Zus.: Grube - Bed.: ein Bergwerk
  • Kiefer - S: die;-;-n - Bed.: ein Nadelbaum
  • Eiche - S: die;-;-n - Bed.: ein Laubbaum
  • Förster - S: der;-s;- - Bed.: ein Mensch, der beruflich für einen Wald verantwortlich ist
  • Einzugsgebiet - S: das;-s;-e - Zus.: Gebiet - Bed.: hier: das Gebiet um den See herum
  • Weizen - S: der;-s;kein Plural - Bed.: eine Getreidesorte
  • Birne - S: die;-;-n - Bed.: eine Obstsorte
  • Kastanie - S: die;-;-n - Bed.: eine Baumfrucht


  • Aufgabe:

    Lesen Sie den Text "Peking hat Durst" mithilfe eines Wörterbuchs.
    Notieren Sie die Informationen, die Sie zur Beantwortung der folgenden Fragen im Text finden, in Stichpunkten.
    1. Welche Probleme hat Peking?
    2. Warum ist der Miyun-Stausee fast leer?
    3. Was beinhaltet das Projekt am Miyun-Stausee?
    4. Wie reagierten die Bauern in der Umgebung auf das Projekt?
    Beantworten Sie die Fragen in vollständigen Sätzen.


    Klimaerwärmung bringt mehr Regen nach Deutschland
    Die Winter in Deutschland werden milder und feuchter, die Sommer etwas trockener. Das sagt das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) voraus. Während sich der globale Klimawandel auf viel ärmere Länder katastrophal auswirkt, haben die Menschen in Deutschland nach Angaben des PIK eine Chance, sich darauf einzustellen. Dies betreffe u.a. den Wein- und Getreideanbau, Wälder und Tourismus.
    Das Jahr 2000 war das wärmste Jahr im 20. Jahrhundert. Seit 1988 registrieren Klima-Experten ununterbrochen "zu warme" Jahre. Eine solche Folge von warmen Jahren hat es im 20. Jahrhundert in Deutschland noch nicht gegeben. Das Klima in Deutschland wird sich innerhalb der nächsten Jahrzehnte in einigen Gebieten weiter verändern. Im Winter ist weiter mit milder und feuchter Luft vom Atlantik zu rechnen, was zu mehr Niederschlägen und häufigerem Tauwetter führt, vor allem im Westen und Süden Deutschlands. Im Sommer dagegen werden Hitze- und Trockenperioden zunehmen und es wird insgesamt etwas weniger regnen. Diese Trockenheit im Sommer kann auch negative Folgen für die Landwirtschaft haben. Aufgrund von Wassermangel kann im Nordosten Deutschlands der Getreide-Ertrag um 2 bis 6 Prozent sinken. Allerdings können die Bauern auch auf andere Getreidesorten umsteigen, die bei höheren Temperaturen schneller wachsen. Andererseits vermehren sich bei milden Wintern und heißen Sommern auch Schädlinge. Auch hier könnte der Anbau schädlingsresistenter Sorten wie z.B. Mais eine Lösung bringen.
    Für den Weinanbau hat ein heißer und langer Sommer negative und positive Seiten. So könnten höhere Temperaturen - vor allem nachts - die Qualität bestimmter Weinsorten gefährden. Allerdings erlauben die längeren Reifungszeiten möglicherweise höhere Qualitäten beim Anbau von Rotwein.
    Die Bäume in deutschen Wäldern sind in den vergangenen 30 Jahren bereits schneller als zuvor gewachsen, was auf wärmere Frühjahre und Winter zurückzuführen ist. Als Gründe gelten außerdem der erhöhte Kohlendioxidgehalt der Luft und die vermehrte Aufnahme von Stickstoffen aus Abgasen, die zu krankhaft schnellerem Wachstum führen. Trockenere Sommer können im Wald Ertragsrückgänge, vermehrt auftretende Waldbrände und mehr Schädlinge mit sich bringen.
    Für die Küsten Deutschlands wird mit einem Anstieg des Meeresspiegels von 11 bis 88 cm in diesem Jahrhundert gerechnet. Außerdem wird es häufigere, stärkere und ausdauerndere Stürme an den Küsten geben.
    Für den Tourismus gibt es sowohl negative als auch positive Auswirkungen. Positiv könnte sich die Klimaerwärmung an den Küsten auswirken, weil sich dadurch die Attraktivität der Küstenregionen für die Urlauber erhöht. Wärmere Winter verringern jedoch den Schneefall in den Mittelgebirgen und in den Hochgebirgen bedingen die erwarteten höheren Niederschläge eine Zunahme von Lawinen.
    (Nach: Yahoo! Schlagzeilen/Wissenschaft am 09.05.2001)

    Worterklärungen:

  • mild - Adj./Adv. - Bed.: nicht sehr kalt und nicht sehr warm
  • Tauwetter - S: das;-s;- (Plural unüblich) - Zus.: Wetter - Bed.: Wetter mit relativ hohen Temperaturen, bei denen der Schnee schmilzt
  • Schädling - S: der;-s;-e - Bed.: Tiere/Pflanzen, die anderen Lebewesen schaden
  • schädlingsresistent - Adj./Adv. - Bed.: gegenüber Schädlingen widerstandsfähig
  • Frühjahr - S: das;-s;-e - Zus.: Jahr - Bed.: Synonym zu Frühling
  • Lawine - S: die;-;-n - Bed.: eine große Menge von Schnee, Eis oder Gestein, die sich schnell einen Berg hinunter bewegt und dabei große Zerstörungen anrichten kann


  • Aufgaben:

    1. Notieren Sie in nominalen Stichpunkten die Folgen der Klimaerwärmung für die folgenden Bereiche:
        (1) die Landwirtschaft
        (2) den Weinanbau
        (3) den Wald
        (4) die Meeresküsten
        (5) den Tourismus

    2. Informieren Sie mithilfe dieser Stichpunkte über die Folgen der Klimaerwärmung in Deutschland.
    Beginnen Sie mit einem Einleitungssatz.
    Achten Sie bei jedem neuen Bereich auf eine kurze Überleitung.
    Verwenden Sie Verben, die eine Ursache-Folge-Beziehung zum Ausdruck bringen.


    Sauberes Wasser ist knapp
    Mehr als 1,1 Milliarden Menschen auf der Erde haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und 2,4 Milliarden verfügen nicht über sanitäre Einrichtungen wie z.B. Toiletten. Das kostbare Nass Trinkwasser ist scheinbar im Überfluss vorhanden, doch die Vorräte auf der Erde sind ungleich verteilt. Während ein paar Länder über 60 Prozent der Süßwasserreserven verfügen, muss Asien, wo knapp 60 Prozent der Weltbevölkerung leben, mit 30 Prozent des Wassers auskommen. Und in einem Gebiet, das sich von Tunesien bis nach Pakistan und südlich bis zum Sudan erstreckt, ist der Wassermangel besonders groß. Pro Kopf und Jahr stehen hier einschließlich des landwirtschaftlichen Verbrauchs durchschnittlich weniger als 1.000 Kubikmeter Süßwasser zur Verfügung. Deshalb spricht man in diesem Gebiet auch von einem "chronischen Wassermangel".
    Ein weiteres Problem ist die Qualität des Trinkwassers. Je mehr Trinkwasser verbraucht wird, desto mehr Abwasser entsteht. In den Entwicklungsländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas gelangen 90 Prozent des verunreinigten Wassers und 70 Prozent der Industrieabfälle ungereinigt ins Oberflächenwasser. Als Folge davon sterben jedes Jahr über 5 Millionen Menschen an Krankheiten, die durch das schmutzige Wasser hervorgerufen werden. Wenn die Weltbevölkerung tatsächlich von derzeit 6,5 Milliarden auf die prognostizierten 8,5 Milliarden im Jahr 2025 anwächst, dann würde pro Kopf knapp ein Drittel weniger Süßwasser zur Verfügung stehen. Laut UN werden bei gleich bleibend steigendem Verbrauch in 20 Jahren 1,8 Milliarden Menschen in Regionen leben, in denen absoluter Wassermangel herrscht. Für fünf weitere Milliarden Menschen wird sich der Bedarf nicht vollständig decken lassen.
    Die Situation wird sich nicht zuletzt durch die anhaltende Landflucht und die Konzentration der Bevölkerung in Megastädten verschärfen. Im Jahr 2020 werden von den 33 Städten mit über 8 Millionen Einwohnern 27 in Ländern des Südens liegen, was einen erhöhten Wasserverbrauch der privaten Haushalte nach sich ziehen wird.
    Je höher der Lebensstandard ist, desto größer ist die Wasserverschwendung. Die vielen Haushaltsgeräte der Reichen treiben den Wasserverbrauch in die Höhe, kein Umweltbewusstsein und kein Kostendenken vermag ihn zu bremsen. Die ärmere Bevölkerung dagegen spart Wasser, sobald die Versorger die Preise erhöhen. Die Europäer konsumieren heute achtmal so viel Süßwasser wie ihre Großeltern, nämlich zwischen 100 und 200 Liter täglich. Ein Australier verbraucht sogar durchschnittlich mehr als 1.000 Liter am Tag und ein US-Amerikaner 300 bis 400 Liter. In einigen Entwicklungsländern dagegen liegt der durchschnittliche Tagesverbrauch bei wenigen Litern.
    Nur 55 Prozent des entnommenen Wassers werden wirklich verbraucht, die übrigen 45 Prozent sind Verluste, z.B. durch undichte Rohrleitungen oder durch Versickerung und Verdunstung bei der landwirtschaftlichen Nutzung, die immerhin 70 Prozent des weltweiten Wasserverbrauchs ausmacht. Um aber die Weltbevölkerung zu ernähren, müsste die landwirtschaftliche Produktion gesteigert und die Bewässerung um weitere 17 Prozent erhöht werden.
    Rein technische Maßnahmen wie die Meerwasserentsalzung sind zu teuer und energieaufwändig, um in größerem Maßstab Abhilfe zu schaffen. Viel sinnvoller wäre es, für eine effizientere Nutzung der knappen Ressourcen zu sorgen. Insbesondere bei der Bewässerung und beim Trinkwasser müssen Anlagen und Leitungen überholt bzw. neue gebaut werden. Außerdem müssen die Wasservorräte geschützt und die Verschmutzung muss weiter bekämpft werden. Nach Schätzungen von Finanzinstituten müssten dafür in den kommenden 25 Jahren 180 Milliarden Dollar jährlich investiert werden, derzeit belaufen sich die Investitionen in die Wasserinfrastruktur auf jährlich 75 Milliarden Dollar. Und schließlich hält die Weltbank die Privatisierung des Wassers für die beste Methode, das Wasserangebot zu verbessern. Zurzeit sind erst fünf Prozent der Weltwasservorräte privatisiert. Viele Organisationen jedoch verurteilen eine solche Vermarktung des Wassers und fordern, dass Wasser kostenlos sein oder zum Selbstkostenpreis abgegeben werden muss. Aber den werden die Ärmsten der Armen auch nicht bezahlen können.
    (Nach: Atlas der Globalisierung. Die neuen Daten und Fakten zur Lage der Welt. LE MON-DE diplomatique, S. 14-15)

    Worterklärungen:

  • Nass - S: das;-es;kein Plural - Bed.: stilistisch gehobene Bezeichnung für Wasser
  • Überfluss - S: der;-es;kein Plural - A: Mangel - Bed.: mehr, als benötigt wird

  • Landflucht - S: die;-;kein Plural - Bed.: die massenhafte Abwanderung von Menschen vom Land in die Stadt (z.B. um dort Arbeit zu finden)


  • Aufgabe:

    Lesen Sie den Text "Sauberes Wasser ist knapp" und beantworten Sie die Fragen in vollständigen Sätzen.
    1. Wie ist das Trinkwasser auf der Erde verteilt?
    2. Was zieht die Tatsache nach sich, dass ein großer Teil des Trinkwassers nicht gereinigt wird?
    3. Welchen Einfluss haben die steigenden Bevölkerungszahlen auf die Trinkwasserversorgung?
    4. In welchem Verhältnis stehen Reichtum der Menschen und Trinkwasserverbrauch?
    5. Wodurch kann die Versorgung mit Wasser für die Landwirtschaft verbessert werden?


    Milliarden von Menschen können sich nie satt trinken
    Wasser ist unabdingbar für das Wohlbefinden der Menschen und den Schutz der Natur. Die Verfügbarkeit von sauberem Trinkwasser entscheidet über Leben und Tod, die von wirtschaftlichem Nutzwasser über Fortschritt oder Armut. Wasser kann Anlass kriegerischer Konflikte sein.
    Bis 2050 wird die Weltbevölkerung nach UN-Prognosen bei 9,4 Mrd. Menschen liegen, doch schon heute, bei 6,3 Mrd., ist das Wasser laut WHO in vielen Teilen der Welt äußerst knapp, haben 1,1 Mrd. Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser, müssen 2,4 Mrd. ohne angemessene sanitäre Anlagen auskommen, sind mehr als drei Milliarden Menschen von wasserbedingten Krankheiten betroffen. Allein in Afrika sterben pro Jahr zwei Millionen an Krankheiten, die durch verseuchtes Wasser hervorgerufen werden.
    Die Entwicklung unserer Wasserressourcen kann daher nur bedeuten, sauberes Trinkwasser und sichere sanitäre Verhältnisse für alle zu garantieren und, parallel dazu, für den Wasserbedarf von Industrie und Landwirtschaft zu sichern, was gebraucht wird. Das globale Wasserproblem erscheint dabei in zwei Grundproblemen: Wasserknappheit und -verschmutzung. Ersteres wird zunächst durch natürliche Faktoren verursacht, etwa Trockenheit und Dürre, andererseits durch den so genannten "Wasser-Stress", d.h. die Folge einer rivalisierenden Nachfrage. Wasserknappheit korrespondiert zudem mit wachsenden Bevölkerungszahlen sowie fortschreitender Verstädterung. Unter diesen Umständen kann nur in sehr unterschiedlichem Maße über Frischwasser verfügt werden.
    In Asien liegt heute der Wasservorrat pro Kopf bei weniger als 50% des Weltdurchschnitts. In Afrika sind Wasserressourcen unzureichend erschlossen oder regional höchst ungleich verteilt. In Nord- und Südamerika wie im Raum der ehemaligen Sowjetunion erscheinen die Wasservorräte generell groß, es gibt jedoch auch hier von Region zu Region teilweise ein beachtliches Gefälle. Die Regenhäufigkeit in Nordafrika, der Sahelzone oder auf der Arabischen Halbinsel ist bekanntermaßen großen Schwankungen unterworfen.
    Die angedeuteten natürlichen Grenzen verfügbarer Wasserreservoire werden durch Faktoren wie Bevölkerungswachstum, Urbanisierung, agrarischer und industrieller Fortschritt überlagert.
    Hohe Bevölkerungsdichte hat in einigen Teilen der Welt zu rücksichtsloser Abholzung der Wälder geführt, wodurch Bodenerosion, Dürre oder Überschwemmungen verursacht werden. Rund sechs Millionen Hektar Land degenerieren jährlich zu Wüste. Mit der Entwaldung des Amazonas-Gebietes ändern sich die hydrologischen Bedingungen, d.h. es wird eine geringere Verdunstung und demzufolge geringere Niederschlagsmengen geben. Künstliche Bewässerung, für die in der Welt prozentual das meiste Wasser verwendet wird, trägt durch die damit einhergehende Verdunstung ebenfalls zur Wasserknappheit bei.
    (Nach: Udo E. Simonis in: http://www.freitag.de/ - Zugriff am 22.12.2003)

    Worterklärungen:

  • unabdinbar sein - V: war unabdingbar/unabdingbar gewesen sein - S: Unabdingbarkeit - Bed.: unbedingt notwendig sein
  • angemessen - Adj./Adv. - Sy: adäquat - Bed.: den Umständen entsprechend
  • korrespondieren mit - V: korrespondierte/korrespondiert haben - Bed.: in einem Zusammenhang mit etwas stehen
  • Gefälle - S: das;-s;- - Bed.: Unterschied zwischen zwei oder mehreren Werten
  • Urbanisierung - S: die;-;-en - V: urbanisieren - Sy: Verstädterung
  • degenerieren - V: degenerierte/degeneriert haben - S: Degenerierung - Bed.: sich verschlechtern


  • Aufgabe:

    Lesen Sie den Text "Milliarden von Menschen können sich nie satt trinken" und beantworten Sie die Fragen in vollständigen Sätzen.
    1. Welche Bedeutung hat Wasser für Mensch und Natur?
    2. Welche Situation in Bezug auf das Wasser konstatiert die WHO heute?
    3. Welche Aufgaben stehen vor der Menschheit?
    4. Warum kann nur in unterschiedlichem Maße über Frischwasser verfügt werden?
    5. Wie steht Wasser in Nord- und Südamerika zur Verfügung?
    6. Wozu führt eine hohe Bevölkerungsdichte?

    Schwerpunkt 12: Grafiken interpretieren

    Schaubild: Wasserverbrauch in Europa

    Aufgabe:

    Interpretieren Sie das Schaubild aus "www.ewu-aqua.de/".


    Beschreiben Sie zuerst die dargestellten Informationen.
    Stellen Sie den Wasserverbrauch in zwei geeigneten Ländern gegenüber.
    Erläutern Sie, warum sich der Wasserverbrauch in diesen beiden Ländern so stark unterscheidet. Vermuten Sie, falls Sie keine sicheren Informationen haben.
    Das folgende Diagramm aus der Zeitschrift "Die Welt" vom 18.08.2008, S. 9, können Sie als Argumentationshilfe verwenden.




    Schaubild: Wassergebrauch: Sparziel erreicht

    Aufgabe:

    Interpretieren Sie das Schaubild aus "www.trinkwasserspezi.de/".



    Beschreiben Sie zuerst die in der Grafik dargestellten Informationen.
    Achten Sie auf den Vergleich der wichtigsten Daten nach der Beschreibung.
    Erläutern Sie, warum der Wasserverbrauch in Deutschland gesunken ist.
    Wo lässt sich bei der Wasserverwendung Wasser sparen?
    Wo können Sie selbst Wasser sparen?


    Schaubild: Wasserverwendung in Deutschland

    Aufgabe:

    Interpretieren Sie das Schaubild. Gehen Sie dabei besonders darauf ein, wo Wasser gespart werden könnte.



    Schwerpunkt 13: Zustimmen - Ablehnen

    Sprachliche Mittel

    1. einer Meinung zustimmen:
    - Es stimmt, dass ...
    - Ich stimme dir/Ihnen zu, dass ...
    - Ich stimme deiner/Ihrer Meinung zu, dass ...
    - Ich gebe dir/Ihnen Recht, dass ...
    - Sie haben Recht, dass ...
    - Ich bin auch deiner/Ihrer Ansicht, dass ...

    2. eine Meinung ablehnen:
    - Es stimmt nicht, dass ...
    - Ich stimme dir/Ihnen nicht zu, dass ...
    - Ich stimme deiner/Ihrer Meinung nicht zu, dass ...
    - Ich bin nicht deiner/Ihrer Ansicht, dass ...

    Aufgabe:

    Stimmen Sie den folgenden Aussagen zu bzw. lehnen Sie sie ab.
    Begründen Sie kurz Ihre Meinung.

    Meinung Zustimmung/Ablehnung Begründung
    "Die nächsten Kriege werden um Wasser geführt."
    (Vizepräsident der Weltbank 1997)
    Zustimmung in vielen Ländern der Erde: chronischer Wassermangel
    "Wasser ist eine Voraussetzung für das Überleben von Mensch und Ökosystemen sowie von ökonomischer Entwicklung."
    (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ))
    ... ...
    "Eine Lösung des globalen Wasserproblems ist die Entsalzung von Meereswasser." ... ...
    "Jeder Mensch muss Zugang zu sauberem Wasser in ausreichender Menge bekommen." ... ...
    "Die beste Wasserquelle ist effizienter Umgang mit Wasser."
    (Andreas Kuck von der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ))
    ... ...
    "Vor allem Kinder leiden unter den Folgen von Wassermangel."
    (UNICEF)
    ... ...
    "In vielen Regionen der Welt, wie z.B. in Indien und Indonesien, ist die Hygiene ein größeres Problem als die Versorgung selbst." ... ...