Wichtiger Hinweis:
Beachten Sie, dass in dieser Rangfolge der "schlechteste" Wert oben steht. Sie können also nicht beginnen:
"Spitzenreiter ist Afghanistan mit ..."
weil die Formulierungen "Spitzenreiter" oder "an der Spitze stehen" eine positive Bedeutung haben.
Zu empfehlen sind deshalb neutrale Formulierungen, wie z.B.
"Das Land mit der höchsten Säuglingssterblichkeit ist Afghanistan mit ... Es folgen ... Das Land mit der niedrigsten Säuglingssterblichkeit in dieser Rangfolge ist Niger mit ..."
Beachten Sie außerdem, wie Sie den Wert "123 von 1.000" ausdrücken müssen. |
Rangfolge: Jährliche Bevölkerungswachstumsraten in verschiedenen Ländern
| 1. |
Sudan |
2,8 % |
| 2. |
Marokko |
1,5 % |
| 3. |
Algerien |
1,5 % |
| 4. |
Mongolei |
1,2 % |
| 5. |
Tunesien |
1,1 % |
| 6. |
Südkorea |
0,7 % |
| 7. |
China |
0,6 % |
| 8. |
Kanada |
0,3 % |
| 9. |
Polen |
0,0 % |
| 10. |
Deutschland |
-0,1 % |
| 11. |
Rumänien |
-0,3 % |
| 12. |
Russland |
-0,6 % |
(Quelle:
dsw-online)
Rangfolge: Die größten Megastädte der Welt 2007
| 1. |
Tokio |
Japan |
35,0 Mio. |
| 2. |
Delhi |
Indien |
25,0 Mio. |
| 3. |
Seoul |
Südkorea |
23,0 Mio. |
| 4. |
Mumbai |
Indien |
21,0 Mio. |
| 5. |
São Paulo |
Brasilien |
20,0 Mio. |
| 6. |
Mexiko-City |
Mexiko |
19,0 Mio. |
| 7. |
New York |
USA |
18,9 Mio. |
| 8. |
Jakarta |
Indonesien |
18,6 Mio. |
| 9. |
Manila |
Philippinen |
18,5 Mio. |
| 10. |
Shanghai |
China |
18,4 Mio. |
(Quelle: http://www.laender-lexikon.de/Mega-St%C3%A4dte)
Schwerpunkt 5: Leseverstehen/Informieren
Deutschland in 50 Jahren: Ein Land der Greise
In den nächsten 50 Jahren wird es in Deutschland
nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes bis zu 17 Millionen Menschen weniger geben. Diese Entwicklung werde mit einer dramatischen Änderung der Altersstruktur
einhergehen, sagte der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Johannes Hahlen, gestern in Berlin bei der Vorstellung der neunten Bevölkerungsvorausberechnung. Das niedrige Geburtsniveau
führe dazu, dass in 50 Jahren die 58- bis 63-Jährigen die stärkste Bevölkerungsgruppe
darstellen werden.
Derzeit seien es die 35- bis 40-Jährigen.
Der seit 30 Jahren in Deutschland anhaltende Geburtenrückgang wird nach Angaben des Bundesamtes bis zum Jahr 2050 weiter zunehmen. Die Bevölkerungsabnahme von derzeit 82 Millionen auf bis zu 65 Millionen im Jahr 2050 könne auch durch eine hohe Zuwanderung aus dem Ausland nicht
ausgeglichen werden,
erklärte Hahlen.
Weiter
prognostizieren die Statistiker in den kommenden 50 Jahren eine Steigerung der Lebenserwartung um vier Jahre. Das durchschnittliche Lebensalter für Frauen werde dann 84 Jahre, das für Männer 78 Jahre betragen.
Im Vergleich mit anderen westlichen Industriestaaten wie Frankreich und Schweden sei Deutschland damit aber immer noch im Rückstand.
Die Lebenserwartung in den neuen Ländern liegt weit unter dem Westdurchschnitt und wird sich erst allmählich
anpassen. Die Lebenserwartung in Ostdeutschland sei zwischen einem und
anderthalb Jahren geringer als im Westen, sagte Hahlen. Die Statistiker
gehen von einer vollständigen
Anpassung an die Lebenserwartung im alten Bundesgebiet bis zum Jahr 2025 aus.
Als
Besorgnis erregend bezeichnen die Statistiker die weitere Abnahme der Menschen im
erwerbsfähigen Alter. Heute kommen auf 100
Erwerbstätige etwa 40 Menschen, die älter als 60 Jahre sind. Dieses Verhältnis wird sich in den kommenden 50 Jahren auf 100 zu 80
verdoppeln.
(nach: Sächsische Zeitung vom 20. Juli 2000)
Worterklärungen:
Greis - S: der;-es;-e - Adj.: greis - Bed.: ein sehr alter Mann; Frau: Greisin
anderthalb - Adj. - Sy: eineinhalb - Bed.: ein Ganzes und ein Halbes
Besorgnis erregend - WG - Bed.: man muss sich Sorgen wegen etwas machen
Aufgaben:
1.
Konspektieren Sie den Text.
Musterlösung
2. Geben Sie mithilfe des Konspekts den Inhalt des Textes wieder.
Ich möchte über einen Text sprechen, der darüber informiert, dass Deutschland in 50 Jahren ein so genanntes "Land der Greise" sein wird. Was bedeutet das? In den nächsten 50 Jahren ...
Die Bevölkerung in Deutschland wächst weiter
Schon Mitte der siebziger und Anfang der achtziger Jahre
war es Mode, der Bevölkerung wegen der niedrigen Geburtenraten einen allmählichen Untergang zu prophezeien, mit Bildern von leer stehenden Kindergärten, Diskos, Wohnungen und Büros. Der
Leerstand von mehr als einer Million Wohnungen in Ostdeutschland bietet nun abermals einen
Nährboden für solche Visionen. Einige Beobachter sehen die Bevölkerungszahl schon Jahr für Jahr um 200.000 Personen sinken, sodass eine Stadt nach der anderen in dieser Größenordnung von der Landkarte verschwinden würde.
Tatsächlich lässt sich nicht
leugnen, dass die Zahl der Todesfälle die der Geburten seit vielen Jahren
übersteigt. So sind im Jahr 2000 etwa 839.000 Menschen in Deutschland gestorben, 72.000 mehr als geboren wurden. Dennoch ist die Bevölkerung in Ost- und Westdeutschland seit Mitte der 80er-Jahre ständig gewachsen, von 77,6 auf 82,3 Mio., wie das Statistische Bundesamt für das Jahr 2000
mitteilt. Ursache sind Zuwanderer aus dem Ausland, im Jahr 2000 ungefähr 167.000 Zugänge, im Jahr zuvor 202.000.
Angesichts der für 2004 bevorstehenden Öffnung der Grenzen für zehn neue Beitrittskandidaten zum Europäischen Binnenmarkt wird nun eine regelrechte Zuwanderungs
welle nicht ausgeschlossen, vor allem wegen des enormen
Einkommensgefälles gegenüber den osteuropäischen Beitrittsländern. Zu einer weitaus größeren Zuwanderung kann es kommen, falls in einigen Jahren die Türkei der Europäischen Union beitreten sollte. Ein Bevölkerungsrückgang ist vor diesem Hintergrund in den kommenden ein bis zwei Jahrzehnten unwahrscheinlich, selbst wenn die Zuwanderungen, wie Mitte der 70er-Jahre oder Anfang der 80er - einmal
nach unten rutschen sollten.
Aber ebenso wichtig wie die Zuwanderungen aus dem Ausland sehen Fachleute die Wanderungsbewegungen der Bevölkerung innerhalb Deutschlands an. So hat Ostdeutschland nach dem
Fall der Mauer 1,5 Mio. Menschen durch Abwanderung nach Westdeutschland verloren. Diese Wanderungsbewegung ist zum
Stillstand gekommen. Ähnliches gilt für die Wanderungsbewegung aus den Städten ins Umland; auch diese Tendenz ist
abgeflaut. Viele Familien zieht es wieder in die Städte zurück. Im Jahr 2000 haben 5,4 Mio. Personen in Deutschland ihren Wohnsitz gewechselt.
Bei diesen Wanderungsbewegungen sind freilich Gewinner und Verlierer festzustellen. So sind Städte wie
Lüneburg vor den Toren von Hamburg gefragt, Städte mit deutlichen Arbeitsplatzverlusten, wie z.B.
Wilhelmshaven,
zählen dagegen zu den Verlierern. Doch das Bild kann sich wandeln, wenn es den Städten gelingt, Investitionen mit neuen Arbeitsplätzen an sich zu ziehen.
Leipzig ist dafür ein Beispiel. Der Stadt werden wegen ihrer erfolgreichen Ansiedlungspolitik beste Wachstumschancen
bescheinigt. Hier locken nicht nur die niedrigsten Büromieten aller westlichen Metropolen, sondern auch preiswerter Wohnraum, qualifizierte Arbeitskräfte, ein moderner Flughafen und eine unbürokratische Verwaltung.
(Nach: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 10.01.2003, S. 43)
Worterklärung:
Mode sein - V: war Mode/Mode gewesen sein - Bed.: üblich sein
Nährboden - S: der;-s;-böden - Bed.: die Grundlage für eine (meistens negative) Entwicklung
Welle - S: die;-;-n - Bed.: plötzliche, starke Bewegung
Fall der Mauer - WG; der - Bed.: Abbau der Grenzen zwischen Ostdeutschland und Westdeutschland 1989/1990
Aufgabe:
Suchen Sie im Text die Informationen zu den folgenden Stichpunkten und
notieren Sie sie in nominalen Wortgruppen.
Verbinden Sie dann beide Aussagen mithilfe geeigneter sprachlicher Mittel zu einem vollständigen Satz.
(1) heute: Leerstand von mehr als 1 Mio. Wohnungen in Ostdeutschland -
Folge: ...
(2) jährliche Verringerung der Bevölkerungszahl um 200.000 Menschen -
Folge: ...
(3) ständiges Wachstum der Bevölkerung um knapp 5 Mio. Menschen seit Mitte der 80er-Jahre -
Ursache: ...
(4) Öffnung der Grenzen für 10 Beitrittsländer zur EU im Jahr 2004 -
Folge: ...
(5) Beitritt der Türkei zur EU -
Folge: ...
(6) Abwanderung von 1,5 Mio. Menschen von Ostdeutschland nach Westdeutschland nach 1989 -
heute: ...
(7) Abwanderung aus den Städten ins Umland -
heute: ...
(8) Wachstumschancen für Leipzig -
Ursachen: ... (+ 2 Beispiele)
Musterlösung
Mumbai - Slum zu verkaufen
Das "Geschäft des Jahrtausends" verspricht
Mumbais Stadtverwaltung seit einiger Zeit auf Hochglanz-Werbeseiten in Magazinen aus zwanzig Ländern. Die Rede ist von
Dharavi, einer 214 Hektar großen Armensiedlung der indischen Metropole, und die Anzeige richtet sich an Immobilien-Entwicklungsgesellschaften weltweit.
300.000 Menschen sollen wegziehen, um aus Asiens größtem Armenviertel eine attraktive Vorstadt mit hochmodernen Büro- und Wohntürmen zu machen. Den Behörden ist der Slum
ein Dorn im Auge, passt er doch so gar nicht zu Mumbais Image als Hauptstadt des Kinos und der Hochfinanz. Doch die Anwohner wehren sich.
Dharavi ist über die Grenzen Indiens bekannt: Der britische Thronfolger Prinz Charles hat den Slum bereits besucht, ausländische Staats- und Regierungschefs lassen ihn immer wieder auf ihr Besuchsprogramm setzen, Touristen und Bollywoods Prominenz kommen zu Führungen.
Über drei Generationen haben die 57.000 Familien, die dort leben, ein
florierendes Wirtschaftssystem aufgebaut: Sie leben
vorrangig von der
Töpferei oder
Gerberei. In Sachen Recycling und
Nachhaltigkeit gelten ihre Kleinbetriebe als vorbildlich.
Die Städtebauer dagegen versichern, Dharavis Gewerbebetriebe verschmutzten die ohnehin belasteten Flüsse. Sie wollen
anstelle der Armensiedlung lieber Wolkenkratzer, Schulen, Krankenhäuser und sogar einen Golfplatz sehen.
Mumbais größtes Problem ist der
Mangel an Platz. Auf einer Halbinsel im Arabischen Meer gelegen, kann sich die Stadt trotz stetigen Bevölkerungswachstums nicht ausdehnen. Die 214 Hektar von Dharavi wären da sehr willkommen, um dem
Moloch mit seinen 18 Millionen Einwohnern ein wenig Luft zum Atmen zu verschaffen.
Für Investoren ist das Projekt hochinteressant: Die Immobilienpreise in Mumbai gehören zu den höchsten der Welt. Das Geschäftsviertel Nariman Point in Mumbai steht laut einer US-Liste an fünfter Stelle bei den Büromieten - nach der City von London, Tokios Innenstadt oder der russischen Hauptstadt Moskau.
Auch Wohnraum ist in Mumbai unglaublich teuer: Eine 100-Quadratmeter-Wohnung in guter Wohnlage kann leicht 300.000 Rupien im Monat kosten, das sind etwa 5.500 Euro. Im vergangenen Jahr stiegen die Mieten um 45 Prozent.
Ein Grund mehr für die Einwohner von Dharavi, dem Spekulationsprojekt mit Misstrauen zu begegnen.
(Nach: http://www.sueddeutsche.de/panorama/artikel/547/119403/ - 20.06.2007)
Worterklärungen:
ein Dorn im Auge sein - Bed.: etwas stört sehr (und muss beseitigt werden)
vorrangig - Adj./Adv. - Bed.: vor allem, in erster Linie
Töpferei - S: die;-;-n - S: Töpfer - Bed.: die Herstellung von Geschirr aus dem Material Ton
Gerberei - S: die;-;-n - S: Gerber - Bed.: die Herstellung von Leder aus Tierfellen
Moloch - S: der;-s;-s - Bed.: etwas Gefährliches, was andere vernichtet, zerstört
Aufgabe:
Beantworten Sie die folgenden Fragen.
- Was ist geplant?
- Wofür ist Dharavi bekannt?
- Warum soll Dharavi verschwinden?
- Wer profitiert von dem Projekt?
- Was ist das Fazit?
Suchen Sie zuerst im Text die Informationen, die Sie für die Antworten brauchen.
Schreiben Sie die Informationen in Stichpunkten auf.
Schwerpunkt 6: Indirekte Redewiedergabe
Informieren Sie sich über
die Funktionen der direkten Redewiedergabe
die Merkmale der direkten Redewiedergabe
Beispiele:
1. Der Direktor des Instituts für Bevölkerungsforschung sagte am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Berlin: "..."
2. "..." Das gab ein Sprecher der Bundesregierung gestern in Berlin bekannt.
3. Die Expertin für Bevölkerungsentwicklung am Washingtoner Brookings-Institut, Audrey Singer, sagt: "Jedes Jahr wächst die Bevölkerung der USA um ein Prozent, so schnell wie in keiner anderen Industrienation dieser Erde."
"Jedes Jahr wächst die Bevölkerung der USA um ein Prozent, so schnell wie in keiner anderen Industrienation dieser Erde", sagt die Expertin für Bevölkerungsentwicklung am Washingtoner Brookings-Institut Audrey Singer.
"Jedes Jahr wächst die Bevölkerung der USA um ein Prozent", sagt die Expertin für Bevölkerungsentwicklung am Washingtoner Brookings-Institut Audrey Singer, "so schnell wie in keiner anderen Industrienation dieser Erde."
Informieren Sie sich über
die Funktionen der indirekten Redewiedergabe (im Vergleich zur direkten Redewiedergabe)
die Merkmale der indirekten Redewiedergabe
die Tempusformen bei der indirekten Redewiedergabe
Beispiele:
A: "Die Bevölkerungszahl wächst um jährlich 80 Millionen Menschen."
B: A sagt, dass ...
A: "Die Bevölkerungszahl wird jährlich um 80 Millionen Menschen wachsen."
B: A sagt, ...
A: "Die Bevölkerungszahl wuchs um jährlich 80 Millionen Menschen."
B: A sagt, ...
A: "Die Bevölkerungszahl ist um jährlich 80 Millionen Menschen gewachsen."
B: A sagt, ...
A: "Die Bevölkerungszahl war um jährlich 80 Millionen Menschen gewachsen."
B: A sagt, ...
Aufgaben:
1. Formen Sie die direkte Rede in indirekte Rede um.
Ein Student erzählte mir:
"Ich stamme aus
Ungarn. Meine Mutter ist Lehrerin. Seit einem Jahr studiere ich in Dresden. Vorlesungen habe ich von Montag bis Freitag. Sonnabends arbeite ich zumeist in der Bibliothek. Am Sonntag mache ich manchmal mit meinen Freunden einen Ausflug.
Ab und zu gehe ich auch tanzen. In den Ferien fahre ich immer nach Hause."
Eine Studentin berichtet:
"Wir sind in unserer Gruppe über 20 Studenten. Etwa die Hälfte sind Mädchen. Zwei von uns sind schon verheiratet. Es sind auch einige Ausländer in unserer Gruppe. Sie sind aber erst seit einem halben Jahr mit uns zusammen. Sie sind zu einer Spezialausbildung in Dresden."
Rita erzählt den Eltern:
"Einige meiner Kommilitonen kommen aus afrikanischen Ländern. Wir haben die meisten Lehrveranstaltungen gemeinsam. Abends treffen wir uns manchmal im Studentenclub. Die ausländischen Studenten können alle schon
ziemlich gut Deutsch. Sie verstehen nur manche umgangssprachliche Wörter nicht. Wir sprechen mit ihnen gern über ihre Heimat. Wir wissen schon viel von den
Sitten und Bräuchen in ihren Ländern."
Thomas teilt seiner Mutter am Telefon mit:
"Ich bin gestern spät nach Hause gekommen. Wir waren den ganzen Tag auf der Buchmesse. Anfangs fiel es uns schwer, uns unter den vielen
Ständen zu orientieren. Zuerst gingen wir zum Stand des Enzyklopädie-Verlages. In diesem Verlag sind im vergangenen Jahr einige Sprachlehrbücher erschienen. Vor Kurzem ist ein neues Gesprächsbuch herausgekommen. Anschließend war ich bei einigen Verlagen für Kunst- und Reisebücher. Am Abend bin ich noch zu einer Schriftstellerlesung gefahren."
Eine Studentin erzählte mir:
"Ich war gestern in Dresden. Als ich durch die Stadt
bummelte, traf ich eine alte Bekannte aus meiner Heimat. Wir haben uns in ein Café gesetzt und ein wenig
geplaudert. Sie wohnt schon eine ganze Zeit in der
Elbestadt, ist dort verheiratet und geht in einen Betrieb arbeiten. Sie fühlt sich sehr wohl, nur fehlen ihr manchmal die alten Freunde. In ihrer Freizeit
treibt sie viel Sport. Im vergangenen Jahr war sie mit ihrem Mann mehrere Wochen an einem See in
Bayern. Dort sind sie viel geschwommen und gesegelt. Jetzt kommt sie weniger oft zum Schwimmen, da der Weg zum Bad sehr weit ist. Dafür spielt sie Tennis. - Ich freue mich, dass ich in einer fremden Stadt eine so gute Bekannte habe."
Worterklärungen:
ab und zu - Adv. - Sy: manchmal, von Zeit zu Zeit
ziemlich - hier: Adv. - Bed.: relativ viel, "ein bisschen sehr"
Sitten und Bräuche - WG; die (nur im Plural) - Bed.: Traditionen eines Volkes
Stand - S: der;-s;Stände - Bed.: hier: ein Ort auf einer Messe, wo Aussteller etwas präsentieren
bummeln - V: bummelte/gebummelt sein - S: Bummel - Bed.: spazierengehen
plaudern - V: plauderte/geplaudert haben - Bed.: sich unterhalten
Elbestadt - S: die;-;-städte - Bed.: Synonym zu Dresden
2. In der Zeitschrift "abi. Berufswahl-Magazin", Heft 2/2001, S. 15, wurden Abiturienten gefragt, ob sie planen, während des Studiums ins Ausland zu gehen und wenn ja, warum.
Geben Sie den vollständigen Inhalt jeder Antwort in indirekter Rede wieder.
Caroline Kiegler: "Da ich Germanistik studieren möchte, werde ich wohl nicht an eine ausländische Universität gehen. Aber ich kann mir vorstellen, dass ich nach dem Abitur ein Vierteljahr in den USA verbringe und dort in einem Camp für benachteiligte Kinder arbeite."
Christian Vogt: "Ich plane, zwei Semester im Ausland zu studieren. Dort möchte ich meine Sprachkenntnisse verbessern, den Umgang mit anderen Kulturen lernen und selbstständiger werden. Außerdem
macht sich Auslandserfahrung später bei Bewerbungen immer gut."
Maida Appel: "Ich habe vor, ein Jahr in die USA zu gehen, weil ich Englisch studieren möchte. Es
reizt mich, eine bestimmte Zeit in einer anderen Kultur zu leben, dabei kann ich neue Lebenserfahrungen sammeln."
Christoph Leonhardi: "Allein schon um eine Sprache richtig zu lernen, ist ein Auslandsaufenthalt sehr nützlich. Außerdem lernt man dort neue Arbeitsweisen kennen und erweitert sein Wissens
spektrum. Für mich kommt ein Teilstudium im Ausland
infrage."
Julia Rische: "Ich habe vor, nach dem Abitur ein Berufspraktikum zu machen. Ob im Ausland oder hier, das weiß ich allerdings noch nicht. Ich glaube, ein Praktikum bringt mir Vorteile im späteren Berufsleben."
Worterklärungen:
sich gut machen - V: machte sich gut/sich gut gemacht haben - Bed.: etwas bringt Vorteile
reizen - V: reizte/gereizt haben - S: Reiz - Bed.: man möchte es gern tun
Spektrum - S: das;-s;-tren - Bed.: Umfang
infrage kommen - V: kam infrage/infrage gekommen sein - Bed.: eine Möglichkeit sein
3. Umfrage
Welche Schwierigkeiten hatten Sie beim Studienstart? Geben Sie die Meinungen indirekt wieder.
Anja Struntz, Lindau, Physik:
"Die Methoden und die Begriffe an der Hochschule waren völlig neu. Ich fühlte mich durch die Schule nur schlecht auf die Uni vorbereitet. Der Stoff
erschlägt einen hier förmlich. Oft werden bei mathematischen Beweisen mehrere Schritte gleichzeitig vollzogen. Da kann man in der
Vorlesung nur mitschreiben und hoffen, dass man den Stoff beim Nachbereiten zu Hause versteht."
Thomas Tinus, Weinheim, Jura:
"Das eigenständige Bearbeiten von Problemen
anhand wissenschaftlicher Literatur war sehr ungewohnt. Was ich jetzt weiß: An der Uni muss man von Anfang an konsequent und kontinuierlich lernen, sonst verliert man schnell den Anschluss."
Cornelia Beyerbach, Kaiserslautern, Geschichte und Französisch:
"Der Wechsel von der Schule zur Hochschule ist eine
Riesenumstellung. Man muss plötzlich alles selbst machen. Hier gibt es keine streng vorgegebenen Bahnen und keine permanenten Leistungskontrollen."
Martin Trappe, Sandhausen, Physik:
"Der Studienstart war brutal, ein
Sprung ins kalte Wasser. Im
Vorkurs Mathematik wurde in zwei Wochen der gesamte Oberstufenkurs durchgenommen. Das Tempo ist
wahnsinnig. Aber, Stress verbindet. Und so bekommt man sehr schnell
Kontakt zu den Kommilitonen."
Jasmin Krukalo, Speyer, Germanistik, Slawistik und Politikwissenschaft:
"An der Uni stürzten tausend Fragen auf mich ein: Welche
Scheine muss ich machen? Welche Kurse sind Pflicht? Wie stelle ich meinen Stundenplan zusammen? Ich war am Anfang ziemlich verunsichert. Weitergeholfen haben mir die Ratschläge der
Fachschaft."
(Nach: abi. Berufswahl-Magazin, Heft 2/2002, S. 15)
Worterklärungen:
erschlägt einen förmlich - WG - Bed.: etwas ist so viel, dass man es nicht schaffen kann
erschlägt einen förmlich - S: die;-;-en - Bed.: eine sehr große Umstellung
Sprung ins kalte Wasser - WG - Bed.: etwas ist völlig neu
wahnsinnig - Adj./Adv. - Bed.: sehr hoch, sehr groß
4. Umfrage
Würden Sie sich für ein Fachhochschul-Studium entscheiden? Geben Sie die Antworten indirekt wieder.
Sepideh Daneshmand:
"Das universitäre Studium ist zwar theoretischer als ein FH-Studium, es
kommt aber bei den späteren Arbeitgebern besser an. Und man kann leichter leitende Positionen erreichen. Für mich wäre die Fachhochschule Reutlingen die einzige
Alternative zu einer Universität, denn sie soll in Wirtschaftswissenschaften wirklich
top sein."
Philip Gärtner:
"Ich konnte mich bisher noch nicht entscheiden. Universitäts-Absolventen können
auf lange Sicht Positionen mit höherer Verantwortung erreichen. Doch mit dem FH-Studium, das in kürzerer Zeit abgeschlossen wird, scheint es mir doch viel sicherer, eine
Einstiegsstelle zu bekommen."
Angela Rupp:
"Nein, da bin ich traditionell eingestellt. Universitätsabschlüsse sind immer noch besser angesehen als Fachhochschulabschlüsse. Studiengänge wie Jura oder Anglistik, die mich interessieren, gibt es sowieso nur an der Universität."
Karolin Baron:
"Ich möchte etwas Ähnliches machen wie ein Fachhochschulstudium, denn ich habe die Absicht, eine
Berufsakademie zu besuchen, die ebenfalls eine praxisorientierte Ausbildung anbietet. Hier möchte ich International Business studieren."
Lars Schlehhahn:
"Ich entscheide mich vielleicht für die Fachhochschule, weil ich ein eher praxisorientiertes Studium bevorzuge. In technischen und wirtschaftlichen Fächern erwarte ich an einer FH mehr anwendungsbezogene Inhalte und nicht nur die Vermittlung der rein theoretischen Basis. Ich will nach dem Abitur erst einmal ein Jahr reisen und mich dann festlegen."
(Nach: abi Berufswahl-Magazin, Heft 2/2003, S. 15)
Worterklärungen:
ankommen - V: kam an/angekommen sein - S: nicht: die Ankunft - Bed.: etwas gefällt gut
top - Adv. - Bed.: am besten
auf lange Sicht - WG - Bed.: über eine längere Zeit
5. Umfrage
Auf welchen Wegen haben Sie sich über den Studiengang Ihrer Wahl informiert? Geben Sie die Antworten indirekt wieder.
Christine Herget, 18 Jahre:
"Ich interessiere mich für Physiotherapie. Meine Mutter arbeitet in diesem Beruf und hat mir schon viel aus dem Alltag erzählt. Während eines Praktikums auf einer Physiotherapiestation im Krankenhaus habe ich mir selbst ein Bild gemacht und der Job gefällt mir wirklich gut. Schade ist nur, dass ich erst eine Ausbildung machen muss, bevor ich mit einem Studium beginnen kann. Meine Erfahrung ist, dass man die besten
Infos über Berufe aus
Gesprächen mit Berufsvertretern zieht. Aber natürlich gibt es auch im Internet einige gute Seiten, auf denen man sich über Studiengänge und Berufe informieren kann. Hilfreich war bei meiner Entscheidung auch, dass an die Schule ein Berufsberater kam. Der hat uns wirklich gute Tipps gegeben."
Anna Franz, 18 Jahre:
"Ich kann mir vorstellen, später Sozialpädagogik zu studieren, habe mich aber noch nicht genauer darüber informiert. Ich plane demnächst in das BIZ zu gehen und mich dort über die verschiedenen Möglichkeiten zu informieren. Vielleicht werde ich auch noch einmal einen
Studieneignungstest machen, bevor ich mich endgültig für ein bestimmtes Fach entscheide. Ich möchte auch eine Universität besuchen, um mir den Hochschulbetrieb anzuschauen. Passende Studiengänge finde ich bei www.studienwahl.de, Berufsbeschreibungen stehen bei BERUFENET."
Zhaohai Jiang, 19 Jahre:
"Ich schwanke noch, ob ich nach dem Abitur Physik oder Luft- und Raumfahrttechnik studieren werde. In Physik war ich schon immer gut. Ich
tüftele auch in der Freizeit und habe schon an der internationalen Physikolympiade teilgenommen. Da habe ich es immerhin in die zweite Runde geschafft. Um zu sehen, ob mir eine akademische Ausbildung gefällt, habe ich an einem
Schnupperstudium an der
LMU in München teilgenommen. Da konnte man das Fach eine Woche lang kennen lernen. Aber egal, ob ich mich nun für Physik oder Luft- und Raumfahrttechnik entscheide, ich will auf jeden Fall an einer Hochschule studieren, die einen guten Ruf hat."
Tim Schemm, 18 Jahre:
"Ich will auf jeden Fall studieren, habe mich aber noch nicht endgültig entschieden, was. Vielleicht werde ich Werkstoffwissenschaften wählen, mit Sicherheit aber ein Fach aus dem Bereich Chemie oder Ingenieurwissenschaften. Mein Chemielehrer hat mir gesagt, dass viele Universitäten ein Schnupperstudium anbieten. Ich war auch schon in
Erlangen und
Bayreuth an den Universitäten und habe mich dort umgesehen. Bei solchen Gelegenheiten kann man direkt mit den Professoren sprechen. Das hat mir viel mehr weitergeholfen als die Infos auf den Uni-Homepages. Ich war aber auch schon im BIZ, mal mit der Schule und mal
auf eigene Faust, und fand die Infos dort auch ziemlich gut."
(abi. Berufswahl-Magazin, 5/2007, S. 22)
Worterklärungen:
tüfteln - V: tüftelte/getüftelt haben - S: der Tüftler - Bed.: mit viel Geduld und gerne darüber nachdenken, wie ein Problem gelöst werden kann
auf eigene Faust - WG - Bed.: selbst, ohne die Hilfe anderer Personen
6. Geben Sie das Interview zum Thema "Deutschland altert" in indirekter Rede wieder. Klären Sie zunächst die unbekannten Wörter mithilfe eines Wörterbuchs.
Nach Modellrechnungen der UN steigt die Weltbevölkerung weiterhin stark an. In Europa und Deutschland gehen die Bevölkerungszahlen hingegen zurück. Wissenschaft.de fragt Bevölkerungswissenschaftler Rainer Münz nach Ursachen und Folgen dieser Entwicklung. Rainer Münz lehrt an der Humboldt-Universität Berlin Bevölkerungswissenschaften.
Wissenschaft.de: Nach Angabe der UN Population Division wird die Weltbevölkerung um die Mitte des 21. Jahrhunderts etwa 9 Milliarden Menschen betragen. Wie verlässlich sind diese Rechnungen?
Rainer Münz: Das sind relativ verlässliche Zahlen, denn ein Gutteil der Menschen, die dann leben werden, sind bereits unter uns. Wenn keine Großkatastrophe über uns hereinbricht, tritt das ein.
Wissenschaft.de: Wie könnte es danach weitergehen? Sinkt die Weltbevölkerung dann wieder?
Rainer Münz: Bis Ende des Jahrhunderts werden etwa 10 bis 12 Milliarden Menschen auf dieser Welt leben. Danach könnte die Weltbevölkerung abnehmen, aber das können wir nicht sicher wissen. Modellrechnungen, die einen Rückgang der Bevölkerung ergeben, setzen voraus, dass die Fertilität – also die Anzahl der Kinder pro Frau – unter 2,1 sinkt. Die Fertilität ist derzeitig in allen Teilen der Welt rückläufig, mit wenigen Ausnahmen. Aber es könnte auch anders kommen: Eine Demokratisierung in
China könnte dazu führen, dass die Ein-Kind-Politik aufgegeben wird und die Chinesen wieder mehr Kinder bekommen. In
Indien ist die Kinderzahl pro Familie zumindest im letzten Jahr nicht mehr zurückgegangen.
Wissenschaft.de: Anders als weltweit ist die Fertilität in Europa bereits jetzt sehr niedrig. Was hat das zur Folge?
Rainer Münz: Die Entwicklung ist in Europa regional unterschiedlich. Die Fertilität ist in Deutschland, Süd- und Osteuropa sehr niedrig. In Frankreich,
Skandinavien und
Irland liegen die Kinderzahlen pro Familie höher. Eine Fertilität von 1,3 wie in Deutschland bedeutet, dass sich jede Generation um ein Drittel verringert. Das ist eine Schrumpfungsspirale, die sich so lange fortsetzt, bis wieder eine Generation mehr als zwei Kinder bekommt. Ein solcher Umschwung ist in Deutschland derzeit allerdings nicht absehbar.
Wissenschaft.de: Wie werden sich also die Bevölkerungszahlen Deutschlands in den nächsten 50 Jahren entwickeln?
Rainer Münz: Für Deutschland sind Vorhersagen schwieriger als für die Welt, denn wir kennen die Größe der Zuwanderung nicht. Die letzten 50 Jahre haben wir eine Nettozuwanderung von etwa 10 Millionen Menschen gehabt. Ob wir das so in die Zukunft extrapolieren können, wissen wir nicht. Ohne Zuwanderung stünden wir im Jahr 2050 bei etwa 59 Millionen Einwohnern. Man bräuchte ungefähr eine Netto-Zuwanderung von 460.000 Menschen jährlich, um das gegenwärtige Bevölkerungsniveau zu stabilisieren. Das sage ich nur zur Verdeutlichung: Es müssen in Deutschland ja nicht 83 Millionen Menschen leben.
Wissenschaft.de: Wie wird sich die deutsche Gesellschaft verändern?
Rainer Münz: Die Gesellschaft wird altern: Es wird weniger Menschen unter 60 Jahren geben und mehr über 60 Jahre. Selbst bei einer Netto-Zuwanderung von 300.000 Personen pro Jahr – das wären etwa 15 Millionen zusätzliche Zuwanderer bis 2050 – würde der Anteil der über 60-Jährigen an der Bevölkerung auf über ein Drittel steigen.
Wissenschaft.de: Kommt es zu einem Zusammenbruch der Sozialsysteme?
Rainer Münz: Diese Ideen von plötzlicher Schrumpfung oder Zusammenbruch sind völlig falsche Bilder. Sie haben mehr mit der Vorstellung zu tun, irgend etwas ändere sich von heute auf morgen wie das Wetter. Man sollte betonen: Diese Veränderungen gehen langsam vor sich. Wir haben es mit gut absehbaren Entwicklungen zu tun, die man seit Jahrzehnte voraussieht, auf die die Politik unter anderem deshalb nicht reagiert, weil sie so weit weg liegen. Man kann sagen, das Gesundheitssystem wird dadurch belastet, dass es immer mehr alte Leute gibt. Es gelingt uns, immer älter zu werden, weil wir Zivilisationskrankheiten wie Krebs und Herzinfarkt zurückdrängen.
Wissenschaft.de: Wie sieht es mit dem Rentensystem aus?
Rainer Münz: Wenn der Staat ein bestimmtes Rentenniveau garantiert, könnte er gefordert werden. Bisher setzen wir einfach den Beitragssatz in die Höhe, wenn es teurer wird.
Nachhaltig kann man jedoch nur etwas verändern, wenn man die Zahl der Beitragszahler stabil oder in einer bestimmten Relation zu den Beitragsempfängern hält. Wir haben drei Wege, um das Verhältnis der arbeitenden zu den nicht arbeitenden Menschen zu beeinflussen: Längere Lebensarbeitszeit, mehr Zuwanderung und eine höhere Frauenerwerbsquote.
Wissenschaft.de: Dies sind die drei Alternativen?
Rainer Münz: Das sind nicht drei Alternativen, sondern man sollte jede der drei Möglichkeiten nutzen. Das Verhältnis zwischen Beitragszahlern und Rentenempfängern könnte beispielsweise stabilisiert werden, indem man die statistisch letzten zwölf Jahre des Lebens seine Rente erhält und bis dahin arbeitet. Angenommen, die Lebenserwartung eines 60-Jährigen läge dann bei 80 Jahren, müsste er noch bis zum 67. Lebensjahr arbeiten. Das ist aber nur die Andeutung eines möglichen Auswegs. Das Problem ist: Wir haben derzeit keinen funktionierenden Arbeitsmarkt für die älteren Menschen, weil sie teurer sind und eine veraltete Qualifikation besitzen. Da passt der Preis und die Leistungsfähigkeit – das Humankapital – nicht zusammen. Das schafft den Anreiz für Betriebe, alte Menschen durch junge zu ersetzen, denn sie sind billiger, haben frisches Wissen und sind motivierter. Diese Strategie kann in Zukunft nicht mehr verfolgt werden.
Wissenschaft.de: Skandinavien und Frankreich haben eine höhere Frauenerwerbsquote und eine höhere Fertilität als wir. Es gibt die Ansicht, dass Frauen deshalb weniger Kinder bekommen, weil sie heute über eine bessere Ausbildung verfügen und häufiger einen Beruf ergreifen – umgekehrt sich die Männer aber nicht intensiver bei der Kindererziehung engagieren. Haben die französische und skandinavische Männer dazu gelernt?
Rainer Münz: Ich glaube nicht, dass es die Männer sind, die umgelernt haben. In Skandinavien und Frankreich gibt es einfach bessere Kinderbetreuungssysteme. Wir bräuchten Ganztagskindergarten und Ganztagsschulen und eine Betreuung der Kinder, wenn die Schulen geschlossen haben, also während der Ferien. Die beste Familienpolitik ist die, die es den Müttern ermöglicht, trotz Kinder ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften und sich eine eigene Rente zu sichern.
Wissenschaft.de: Zur letzten Möglichkeit: Wird man sich neue Zuwanderer in das Land holen?
Rainer Münz: Zum 1. Januar 2003 bekommt Deutschland ein neues Einwanderungsrecht, da sind alle Instrumente für eine aktive Einwanderungsgspolitik gesetzlich definiert. Dann könnte man beginnen, attraktive Migranten anzuwerben. Diese Entwicklung wird früher oder später eintreten. Zwischen Deutschland und den anderen Ländern wird es zu einer Konkurrenz um gute Köpfe kommen. Die begabten Menschen aus Indien und China werden mehr Wahlmöglichkeiten haben.
Wissenschaft.de: Wie sieht es mit Afrika aus?
Rainer Münz: In den meisten Ländern Afrikas gibt es kein funktionierendes Bildungssystem. Afrika produziert für den
Eigenbedarf nicht genügend Akademiker. Auch die hohen AIDS-Infektionsraten bei den jungen Leuten stehen einer vermehrten Zuwanderung entgegen. Nein, die Einwanderer werden aus Ländern mit einem entwickelten Bildungssystem kommen, wo das Lebensniveau niedriger ist. So werden sie für uns attraktiv sein und einen Anreiz haben, zu uns zu kommen. Im Wesentlichen geht es um Indien und China.
(Nach: http://www.wissenschaft.de/sixcms/detail.php?id=173116)
Schwerpunkt 7: Tabelleninterpretation
Tabelle: Wie das Durchschnittsalter der Weltbevölkerung steigt
| Kontinent |
1950 |
1998 |
2050 |
| Europa |
59 |
77 |
92 |
| Nordamerika |
60 |
75 |
82 |
| Asien |
42 |
50 |
80 |
| Südamerika |
40 |
74 |
78 |
| Afrika |
38 |
39 |
61 |
(Welt am Sonntag vom 21.3.1999)
Aufgabe:
Sie haben die Aufgabe, die Tabelle zu interpretieren.
Sehen Sie sich zuerst die Tabelle genau an und überlegen Sie, worum es in der Tabelle geht.
Erarbeiten Sie sich dann ein
Konzept, wie Sie die Tabelle interpretieren wollen.
Schreiben Sie in kurzen Stichpunkten die einzelnen Schritte auf.
1. Schritt: Beschreibung der Tabelle nach der Ihnen bereits bekannten Methode als zeitliche Entwicklung.
Rechnen Sie die Differenz aus und nennen Sie sie. |
Lösungsvorschlag:
Die Tabelle stellt dar, wie das Durchschnittsalter der Weltbevölkerung steigt. Die Informationen stammen aus der Zeitschrift "Welt am Sonntag" vom 21. März 1999. Die Tabelle besteht aus vier Spalten, und zwar dem Kontinent sowie dem Durchschnittsalter 1950, 1998 und 2050. In Europa steigt das Durchschnittsalter der Bevölkerung von knapp 60 Jahren im Jahr 1950 über 77 Jahre 1998 auf voraussichtlich 92 Jahre im Jahr 2050, das heißt, es steigt innerhalb von 100 Jahren um 33 Jahre. In Nordamerika erhöht sich das Durchschnittsalter von 60 über 75 auf 82 Jahre, das sind 22 Jahre. In Asien klettert es von von 42 über 50 auf 80 Jahre, also um 38 Jahre, in Südamerika von 40 über 74 auf 78 Jahre, das heißt ebenfalls um 38 Jahre. In Afrika schließlich wird das Durchschnittsalter der Bevölkerung von 38 Jahre im Jahr 1950 über 39 Jahre heute auf voraussichtlich 61 Jahre im Jahr 2050 ansteigen, das bedeutet um 23 Jahre. |
2. Schritt: Zahlenvergleich
Stellen Sie die Zahlen gegenüber, die Ihrer Meinung nach die Aussage der Tabelle am besten verdeutlichen.
Das sollte sein:
- Rangfolge des Durchschnittsalters 2050
- Rangfolge der Differenz des Durchschnittsalters |
Lösungsvorschlag:
Im Jahr 2050 wird Europa Spitzenreiter beim Durchschnittsalter der Bevölkerung mit 92 Jahren sein. Es folgen Nordamerika, Asien und Südamerika mit einem durchschnittlichen Alter von jeweils zirka 80 Jahren. Schlusslicht ist Afrika mit einem Durchschnittsalter der Bevölkerung 2050 von etwa 60 Jahren. Am stärksten wird das Durchschnittsalter der Bevölkerung zwischen 1950 und 2050 in Asien und Südamerika mit 38 Jahren ansteigen. Es folgt Europa mit 33 Jahren. An der vorletzten Position rangiert Afrika mit 23 Jahren. An der letzten Stelle steht Nordamerika mit einem Anstieg des Durchschnittsalters der Bevölkerung zwischen 1950 und 2050 von 22 Jahren. |
3. Schritt: Interpretation der Zahlen
Warum ist das Durchschnittsalter 2050 in Europa am höchsten und in Afrika am niedrigsten?
Warum steigt das Durchschnittsalter in Asien und Südamerika am stärksten? |
Lösungsvorschlag:
In Europa wird das Durchschnittsalter der Bevölkerung im Jahr 2050 mit mehr als 92 Jahren am höchsten sein. Das hat eine Reihe von Ursachen. In den meisten Ländern Europas ist die Lebensqualität im Vergleich zu anderen Kontinenten sehr hoch. Es gibt eine ausreichende medizinische Versorgung. Bei Krankheiten stehen genügend gut ausgebildete Ärzte und wirkungsvolle Medikamente zur Verfügung, sodass die meisten Krankheiten effektiv behandelt werden können. Allerdings muss auch festgestellt werden, dass es innerhalb Europas Unterschiede beim Durchschnittsalter der Bevölkerung gibt. Sogar innerhalb Deutschlands ist ein solcher Unterschied festzustellen. Das Durchschnittsalter in Ostdeutschland liegt etwa 2 Jahre unter dem Westdeutschlands.
In Afrika dagegen liegt das Durchschittsalter weit unter dem europäischen Wert. Ursachen dafür sind in erster Linie in einem wesentlich niedrigeren Lebensstandard zu suchen. So ist die medizinische Versorgung der Menschen in vielen afrikanischen Ländern nicht mit Europa vergleichbar. In Afrika kommt im Durchschnitt ein Arzt auf fast 20.000 Menschen. Schlechte hygienische Bedingungen und fehlende Medikamente führen zu einer Vielzahl von Krankheiten, die in Europa kaum noch auftreten, z.B. Pocken oder Typhus. Deshalb sterben vor allem Kinder an solchen ansteckenden Krankheiten.
In Asien und in Südamerika steigt das Durchschnittsalter bis 2050 am stärksten, weil sich auf diesen Kontinenten die Lebensbedingungen der Menschen deutlich verbessern. Viele Länder dort gehören nicht mehr zu den typischen Entwicklungsländern, sondern zu den Schwellenländern, sie erreichen einen höheren Lebensstandard mit deutlich besseren medizinischen und hygienischen Bedingungen, was sich natürlich auch auf die Lebenserwartung auswirkt. |
4. Schritt: Stellungnahme zu den Zahlen und Ursachen
Was sind für Sie die wichtigsten Argumente? ("Ich meine, ..."; "Ich bin der Meinung, ..."; "Meiner Meinung nach ...")
Wie kann die in der Tabelle gezeigte Problematik gelöst werden?
Wie entwickelt sich das Durchschnittsalter in Ihrem Heimatland? (Aber nur, wenn Sie darüber Informationen haben!) |
Lösungsvorschlag:
Meiner Meinung nach ist eine umfassende internationale Hilfe erforderlich, um die Lebensbedingungen vor allem in den afrikanischen Staaten zu verbessern, wodurch sich auch die Lebenserwartung der Bevölkerung erhöhen würde. Schwerpunkt dabei ist die Hilfe zur Selbsthilfe; eine reine finanzielle Entwicklungshilfe bringt in den seltensten Fällen einen Nutzen, weil das Geld nicht bei denen ankommt, für die es gedacht ist. |
Tabelle: Die Welt altert
Von je 100 Menschen waren/sind
| ALTERSGRUPPE |
1955 |
1975 |
1995 |
2015 |
| unter 15 Jahre |
36 |
37 |
32 |
27 |
| 15 bis 64 Jahre |
59 |
57 |
61 |
65 |
| über 65 Jahre |
5 |
6 |
7 |
8 |
(Quelle: UN)
Aufgabe:
Interpretieren Sie die Tabelle.
Tabelle: Im Sog der Städte
| REGION |
STADTBEV. 1990 |
STADTBEV. 2025 |
ZUNAHME (in %) |
| Gesamtbev. |
5.292 Mio. |
8.466 Mio. |
60 |
| davon Stadtbev. |
2.260 Mio. |
5.119 Mio. |
126 |
| Industrieländer |
876 Mio. |
1.068 Mio. |
22 |
| Entwicklungsländer |
1.385 Mio. |
4.051 Mio. |
192 |
| Afrika |
233 Mio. |
914 Mio. |
309 |
| Asien |
931 Mio. |
2.589 Mio. |
178 |
| Lateinamerika |
324 Mio. |
645 Mio. |
99 |
| Europa |
364 Mio. |
422 Mio. |
16 |
(Quelle: Deutscher Instituts-Verlag 1999)
Aufgabe:
Interpretieren Sie die Tabelle.
Konzept:
1. Einleitung und Quelle der Informationen
2. Beschreibung der Zahlen:
- Entwicklung der Weltbevölkerung allgemein (von ... um ... auf ...)
- Stadtbevölkerung global
- Industrieländer (IL) und Entwicklungsländer (EL) in 1 Satz zusammenfassen
- Afrika, Asien, Lateinamerika in 1 Satz zusammenfassen
- vollständige Beschreibung von Europa
3. Zahlenvergleich
- Vergleich von EL und IL
® Gegenüberstellung der Zunahmen
- Vergleich der 4 Kontinente
® Rangfolge nach der Zunahme
4. Interpretation der Informationen
- Was hat die Zunahme der Zahl der Stadtbevölkerung zur Folge?
® Entstehung von Megacitys, Slums mit seinen sozialen Folgen: Armut; Arbeitslosigkeit, Verzweiflung der Menschen, Kriminalität usw.
- sinnvolles Beispiel nennen (
Mexico City?)
5. Stellungnahme zu den geschilderten Prozessen
- Maßnahmen zur Verbesserung der Situation auf dem Land (damit keine Landflucht entsteht), z.B. Hilfsprogramme
Tabelle: Zunahme der Bevölkerung in ausgewählten Ballungsräumen (in Mio.)
| STADT |
LAND |
1996 |
2015* |
| Tokio |
Japan |
27 |
29 |
| Lagos |
Nigeria |
11 |
25 |
| Sao Paolo |
Brasilien |
17 |
20 |
| Dhaka |
Bangladesch |
9 |
20 |
| Karatschi |
Pakistan |
10 |
19 |
| Mexico-City |
Mexiko |
17 |
19 |
| Neu Delhi |
Indien |
10 |
17 |
| Kairo |
Ägypten |
10 |
14 |
| Los Angeles |
USA |
13 |
14 |
| Paris |
Frankreich |
10 |
10 |
| Moskau |
Russland |
9 |
9 |
| London |
Großbritannien |
8 |
8 |
* Prognose
(Quelle: Der Spiegel, Heft 20/2000, S. 158/159)
Aufgabe:
Interpretieren Sie die Tabelle. Gehen Sie u.a. auf die Ursachen und Folgen der Zunahme der Bevölkerungszahl in verschiedenen Städten ein.
Tabelle: Varianten für das Anwachsen der Bevölkerung auf den verschiedenen Kontinenten (in Mio.)
| REGION |
2000 |
2050 |
2050 |
2050 |
| --- |
--- |
1,6* |
2,0* |
2,5* |
| Nordamerika |
310 |
324 |
392 |
464 |
| Lateinamerika |
519 |
654 |
809 |
994 |
| Afrika |
784 |
1.467 |
1.766 |
2.102 |
| Asien |
3.683 |
4.312 |
5.268 |
6.316 |
| Europa |
729 |
550 |
628 |
746 |
* Kinder pro Frau im gebärfähigen Alter
(Quelle: SPIEGEL, Heft 20/2000, S. 158/159)
Aufgabe:
Interpretieren Sie die Tabelle.
Wiederholen Sie vorher die sprachlichen Mittel zum Ausdruck von
Bedingungen.
Tabelle: Die Entwicklung der Einwohnerzahlen der Volksrepublik China von 1950 bis 2050
Jahr |
Bevölkerungszahl |
Jahr |
Bevölkerungszahl |
1950 |
556.613.000 |
1995 |
1.200.241.000 |
1955 |
614.479.000 |
2000 |
1.265.830.000 |
1960 |
682.024.000 |
2005 |
1.301.518.000 |
1965 |
754.452.000 |
2010 |
1.347.514.000 |
1970 |
825.812.000 |
2015 |
1.392.234.000 |
1975 |
908.266.000 |
2020 |
1.434.383.000 |
1980 |
981.200.000 |
2025 |
1.471.282.000 |
1985 |
1.051.438.000 |
2030 |
1.500.611.000 |
1990 |
1.133.682.000 |
2050 |
1.322.435.000 |
(Nach:
Wikipedia)
Aufgabe:
Interpretieren Sie die Tabelle.
Beschreiben Sie zuerst die Entwicklung der Bevölkerungszahlen von 1950 bis 2050.
Vergleichen Sie den Anstieg der Bevölkerungszahlen in den verschiedenen Zeiträumen.
Begründen Sie dann,
- warum die Bevölkerungszahlen bis 2030 (in unterschiedlichem Maße) ansteigen,
- warum die Bevölkerungszahl bis 2050 wieder sinkt.
Schwerpunkt 8: Informieren
Die Zeit läuft davon
Seit einiger Zeit ist die Armutsbekämpfung zu einem Schwerpunkt der Staaten geworden, die zum Abbau der unterschiedlichen Lebensverhältnisse in den Industrie- und Entwicklungsländern beitragen wollen. Deshalb hat der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) das Thema Armut in den Mittelpunkt seines Berichts über die Lage der Weltbevölkerung gestellt.
Der offiziell "Wege aus der Armut: Menschen, Chancen und Entwicklung" genannte Bericht bezeichnet die Armut als eine wesentliche
Ursache für das starke Wachstum der Bevölkerung in vielen Entwicklungsländern.
Das muss offenbar immer von neuem wiederholt werden, damit die Staatengemeinschaft endlich ihrem Ziel näher kommt, Armut und Hunger auf der Welt bis zum Jahr 2015 zumindest zu halbieren. Noch ist sie davon weit entfernt, und die Zeit läuft ihr davon. Der Bevölkerungsfonds fordert daher, dass Aktionen zur Armutsbekämpfung unverzüglich zu beginnen hätten.
Vordringlich sei vor allem dreierlei: Die Diskriminierung von Frauen auf der Welt zu beenden, das Analphabetentum zu eliminieren und Frauen bei der Geburtenkontrolle zu helfen. Entwicklungsländer mit niedriger Geburtenrate und langsamerem Bevölkerungswachstum verzeichneten seit 1970 eine höhere Produktivität, mehr produktive Investitionen und dadurch ein schnelleres wirtschaftliches Wachstum.
Ausgaben für Gesundheit, Bildung und die Gleichstellung der Frau seien die wichtigsten
Voraussetzungen dafür. Familienplanungsprogramme seien verantwortlich für etwa ein Drittel des Rückgangs der durchschnittlichen Kinderzahlen je Frau zwischen 1972 und 1994. Mehr Gerechtigkeit für Frauen verschaffe ihnen mehr Wahlmöglichkeiten. Wenn die Menschen in den Entwicklungsländern wirklich die Wahl hätten, würden sie fast immer kleinere Familien haben. In Brasilien zum Beispiel sei das Bruttosozialprodukt durch den Rückgang der Geburtenrate um etwa 0,7 Prozent pro Jahr und pro Kopf gestiegen. Insgesamt allerdings werde der Abstand zwischen Arm und Reich auf der Erde immer noch größer.
Armut, schlechte Gesundheit und hohe Kinderzahlen seien in den am wenigsten entwickelten Ländern, wo sich die Bevölkerungszahl seit 1955 verdreifacht habe, nach wie vor das größte Entwicklungshindernis. Oft ist behauptet worden, aus dem Teufelskreis von Armut und Bevölkerungswachstum herauszukommen, sei für viele Entwicklungsländer nahezu unmöglich. Die Leute dort hätten zu viele Kinder, weil sie arm seien; und weil sie so viele Kinder hätten, blieben sie arm. Die UNFPA dagegen zählt eine schlechte Gesundheit, mangelnde Schulbildung vor allem der Frauen und das Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern zu den Hauptursachen für die Armut.
Programme zur Verringerung der Ungleichheit zwischen den Geschlechtern könnten sowohl zur Besserstellung einzelner Personen als auch der Familien erheblich beitragen, und damit auch zum wirtschaftlichen Wachstum. Wenn das Afrika südlich der Sahara, Süd- und Westasien ebenso vielen Frauen eine Schulbildung ermöglicht hätten wie Ostasien, hätte man das Pro-Kopf-Einkommen in Südasien um 2,2 Prozent, in Westasien um 1,7 Prozent und im Afrika südlich der Sahara immerhin noch um 0,5 Prozent steigern können. In Ostasien hatte man seit Beginn der 60er-Jahre größere Anstrengungen in dieser Hinsicht unternommen und konnte den Bildungs
unterschied zwischen Männern und Frauen bis 1992 erheblich verringern. Eine höhere Bildung hat dort schnell zu niedrigeren Kinderzahlen geführt.
Bei drei Milliarden liegt zurzeit die Zahl der Menschen in den Entwicklungsländern, die mit weniger als zwei Dollar pro Tag auskommen müssen. Etwa die Hälfte von ihnen hat sogar noch weniger zum Leben. Zum Vergleich: Drei Milliarden Menschen zählte die Weltbevölkerung vor 40 Jahren insgesamt. Mittlerweile sind daraus mehr als 6 Milliarden geworden. Jedes Jahr kommen weitere 77 Millionen hinzu, und zwar überwiegend in den ärmsten Regionen der Dritten Welt. So wird deutlich, welche gewaltigen Ausmaße das Armutsproblem inzwischen durch das enorme Bevölkerungswachstum in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts angenommen hat.
Nach der jüngsten UN-Bevölkerungsprognose wird die Weltbevölkerung bis zum Jahr 2050 auf 9 Milliarden steigen. Aus den Gebieten mit den höchsten Wachstumsraten in der Dritten Welt machen sich immer mehr Armutsflüchtlinge auf den Weg nach Europa und Nordamerika, weil sie zu Hause keine
Chance für ein menschenwürdiges Dasein sehen.
(Nach: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 04.12.2002, S.11)
Aufgaben:
1. Notieren Sie in Stichpunkten die wichtigsten Inhalte zum Bericht des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen zu:
| Titel des Berichts |
"Wege aus der Armut: Menschen, Chancen und Entwicklung" |
| Schwerpunkt des Berichts |
Armut; Armutsbekämpfung |
| Armut |
... |
| Forderung des Bevölkerungsfonds (UNFPA) |
... |
| 3 wichtige Aufgaben |
... |
| Entwicklungsländer mit niedriger Geburtenrate |
... |
| Familienplanungsprogramme |
... |
| Beispiel Brasilien |
... |
| am wenigsten entwickelte Länder |
... |
| Teufelskreis in EL |
... |
| Hauptursachen für Armut |
... |
| Programme |
... |
| südl. Afrika, Süd-, Westasien |
... |
| Ostasien |
... |
| Einkommen in Entwicklungsländern |
... |
| Bevölkerungswachstum |
... |
| Fazit |
... |
| Bevölkerungsprognose |
... |
| Armutsflüchtlinge |
... |
Musterlösung
2. Schreiben Sie mithilfe dieser Informationen einen Text über den Bericht des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen.
Asien wird von einer Altersgrenze geteilt
Durch Asien zieht sich eine unsichtbare Altersgrenze.
Während den Staaten Ostasiens die Überalterung droht, wächst die Bevölkerung in Südasien
trotz einer erwarteten Abschwächung immer noch schnell. Insgesamt aber ist der Eindruck einer ewig jungen Wachstumsregion in Asien nur
oberflächlich und daher falsch.
Mit Ostasien droht weiteren Teilen dieser Region eine
Welle von Senioren. Die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) weist auf die
schleichende Umkehr der Alterspyramide hin. "Viele Länder altern schneller, als sie sich entwickeln." Stimmen diese Vorhersagen, dann führt die höhere Lebenserwartung
dank des gestiegenen Wohlstandes in Asien, der besseren Gesundheitsvorsorge in Südostasien und auch der Ein-Kind-Politik Chinas dazu, dass Ostasien das Durchschnittsalter das Durchschnittsalter der Weltbevölkerung dramatisch steigen lassen wird. Derzeit sind in China nur sieben Prozent der Bevölkerung älter als 65 Jahre, im Jahr 2050 sollen es schon 23 Prozent sein. Vorhandene, in Jahrzehnten gewachsene Sozialsysteme geraten unter Druck. Bislang galt die Großfamilie als Garant der Altersvorsorge - die Überalterung der Gesellschaft geht aber
Hand in Hand mit dem Zerfall traditioneller Sozialstrukturen.
Gegenläufig ist die Entwicklung im Süden Asiens: Indien wird mit erwarteten 1,57 Milliarden Menschen (2000 waren es noch "nur" 1,0 Milliarden) im Jahr 2050 China als bevölkerungsreichstes Land der Erde mit dann 1,46 Milliarden (2000: 1,27 Milliarden) Menschen überholt haben. Die Verschiebung des politischen und wirtschaftlichen Schwerpunkts ist offensichtlich. 1950 lebte die Hälfte aller Asiaten im Osten der Region (China, Japan, Taiwan), während in Südasien, zum Beispiel in Indien und Pakistan, nur 37 Prozent ihre Heimat hatten. Hundert Jahre später werden sich die Zahlen umgekehrt haben: 51 Prozent der Asiaten werden dann im Süden leben, nur noch 33 Prozent
dagegen im Osten der Region.
Ist die Umkehr der Alterspyramide für Asien neu, so lässt der Anstieg der Bevölkerung schon vorhandene Probleme
anschwellen. Die ADB spricht von einem "explosiven Wachstum der Städte". Deren Einwohnerzahl stieg in der letzten Dekade um 2,9 Prozent, während die Zahl der Landbevölkerung nur um 1,1 Prozent zunahm. 2001 zählte die Welt 16 Megastädte mit jeweils mehr als 10 Millionen Einwohnern, zehn davon in Asien. Schon 2015 werden es 21 Megastädte sein, 12 von ihnen in Asien.
(Nach: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 07.08.2003, S. 12)
Worterklärungen:
oberflächlich - Adj./Adv. - S: Oberflächlichkeit; nicht: Oberfläche - Bed.: nicht gründlich und detailliert
Welle - S: die;-;-n - Bed.: eine große Menge, die schnell entsteht
schleichend - Adj./Adv. (Partizip I) - Bed.: sehr langsam und unauffällig
Hand in Hand - WG - Bed.: eine Entwicklung ist mit einer anderen verbunden
anschwellen - V: schwoll an/angeschwollen sein - Bed.: größer werden
Aufgaben:
1. Notieren Sie in Stichpunkten alle Informationen, die sie zu den folgenden Regionen bekommen:
(1) Asien
(2) Ostasien
(3) Südasien
(4) China
(5) Indien
2. Schreiben Sie mithilfe dieser Informationen einen Text über die Entwicklung der Bevölkerung in Regionen Asiens.
Wiederholung der Tempusformen
Aufgabe:
Setzen Sie in den Sätzen die in den Klammern stehenden Verben in der korrekten Tempusform ein. Begründen Sie Ihre Entscheidung.
Blick in die Zukunft: Die Welt im Jahr 2050
In vierzig Jahren (
leben) etwa zweieinhalb Milliarden mehr Menschen auf unserem Planeten. In Japan und Russland (
erblicken) im Jahr 2050 voraussichtlich weniger Kinder das Licht der Welt als derzeit, im Westen Europas dafür umso mehr. Das Land mit den meisten Einwohnern (
sein) aller Wahrscheinlichkeit Indien. Diese und weitere Zahlenprognosen (
veröffentlichen) die amerikanische Volkszählungsbehörde "Bureau of the Census".
In den Untersuchungsergebnissen (
sein) von einer sinkenden Geburtenrate in Japan und Russland die Rede. Die Folge: Im Jahr 2050 (
verdrängen) die Nationen von den aktuellen Ranglisten neun (Japan) und zehn (Russland) und (
landen) deutlich weiter hinten auf den Plätzen 16 und 17. "Eine der größten Veränderungen, die wir bisher (
beobachten), (
sein) ein Rückgang der Fruchtbarkeit in Industrieländern wie China, während in anderen Ländern ein leichter Anstieg zu erwarten (
sein)", (
zitieren) "time.com" die Projektleiterin Loraine West. Damit (
feststehen), dass sich der Bevölkerungs-Boom in China innerhalb der kommenden Jahre allmählich (
verlangsamen).
Im Gegenzug (
erleben) Italien und Spanien einen Aufwärtstrend in Sachen Geburtenrate, wenn es nach den Prognosen der Volkszählungsbehörde (
gehen). "Aber wie weit (
ansteigen) sie? Oder (
schwanken) sie auf längere Sicht kontinuierlich? Das (
abwarten müssen) wir", so West. Die Länder mit dem größten Bevölkerungszuwachs (
sein) laut der Untersuchungsergebnisse Nigeria und Äthiopien. Nigeria, wo gegenwärtig ohnehin schon 166 Millionen Menschen (
sich drängeln), (
haben) im Jahr 2050 etwa 402 Millionen Einwohner. In Äthiopien die Zahl von 91 auf 278 Millionen (
sich erhöhen sollen) – die ohnehin schon spärlichen Nahrungsressourcen (
werden) dann noch knapper.
Indien (
überholen) das derzeit in Sachen Bevölkerungsdichte führende China um das Jahr 2025 herum. In den USA hingegen (
sich ändern) dahingehend rein gar nichts: Die Nation (
besetzen) mit einer Einwohnerzahl von 423 Millionen auch in Zukunft Rang drei. Allerdings (
prophezeien) die Mitarbeiter der Studie dort eine demographische Verschiebung. Bereits jetzt (
gehören) in den Vereinigten Staaten über die Hälfte der Kinder unter zwei Jahren einer ethnischen Minderheit an. Bedenkt man, dass die nicht-spanische, weiße Bevölkerung schon jetzt im Durchschnitt zehn Jahre älter (
werden) als die restlichen Einwohner der USA, (
sich verändern) das Land bis zum Jahr 2050 wohl ziemlich.
Doch nicht nur in den USA, sondern auch im Rest der Welt (
sich ändern) innerhalb der nächsten 40 Jahre die ethnische Zusammensetzung der für 2050 geschätzten 9,4 Milliarden Bewohner unseres Planeten. Zum Vergleich: Gegenwärtig (
betragen) die Weltbevölkerung rund 6,9 Milliarden.
(Nach: http://de.nachrichten.yahoo.com/blick-in-die-zukunft--die-welt-im-jahr-2050-.html)
Schwerpunkt 9: Diagramm-Interpretation
Schaubild: Die Entwicklung der Weltbevölkerung
Aufgabe:
Interpretieren Sie das Schaubild "Die Entwicklung der Weltbevölkerung".
Methode:
| 1. Schritt: Schreiben Sie eine Einleitung. |
Lösungsvorschlag:
Das Schaubild stellt dar, wie sich die Weltbevölkerung von 2002 bis 2050 entwickelt. Die Informationen stammen aus dem Weltbevölkerungsbericht der Vereinten Nationen 2002, sie wurden in der FAZ publiziert. Das Schaubild besteht aus zwei Diagrammen, die die Entwicklung der Weltbevölkerung zwischen 2002 und 2050 sowie die voraussichtliche durchschnittliche Anzahl der Kinder pro Frau zwischen 2000 und 2005 darstellen. |
| 2. Schritt: Beschreiben Sie die Zahlenwerte der Diagramme. |
Lösungsvorschlag:
Die Weltbevölkerungszahl wird von rund 6,2 Mrd. 2002 auf mehr als 9,3 Mrd. im Jahr 2050 anwachsen. Die Bevölkerungszahl in Asien und Ozeanien wird von 3,8 Mrd. Menschen im Jahr 2002 auf voraussichtlich knapp 5,5 Mrd. Menschen 2050 ansteigen. In Afrika bzw. in Lateinamerika wird sie von 830 Mio. auf 2 Mrd. bzw. von 530 Mio. auf 810 Mio. klettern. In Europa sinkt sie von 730 Mio. auf 600 Mio. und in Nordamerika schließlich wird die Bevölkerungszahl von 320 Mio. 2002 auf voraussichtlich 440 Mio. im Jahr 2050 zunehmen. Afrika steht bei der durchschnittlichen Kinderzahl pro Frau zwischen 2000 und 2005 an der ersten Position mit knapp 5 Kinder pro Frau. Es folgen Asien ohne Ozeanien und Lateinamerika mit jeweils etwa 2,5 Kinder je Frau. An der vorletzten Position rangiert Nordamerika mit 1,9 Kinder und Schlusslicht in dieser Rangfolge ist Europa mit einer durchschnittlichen Kinderzahl zwischen 2000 und 2005 von nur 1,34 Kinder pro Frau. |
| 3. Schritt: Stellen Sie zwischen den wichtigsten Informationen in beiden Diagrammen eine Beziehung her. |
Lösungsvorschlag:
In Afrika bringt jede Frau zwischen 2000 und 2005 durchschnittlich knapp 5 Kinder zur Welt. Das hat zur Folge, dass sich die Bevölkerungszahl auf dem "Schwarzen Kontinent" bis 2050 mehr als verdoppeln wird. In Europa dagegen werden pro Frau nur etwa 1,3 Kinder geboren, was dazu führt, dass die Bevölkerungszahl um 130 Millionen Menschen abnehmen wird. |
| 4. Schritt: Erläutern Sie die Folgen der unterschiedlichen Entwicklungen in Afrika und Europa. |
Lösungsvorschlag:
In Afrika wird die Bevölkerungszahl, verursacht durch die hohe Kinderzahl, am stärksten steigen. Das wird dazu führen, dass sich die wirtschaftlichen und sozialen Konflikte in vielen afrikanischen Staaten verschärfen werden. Ein besonders dramatisches Problem wird darin liegen, dass die Einwohnerzahl der Metropolen drastisch steigen wird. Immer mehr Menschen, die auf dem Land leben, sehen in ihrer Heimat keine Perspektiven mehr und sie machen sich auf den Weg in die Großstädte, um dort Arbeit zu finden. Sie landen aber in den Slums, wo sie ohne Arbeit unter katastrophalen hygienischen Bedingungen leben müssen. Armut, Analphabetentum, Hunger und Kriminalität sind die Folgen. Ganz anders stellen sich die Probleme in Europa dar. Hier sinkt die Bevölkerungszahl in einer Reihe von Ländern. Ein typisches Beispiel dafür ist Deutschland. Eine Folge des starken Bevölkerungsrückgangs ist, dass die gegenwärtigen Versicherungssysteme nicht mehr funktionieren werden. Denn mit dem Rückgang der Bevölkerung ist die Bevölkerungsalterung verbunden. Immer mehr alte Menschen müssen von immer weniger Jungen versorgt werden, damit stößt das System des "Generationenvertrags" an seine Grenzen. |
| 5. Schritt: Nennen Sie Maßnahmen zur Lösung der Probleme. |
Lösungsvorschlag:
Für Afrika gibt es nur eine Lösung des Problems: Die durchschnittliche Zahl der Kinder pro Frau muss deutlich gesenkt werden. Realisiert werden kann das zum einen vor allem durch mehr Bildung für alle Menschen, vor allem aber für Frauen und Mädchen. Mangelnde Bildung ist eine der wichtigsten Ursachen für eine hohe Kinderzahl. Zum anderen müssen Familienplanungsprogramme durchgeführt werden, um die Zahl der Kinder auf etwa zwei bis drei zu senken. |
Schaubild: Die Bevölkerung in Deutschland
Aufgabe:
Interpretieren Sie das Schaubild aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 11.04.2004, S. 35.
1. Einleitung
2. Beschreibung der dargestellten Informationen
- Entwicklung der Anteile der verschiedenen Altersgruppen an der deutschen Bevölkerung
- Entwicklung der Gesamtbevölkerung
3. Vergleich von Zahlenwerten
- Gegenüberstellung der Entwicklung der unter 20-Jährigen sowie der über 60-Jährigen
3. Interpretation der Informationen
- Ursachen und Folgen der unterschiedlichen Entwicklung dieser Altersgruppen
Schaubild: Bevölkerung wächst in armen Ländern
Aufgabe:
Interpretieren Sie das Schaubild "Bevölkerung wächst in armen Ländern" aus der Sächsischen Zeitung vom 12.03.2009, S. 4.
1. Schritt: Schreiben Sie eine Einleitung.
2. Schritt: Beschreiben Sie die Diagramme. Achten Sie auf die Zahlenangaben!
3. Schritt: Vergleichen Sie die dargestellten Veränderungen.
4. Schritt: Interpretieren Sie das Schaubild.
- Ursachen und Folgen der unterschiedlichen Entwicklung in den verschiedenen Regionen.
Schaubild: Afrika ist am jüngsten
Aufgabe:
Interpretieren Sie das Schaubild "Afrika ist am jüngsten" aus der Sächsischen Zeitung vom 09.10.2003.
1. Schritt: Schreiben Sie eine Einleitung.
2. Schritt: Beschreiben Sie die dargestellten Diagramme.
3. Schritt: Gehen Sie auf die Folgen ein, die die unterschiedlichen Anteile auf den verschiedenen Kontinenten in der Zukunft haben werden.
Verwenden Sie als Informationsgrundlage auch den Text "
Global langsamer, regional schneller".
Schaubild: Megacitys
Aufgabe:
Interpretieren Sie die Grafik "Die Verstädterung der Welt" aus der Sächsischen Zeitung vom 8./9. September 2007, S. M3.
1. Schritt: Schreiben Sie eine Einleitung.
2. Schritt: Beschreiben Sie die Zahlenwerte in Form einer Rangfolge.
3. Schritt: Auf welchen Kontinenten leben die meisten Menschen in den Städten und warum?
4. Schritt: Wie wird sich Ihrer Meinung nach der Anteil der Stadtbevölkerung in den nächsten Jahrzehnten verändern?
Schaubild: Am Rande der großen Städte
(Quelle: http://www.agenda21-treffpunkt.de/daten/globus/m3435.jpg)
Aufgabe:
Interpretieren Sie das Schaubild.
1. Schritt: Schreiben Sie eine sinnvolle Einleitung.
2. Schritt: Beschreiben Sie die Zahlenwerte beider Diagramme.
3. Schritt: Beschreiben Sie die allgemeine Entwicklung und heben Sie in der Rangfolge einen Wert besonders hervor.
4. Schritt: Interpretieren Sie die Folgen davon, dass immer mehr Menschen in Slums leben.
5. Schritt: Was ist Ihre Meinung zu dieser Problematik?
Schaubild: Was Studenten anlockt
Aufgabe:
Interpretieren Sie das Diagramm aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 22./23.06.2010, S. C4.
Beschreiben Sie das Diagramm (Beachten Sie bei der Einleitung den Index.).
Stellen Sie sinnvoll zwei Gründe für die Hochschulwahl gegenüber.
Begründen Sie, warum manche Gründe eine wichtige Rolle für die Studienanfänger spielen und andere nur eine geringe Rolle.
Welche Kriterien spielen für Sie eine wichtige Rolle bei der Hochschulwahl?
Schaubild: Die am meisten verbreiteten Sprachen
Aufgabe:
Interpretieren Sie das Diagramm aus der Welt am Sonntag vom 25.09.2011, S. 66.
Beschreiben Sie die beiden Diagramme.
Unterscheiden Sie bei der Sprecherzahl zwischen Chinesisch und Englisch.
Gehen Sie genauer auf die deutsche Sprache ein.
Warum werden in Afrika und Asien die meisten Sprachen gesprochen?
Schaubild: Weltbevölkerungsuhr 1997
Aufgabe:
Interpretieren Sie das Schaubild "Weltbevölkerungsuhr 1997".
Schwerpunkt 10: Länderpräsentation
Demografische und soziale Indikatoren
Aufgaben:
1. Ergänzen Sie mithilfe der Datenbank der
Deutschen Stiftung Weltbevölkerung die fehlenden Zahlenangaben über die Bundesrepublik Deutschland.
| Bevölkerung (Mitte 2011) |
81,8 Mio. |
| Bevölkerungswachstumsrate: |
... |
| Gesamtfruchtbarkeitsrate: |
... |
| Bevölkerungsprojektion für 2050: |
... |
| Anteil der Bevölkerung unter 15 Jahren: |
... |
| Anteil der Bevölkerung über 65 Jahren: |
... |
| Lebenserwartung von Frauen: |
... |
| Lebenserwartung von Männern: |
... |
| Säuglingssterblichkeit pro 1.000 Geburten: |
... |
| Müttersterblichkeit pro 100.000 Geburten: |
... |
| Verheiratete Frauen, die Familienplanung anwenden: |
... |
| Anteil der HIV-infizierten Erwachsenen: |
... |
2. Informieren Sie sich über die sprachlichen Mittel, um über die demografischen und sozialen Indikatoren für Deutschland zu sprechen/schreiben.
| Bevölkerung (Mitte 2010) |
81,6 Mio. |
Verben: leben; betragen, ...
Zahlen runden |
| Bevölkerungswachstumsrate: |
... |
Verben: zunehmen; abnehmen |
| Gesamtfruchtbarkeitsrate: |
... |
Verb: zur Welt bringen |
| Bevölkerungsprojektion für 2050: |
... |
Verb: leben
Vermutung |
| Städtische Bevölkerung: |
... |
Verben: leben; betragen, ...
Anteile |
| Anteil der Bevölkerung unter 15 Jahren: |
... |
Gegenüberstellung
Verben: betragen, ...
Zahlen runden |
| Anteil der Bevölkerung über 65 Jahren: |
... |
Gegenüberstellung
Verben: betragen, ...
Zahlen runden |
| Lebenserwartung von Frauen: |
... |
Verben: betragen, ...
Verben: leben, alt werden, haben
Gegenüberstellung |
| Lebenserwartung von Männern: |
... |
Verben: betragen, ...
Verben: leben, alt werden, haben
Gegenüberstellung |
| Säuglingssterblichkeit pro 1.000 Geburten: |
... |
Verben: sterben; betragen, ... |
| Müttersterblichkeit pro 100.000 Geburten: |
... |
Verben: sterben; betragen, ... |
| Betreute Geburten: |
... |
Verb: betreut werden |
| Verheiratete Frauen, die moderne Verhütungsmethoden anwenden: |
... |
Verben: anwenden, nutzen, verwenden |
| Anteil der HIV-infizierten Erwachsenen: |
... |
Verben: betragen, ...; infiziert sein |
3. Informieren Sie sich über die sprachlichen Mittel, um
Anteile wiederzugeben.
| durch Angabe der konkreten Prozentzahl [+ Genitiv] |
77,3% der Bevölkerung Frankreichs leben in Städten. |
| durch die gerundete Prozentzahl [+ Genitiv] |
Knapp 60% der griechischen Bevölkerung leben in Städten. [Es sind genau 59%.] |
| durch Formulierungen wie "die Hälfte", "ein Drittel", "ein Viertel", "ein Zehntel" usw. [+ Genitiv] |
Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung Italiens leben in Städten. [Es sind genau 68%.] |
| durch die Formulierung "[Zahl von 2 bis 9] von zehn" |
Fast acht von zehn Menschen in Norwegen leben in Städten. [Es sind genau 78%.] |
| durch die Formulierung "jeder + Ordnungszahl" |
Etwa jeder dritte Mensch in Sambia in Afrika lebt in einer Stadt. [Es sind genau 35%.] |
| durch unbestimmte Angaben wie "ein großer Teil", "der größte Teil", "ein kleiner Teil" usw. [+ Genitiv] |
Ein großer Teil der Bevölkerung Japans lebt in Städten. [Es sind genau 79%.] |
4. Geben Sie die Anteile durch gerundete Zahlen wieder.
| Anteil der städtischen Bevölkerung Mitte 2007 |
Anteil der Bevölkerung unter 15 Jahren Mitte 2007 |
| Ägypten: 43% |
Bolivien: 39% |
| Afghanistan: 20% |
Brasilien: 28% |
| Algerien: 58% |
Bulgarien: 12% |
| Andorra: 91% |
Chile: 25% |
| Armenien: 64% |
Großbritannien: 17% |
| Belgien: 98% |
Guinea: 46% |
Beispiel:
In Ägypten lebten Mitte 2007 mehr als vier von zehn Menschen in der Stadt.
5. Anteile in Überschriften: Sagen Sie es anders, nennen Sie die Prozentzahlen.
(1) Schon jedes 20. Neugeborene hat einen Vater über 50
(2) Jede zehnte Frau bleibt wegen der Familie zu Hause
(3) Jeder fünfte Mann trinkt bei Schlafproblemen Alkohol
(4) Deutsche weltweit auf Platz 3: Jeder hundertste Deutsche ist Millionär
(5) Statistik: Fast jeder sechste Deutsche von Armut bedroht
(6) Umfrage: Fast jeder zweite Deutsche hat Angst vor Inflation
(7) UN-Sozialbericht: Jeder vierte deutsche Schüler ohne Frühstück
(8) Jede fünfzigste Frau hat gesundheitliche Probleme im Zusammenhang mit Alkohol
6. Recherchieren Sie bei Wikipedia bzw. bei DSW und sagen Sie es anders. Verwenden Sie konkrete (oder gerundete) Prozentzahlen.
| Knapp drei Viertel der Gesamtbevölkerung in den USA sind Amerikaner mit europäischen Vorfahren. |
...% der Gesamtbevölkerung in den USA sind Amerikaner mit europäischen Vorfahren. |
| Fast ein Drittel der deutschen Staatsbürger gehört der römisch-katholischen Kirche an. |
... |
| Die Hälfte der nordafrikanischen Bevölkerung lebt in Städten. |
... |
| Weniger als jeder vierte Bewohner von Malaysia ist chinesischer Herkunft. |
... |
| Reichlich drei Viertel der Einwohner Singapurs stammen aus China, knapp jeder Sechste kommt aus Malaysia und fast jeder Zehnte ist ein Inder. |
... |
| Persisch ist die Muttersprache von etwa einem Viertel der Bevölkerung in Afghanistan. |
... |
| Ein kleiner Teil der Bevölkerung von Italien ist zwischen 0 und 14 Jahre alt, etwa zwei Drittel der Bevölkerung sind zwischen 15 und 64 Jahre alt. |
... |
Wichtiger Hinweis:
Machen Sie nicht den gleichen Fehler, den ein deutscher Journalist (!!) im folgenden Satz gemacht hat:
"Die Umfrage unter 22.000 Unternehmen zeigt, dass jeder fünfte Betrieb mehr investieren will; Anfang des Jahres war es nur jeder vierte."
Ein 2. Beispiel:
"Die Regelung sieht vor, dass für Gesetze, die im Schnellverfahren verabschiedet werden, künftig nicht mehr eine Dreifünftel-, sondern nur noch eine Zweidrittel-Mehrheit erforderlich ist."
(http://www.sueddeutsche.de/politik/pressefreiheit-in-ungarn-gericht-erklaert-mediengesetz-fuer-verfassungswidrig-1.1239540) |
7. Informieren Sie über die demografischen und sozialen Indikatoren von Deutschland.
Lösungsvorschlag:
Ich möchte über die demografischen und sozialen Indikatoren von Deutschland informieren. Mitte 2009 lebten in Deutschland mehr als 82 Mio. Menschen. Die Bevölkerungszahl sinkt mit 0,2 Prozent pro Jahr. Jede Frau bringt im Durchschnitt 1,3 Kinder zur Welt. Im Jahr 2050 werden voraussichtlich nur noch 71,4 Mio. Menschen in Deutschland leben. Knapp drei Viertel der Bevölkerung Deutschlands leben in Städten. Der Anteil der Bevölkerung unter 15 Jahren beträgt 14 Prozent, der Anteil der über 65-Jährigen dagegen liegt bei zirka 20 Prozent. Während die Lebenserwartung von Frauen bei 82 Jahren liegt, beträgt sie für Männer nur 77 Jahre. Knapp 4 von 1.000 Säuglingen und 4 von 100.000 Müttern sterben bei der Geburt. Zwei Drittel der verheirateten Frauen wenden moderne Verhütungsmethoden an. Und schließlich sind 0,1% der Erwachsenen in Deutschland HIV-infiziert. |
8. Informieren Sie sich unter der Adresse der
Deutschen Stiftung Weltbevölkerung über ein Land Ihrer Wahl. Stellen Sie die demografische und soziale Situation in diesem Land vor.
Schwerpunkt 11: Leseverstehen
Peking hat Durst
In Chinas Hauptstadt ist Trinkwasser knapp. Neue Wälder und Obstplantagen sollen die Versorgung sichern
Der Miyun-Stausee, gelegen rund hundert Kilometer nordöstlich von Peking, ist die wichtigste Trinkwasserquelle für die
chinesische Hauptstadt mit ihren 14 Millionen Einwohnern. In den vergangenen Jahren ist der
Pegel des Reservoirs drastisch gefallen: Statt 2,6 Milliarden Kubikmeter Wasser enthält es nur noch 0,6 Milliarden Kubikmeter. Seit 1999 leidet Peking unter anhaltender
Dürre und die ohnehin sehr trockene Region hat mit einem immer schlimmer werdenden Wassermangel zu kämpfen. Das Wachstum der Stadt und ihrer Bevölkerung haben zu einem starken Anstieg des Wasserverbrauchs geführt, die Grundwasservorräte der Stadt sind nahezu erschöpft. Peking benötigt derzeit rund 4 Milliarden Kubikmeter Wasser im Jahr.
Es ist nicht nur die anhaltende Trockenheit, die Peking
zu schaffen macht. Auch andere Faktoren tragen dazu bei, dass die Vorräte des Miyun-Stausees fast erschöpft sind. So wird in den umliegenden
Provinzen seit Jahrzehnten immer mehr Wasser aus den Zuflüssen des Miyun-Stausees
abgezweigt und auf die Reis- und Weizenfelder der Region geleitet. Und das wenige verbliebene Wasser ist durch Industrieabwässer, Abfälle aus Siedlungen sowie durch
Dünger so verschmutzt, dass es erst aufwändig aufbereitet werden muss, bevor es trinkbar ist. Außerdem
mangelt es in China an Erfahrungen in der Waldpflege. Das mache sich auch am Miyun-See bemerkbar: Bis in die achtziger Jahre wurden die Wälder um den Stausee
abgeholzt und anschließend mit Baumarten
aufgeforstet, die nicht an die klimatischen Verhältnisse
angepasst sind. Diese Wälder, meist
Monokulturen, verbrauchen viel Wasser oder können Niederschläge kaum speichern.
Andernorts, wo die
Vegetation ganz fehlt, wird bei den starken Regenfällen im Sommer der Boden weggespült - das Gewässer
verschlammt.
Ein Projekt am Miyun-Stausee soll eine bessere
Forstwirtschaft und eine besser an die Trockenheit angepasste Landwirtschaft einführen und so die wertvollen Ressource sichern. Dafür musste ein neues Konzept für die Flächennutzung her. Eine Wasserschutzzonenverordnung untersagt bestimmte Aktivitäten in bestimmten Bereichen um den See. Zahlreiche kleine Fabriken,
Bergbaugruben und touristische Einrichtungen, die viel Wasser verbrauchen, wurden schon geschlossen. Auch die Landwirtschaft wurde eingeschränkt. Der Großteil der den See umgebenden Fläche soll nun dem Wald überlassen werden.
Es wurden vor allem
Kiefern und
Eichen angepflanzt. Sie helfen dabei, dass das Regenwasser langsamer in den Boden sickert und als sauberes Grundwasser den See auffüllt. Die Wälder müssen allerdings intensiver gepflegt werden als bisher. Doch an
Förstern, die diese Aufgabe von den Bauern übernehmen können, mangelt es.
Weil man die Landwirtschaft, den größten Wasserverbraucher im
Einzugsgebiet des Sees, nicht ganz einstellen kann, werden auch Methoden für eine Wasser sparendere Bewirtschaftung getestet. Die Bauern hier müssen sich an die Anforderungen des Wasserschutzes anpassen. Sie werden deshalb in Zukunft auf den Anbau von Reis und
Weizen verzichten müssen, weil dabei sehr viel Wasser verbraucht wird. Stattdessen sollen sie Obstplantagen anlegen.
In einem Dorf am Miyun-See wurde neben effizienteren Bewässerungstechniken eine
Birnensorte eingeführt, die nur wenig Wasser verbraucht. In einem anderen Dorf werden nun Ess
kastanien angebaut. Viele Bauern waren anfangs aber sehr skeptisch und blieben bei ihrem Getreide. Die Landwirte befürchteten zunächst Verluste durch die Umstellung, dann aber erwiesen sich die neuen Pflanzen als ertragreich. Zudem brauchen sie weniger Dünger als das Getreide und müssen nicht so oft mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden. Weil auch der Markt die neuen Produkte gut annimmt, sind die Bauern mittlerweile überzeugt von der Umstellung.
Dieses Projekt zum Schutz des Miyun-Stausees soll anderen Regionen als Vorbild dienen. Denn es gibt in China hunderte Städte, die unter Wassermangel leiden. Dort sind die Probleme ähnlich wie am Miyun-See.
(Nach: Berliner Zeitung, 05. August 2004 - http://www.sanquell.de/wasser/info/medienberichte/peking.htm)
Worterklärungen:
zu schaffen machen - V: machte zu schaffen/zu schaffen gemacht haben - Bed.: etwas bereitet viele Probleme
Provinz - S: die;-;-en - Bed.: ein Gebiet eines Staates mit eigener Verwaltung; Wikipedia-Definition
abzweigen - V: zweigte ab/abgezweigt haben - Bed.: etwas wegnehmen
andernorts - Adv. - Bed.: an anderen Orten
verschlammen - V: verschlammte/verschlammt haben - Bed.: ein feuchter Boden ohne Vegetation entsteht
Bergbaugrube - S: die;-;-n - Zus.: Grube - Bed.: ein Bergwerk
Kiefer - S: die;-;-n - Bed.: ein Nadelbaum
Eiche - S: die;-;-n - Bed.: ein Laubbaum
Förster - S: der;-s;- - Bed.: ein Mensch, der beruflich für einen Wald verantwortlich ist
Einzugsgebiet - S: das;-s;-e - Zus.: Gebiet - Bed.: hier: das Gebiet um den See herum
Weizen - S: der;-s;kein Plural - Bed.: eine Getreidesorte
Birne - S: die;-;-n - Bed.: eine Obstsorte
Kastanie - S: die;-;-n - Bed.: eine Baumfrucht
Aufgabe:
Lesen Sie den Text "Peking hat Durst" mithilfe eines Wörterbuchs.
Notieren Sie die Informationen, die Sie zur Beantwortung der folgenden Fragen im Text finden, in Stichpunkten.
1. Welche Probleme hat Peking?
2. Warum ist der Miyun-Stausee fast leer?
3. Was beinhaltet das Projekt am Miyun-Stausee?
4. Wie reagierten die Bauern in der Umgebung auf das Projekt?
Beantworten Sie die Fragen in vollständigen Sätzen.
Klimaerwärmung bringt mehr Regen nach Deutschland
Die Winter in Deutschland werden
milder und feuchter, die Sommer etwas trockener. Das sagt das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (
PIK) voraus. Während sich der globale Klimawandel auf viel ärmere Länder katastrophal auswirkt, haben die Menschen in Deutschland nach Angaben des PIK eine Chance, sich darauf einzustellen. Dies betreffe u.a. den Wein- und Getreideanbau, Wälder und Tourismus.
Das Jahr 2000 war das wärmste Jahr im 20. Jahrhundert. Seit 1988 registrieren Klima-Experten ununterbrochen "zu warme" Jahre. Eine solche Folge von warmen Jahren hat es im 20. Jahrhundert in Deutschland noch nicht gegeben. Das Klima in Deutschland wird sich innerhalb der nächsten Jahrzehnte in einigen Gebieten weiter verändern. Im Winter ist weiter mit milder und feuchter Luft vom
Atlantik zu rechnen, was zu mehr Niederschlägen und häufigerem
Tauwetter führt, vor allem im Westen und Süden Deutschlands. Im Sommer dagegen werden Hitze- und Trockenperioden zunehmen und es wird insgesamt etwas weniger regnen. Diese Trockenheit im Sommer kann auch negative Folgen für die Landwirtschaft haben.
Aufgrund von Wassermangel kann im Nordosten Deutschlands der Getreide-
Ertrag um 2 bis 6 Prozent sinken. Allerdings können die Bauern auch auf andere Getreidesorten umsteigen, die bei höheren Temperaturen schneller wachsen. Andererseits vermehren sich bei milden Wintern und heißen Sommern auch
Schädlinge. Auch hier könnte der Anbau
schädlingsresistenter Sorten wie z.B. Mais eine Lösung bringen.
Für den Weinanbau hat ein heißer und langer Sommer negative und positive Seiten. So könnten höhere Temperaturen - vor allem nachts - die Qualität bestimmter Weinsorten gefährden. Allerdings erlauben die längeren Reifungszeiten möglicherweise höhere Qualitäten beim Anbau von Rotwein.
Die Bäume in deutschen Wäldern sind in den vergangenen 30 Jahren bereits schneller als zuvor gewachsen, was auf wärmere
Frühjahre und Winter zurückzuführen ist. Als Gründe gelten außerdem der erhöhte Kohlendioxidgehalt der Luft und die vermehrte Aufnahme von Stickstoffen aus Abgasen, die zu krankhaft schnellerem Wachstum führen. Trockenere Sommer können im Wald Ertragsrückgänge, vermehrt auftretende Waldbrände und mehr Schädlinge mit sich bringen.
Für die Küsten Deutschlands wird mit einem Anstieg des Meeresspiegels von 11 bis 88 cm in diesem Jahrhundert gerechnet. Außerdem wird es häufigere, stärkere und ausdauerndere Stürme an den Küsten geben.
Für den Tourismus gibt es sowohl negative als auch positive Auswirkungen. Positiv könnte sich die Klimaerwärmung an den Küsten auswirken, weil sich dadurch die Attraktivität der Küstenregionen für die Urlauber erhöht. Wärmere Winter verringern jedoch den Schneefall in den Mittelgebirgen und in den Hochgebirgen bedingen die erwarteten höheren Niederschläge eine Zunahme von
Lawinen.
(Nach: Yahoo! Schlagzeilen/Wissenschaft am 09.05.2001)
Worterklärungen:
mild - Adj./Adv. - Bed.: nicht sehr kalt und nicht sehr warm
Tauwetter - S: das;-s;- (Plural unüblich) - Zus.: Wetter - Bed.: Wetter mit relativ hohen Temperaturen, bei denen der Schnee schmilzt
Schädling - S: der;-s;-e - Bed.: Tiere/Pflanzen, die anderen Lebewesen schaden
schädlingsresistent - Adj./Adv. - Bed.: gegenüber Schädlingen widerstandsfähig
Frühjahr - S: das;-s;-e - Zus.: Jahr - Bed.: Synonym zu Frühling
Lawine - S: die;-;-n - Bed.: eine große Menge von Schnee, Eis oder Gestein, die sich schnell einen Berg hinunter bewegt und dabei große Zerstörungen anrichten kann
Aufgaben:
1. Notieren Sie in nominalen Stichpunkten die Folgen der Klimaerwärmung für die folgenden Bereiche:
(1) die Landwirtschaft
(2) den Weinanbau
(3) den Wald
(4) die Meeresküsten
(5) den Tourismus
2. Informieren Sie mithilfe dieser Stichpunkte über die Folgen der Klimaerwärmung in Deutschland.
Beginnen Sie mit einem Einleitungssatz.
Achten Sie bei jedem neuen Bereich auf eine kurze Überleitung.
Verwenden Sie
Verben, die eine Ursache-Folge-Beziehung zum Ausdruck bringen.
Sauberes Wasser ist knapp
Mehr als 1,1 Milliarden Menschen auf der Erde haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und 2,4 Milliarden verfügen nicht über sanitäre Einrichtungen wie z.B. Toiletten. Das kostbare
Nass Trinkwasser ist scheinbar im
Überfluss vorhanden, doch die Vorräte auf der Erde sind ungleich verteilt. Während ein paar Länder über 60 Prozent der Süßwasserreserven verfügen, muss Asien, wo knapp 60 Prozent der Weltbevölkerung leben, mit 30 Prozent des Wassers auskommen. Und in einem Gebiet, das sich von
Tunesien bis nach
Pakistan und südlich bis zum
Sudan erstreckt, ist der Wassermangel besonders groß. Pro Kopf und Jahr stehen hier einschließlich des landwirtschaftlichen Verbrauchs durchschnittlich weniger als 1.000 Kubikmeter Süßwasser zur Verfügung. Deshalb spricht man in diesem Gebiet auch von einem "chronischen Wassermangel".
Ein weiteres Problem ist die Qualität des Trinkwassers. Je mehr Trinkwasser verbraucht wird, desto mehr
Abwasser entsteht. In den Entwicklungsländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas gelangen 90 Prozent des verunreinigten Wassers und 70 Prozent der Industrieabfälle ungereinigt ins Oberflächenwasser. Als Folge davon sterben jedes Jahr über 5 Millionen Menschen an Krankheiten, die durch das schmutzige Wasser hervorgerufen werden. Wenn die Weltbevölkerung tatsächlich von derzeit 6,5 Milliarden auf die prognostizierten 8,5 Milliarden im Jahr 2025 anwächst, dann würde pro Kopf knapp ein Drittel weniger Süßwasser zur Verfügung stehen.
Laut UN werden bei gleich bleibend steigendem Verbrauch in 20 Jahren 1,8 Milliarden Menschen in Regionen leben, in denen absoluter Wassermangel herrscht. Für fünf weitere Milliarden Menschen wird sich der Bedarf nicht vollständig decken lassen.
Die Situation wird sich nicht zuletzt durch die anhaltende
Landflucht und die Konzentration der Bevölkerung in Megastädten verschärfen. Im Jahr 2020 werden von den 33 Städten mit über 8 Millionen Einwohnern 27 in Ländern des Südens liegen, was einen erhöhten Wasserverbrauch der privaten Haushalte
nach sich ziehen wird.
Je höher der
Lebensstandard ist, desto größer ist die Wasserverschwendung. Die vielen Haushaltsgeräte der Reichen treiben den Wasserverbrauch in die Höhe, kein Umweltbewusstsein und kein Kostendenken vermag ihn zu bremsen. Die ärmere Bevölkerung dagegen spart Wasser, sobald die Versorger die Preise erhöhen. Die Europäer konsumieren heute achtmal so viel Süßwasser wie ihre Großeltern, nämlich zwischen 100 und 200 Liter täglich. Ein Australier verbraucht sogar durchschnittlich mehr als 1.000 Liter am Tag und ein US-Amerikaner 300 bis 400 Liter. In einigen Entwicklungsländern dagegen liegt der durchschnittliche Tagesverbrauch bei wenigen Litern.
Nur 55 Prozent des entnommenen Wassers werden wirklich verbraucht, die übrigen 45 Prozent sind Verluste, z.B. durch undichte
Rohrleitungen oder durch
Versickerung und
Verdunstung bei der landwirtschaftlichen Nutzung, die immerhin 70 Prozent des weltweiten Wasserverbrauchs
ausmacht. Um aber die Weltbevölkerung zu ernähren, müsste die landwirtschaftliche Produktion gesteigert und die Bewässerung um weitere 17 Prozent erhöht werden.
Rein technische Maßnahmen wie die
Meerwasserentsalzung sind zu teuer und energieaufwändig, um in größerem Maßstab Abhilfe zu schaffen. Viel sinnvoller wäre es, für eine effizientere Nutzung der knappen Ressourcen zu sorgen. Insbesondere bei der
Bewässerung und beim Trinkwasser müssen Anlagen und Leitungen überholt bzw. neue gebaut werden. Außerdem müssen die Wasservorräte geschützt und die Verschmutzung muss weiter bekämpft werden. Nach Schätzungen von Finanzinstituten müssten dafür in den kommenden 25 Jahren 180 Milliarden Dollar jährlich
investiert werden, derzeit
belaufen sich die Investitionen in die Wasser
infrastruktur auf jährlich 75 Milliarden Dollar. Und schließlich hält die
Weltbank die
Privatisierung des Wassers für die beste Methode, das Wasserangebot zu verbessern. Zurzeit sind erst fünf Prozent der Weltwasservorräte privatisiert. Viele Organisationen jedoch verurteilen eine solche
Vermarktung des Wassers und fordern, dass Wasser kostenlos sein oder zum
Selbstkostenpreis abgegeben werden muss. Aber den werden die Ärmsten der Armen auch nicht bezahlen können.
(Nach: Atlas der Globalisierung. Die neuen Daten und Fakten zur Lage der Welt. LE MON-DE diplomatique, S. 14-15)
Worterklärungen:
Nass - S: das;-es;kein Plural - Bed.: stilistisch gehobene Bezeichnung für Wasser
Überfluss - S: der;-es;kein Plural - A: Mangel - Bed.: mehr, als benötigt wird
Landflucht - S: die;-;kein Plural - Bed.: die massenhafte Abwanderung von Menschen vom Land in die Stadt (z.B. um dort Arbeit zu finden)
Aufgabe:
Lesen Sie den Text "Sauberes Wasser ist knapp" und beantworten Sie die Fragen in vollständigen Sätzen.
1. Wie ist das Trinkwasser auf der Erde verteilt?
2. Was zieht die Tatsache nach sich, dass ein großer Teil des Trinkwassers nicht gereinigt wird?
3. Welchen Einfluss haben die steigenden Bevölkerungszahlen auf die Trinkwasserversorgung?
4. In welchem Verhältnis stehen Reichtum der Menschen und Trinkwasserverbrauch?
5. Wodurch kann die Versorgung mit Wasser für die Landwirtschaft verbessert werden?
Milliarden von Menschen können sich nie satt trinken
Wasser ist
unabdingbar für das Wohlbefinden der Menschen und den Schutz der Natur. Die Verfügbarkeit von sauberem Trinkwasser entscheidet über Leben und Tod, die von wirtschaftlichem Nutzwasser über Fortschritt oder Armut. Wasser kann Anlass kriegerischer Konflikte sein.
Bis 2050 wird die Weltbevölkerung nach UN-Prognosen bei 9,4 Mrd. Menschen liegen, doch schon heute, bei 6,3 Mrd., ist das Wasser laut
WHO in vielen Teilen der Welt äußerst knapp, haben 1,1 Mrd. Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser, müssen 2,4 Mrd. ohne
angemessene sanitäre Anlagen auskommen, sind mehr als drei Milliarden Menschen von wasserbedingten Krankheiten betroffen. Allein in Afrika sterben pro Jahr zwei Millionen an Krankheiten, die durch verseuchtes Wasser hervorgerufen werden.
Die Entwicklung unserer Wasserressourcen kann daher nur bedeuten, sauberes Trinkwasser und sichere sanitäre Verhältnisse für alle zu garantieren und, parallel dazu, für den Wasserbedarf von Industrie und Landwirtschaft zu sichern, was gebraucht wird.
Das globale Wasserproblem erscheint dabei in zwei Grundproblemen: Wasserknappheit und -verschmutzung. Ersteres wird zunächst durch natürliche Faktoren verursacht, etwa Trockenheit und Dürre, andererseits durch den so genannten "Wasser-Stress", d.h. die Folge einer rivalisierenden Nachfrage. Wasserknappheit
korrespondiert zudem mit wachsenden Bevölkerungszahlen sowie fortschreitender Verstädterung. Unter diesen Umständen kann nur in sehr unterschiedlichem Maße über Frischwasser verfügt werden.
In Asien liegt heute der Wasservorrat pro Kopf bei weniger als 50% des Weltdurchschnitts. In Afrika sind Wasserressourcen unzureichend erschlossen oder regional höchst ungleich verteilt. In Nord- und Südamerika wie im Raum der ehemaligen Sowjetunion erscheinen die Wasservorräte generell groß, es gibt jedoch auch hier von Region zu Region teilweise ein beachtliches
Gefälle. Die Regenhäufigkeit in Nordafrika, der
Sahelzone oder auf der Arabischen Halbinsel ist bekanntermaßen großen Schwankungen unterworfen.
Die angedeuteten natürlichen Grenzen verfügbarer Wasserreservoire werden durch Faktoren wie Bevölkerungswachstum,
Urbanisierung,
agrarischer und industrieller Fortschritt überlagert.
Hohe Bevölkerungsdichte hat in einigen Teilen der Welt zu rücksichtsloser
Abholzung der Wälder geführt, wodurch Boden
erosion, Dürre oder Überschwemmungen verursacht werden. Rund sechs Millionen Hektar Land
degenerieren jährlich zu Wüste. Mit der
Entwaldung des Amazonas-Gebietes ändern sich die
hydrologischen Bedingungen, d.h. es wird eine geringere
Verdunstung und demzufolge geringere Niederschlagsmengen geben. Künstliche Bewässerung, für die in der Welt prozentual das meiste Wasser verwendet wird, trägt durch die damit einhergehende Verdunstung ebenfalls zur Wasserknappheit bei.
(Nach: Udo E. Simonis in: http://www.freitag.de/ - Zugriff am 22.12.2003)
Worterklärungen:
unabdinbar sein - V: war unabdingbar/unabdingbar gewesen sein - S: Unabdingbarkeit - Bed.: unbedingt notwendig sein
angemessen - Adj./Adv. - Sy: adäquat - Bed.: den Umständen entsprechend
korrespondieren mit - V: korrespondierte/korrespondiert haben - Bed.: in einem Zusammenhang mit etwas stehen
Gefälle - S: das;-s;- - Bed.: Unterschied zwischen zwei oder mehreren Werten
Urbanisierung - S: die;-;-en - V: urbanisieren - Sy: Verstädterung
degenerieren - V: degenerierte/degeneriert haben - S: Degenerierung - Bed.: sich verschlechtern
Aufgabe:
Lesen Sie den Text "Milliarden von Menschen können sich nie satt trinken" und beantworten Sie die Fragen in vollständigen Sätzen.
1. Welche Bedeutung hat Wasser für Mensch und Natur?
2. Welche Situation in Bezug auf das Wasser konstatiert die WHO heute?
3. Welche Aufgaben stehen vor der Menschheit?
4. Warum kann nur in unterschiedlichem Maße über Frischwasser verfügt werden?
5. Wie steht Wasser in Nord- und Südamerika zur Verfügung?
6. Wozu führt eine hohe Bevölkerungsdichte?
Schwerpunkt 12: Grafiken interpretieren
Schaubild: Wasserverbrauch in Europa
Aufgabe:
Interpretieren Sie das Schaubild aus "www.ewu-aqua.de/".
Beschreiben Sie zuerst die dargestellten Informationen.
Stellen Sie den Wasserverbrauch in zwei geeigneten Ländern gegenüber.
Erläutern Sie, warum sich der Wasserverbrauch in diesen beiden Ländern so stark unterscheidet.
Vermuten Sie, falls Sie keine sicheren Informationen haben.
Das folgende Diagramm aus der Zeitschrift "Die Welt" vom 18.08.2008, S. 9, können Sie als Argumentationshilfe verwenden.
Schaubild: Wassergebrauch: Sparziel erreicht
Aufgabe:
Interpretieren Sie das Schaubild aus "www.trinkwasserspezi.de/".
Beschreiben Sie zuerst die in der Grafik dargestellten Informationen.
Achten Sie auf den Vergleich der wichtigsten Daten nach der Beschreibung.
Erläutern Sie, warum der Wasserverbrauch in Deutschland gesunken ist.
Wo lässt sich bei der Wasserverwendung Wasser sparen?
Wo können Sie selbst Wasser sparen?
Schaubild: Wasserverwendung in Deutschland
Aufgabe:
Interpretieren Sie das Schaubild. Gehen Sie dabei besonders darauf ein, wo Wasser gespart werden könnte.
Schwerpunkt 13: Zustimmen - Ablehnen
Sprachliche Mittel
1. einer Meinung zustimmen:
- Es stimmt, dass ...
- Ich stimme dir/Ihnen zu, dass ...
- Ich stimme deiner/Ihrer Meinung zu, dass ...
- Ich gebe dir/Ihnen Recht, dass ...
- Sie haben Recht, dass ...
- Ich bin auch deiner/Ihrer Ansicht, dass ...
2. eine Meinung ablehnen:
- Es stimmt nicht, dass ...
- Ich stimme dir/Ihnen nicht zu, dass ...
- Ich stimme deiner/Ihrer Meinung nicht zu, dass ...
- Ich bin nicht deiner/Ihrer Ansicht, dass ...
Aufgabe:
Stimmen Sie den folgenden Aussagen zu bzw. lehnen Sie sie ab.
Begründen Sie kurz Ihre Meinung.
| Meinung |
Zustimmung/Ablehnung |
Begründung |
"Die nächsten Kriege werden um Wasser geführt."
(Vizepräsident der Weltbank 1997) |
Zustimmung |
in vielen Ländern der Erde: chronischer Wassermangel |
"Wasser ist eine Voraussetzung für das Überleben von Mensch und Ökosystemen sowie von ökonomischer Entwicklung."
(Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)) |
... |
... |
| "Eine Lösung des globalen Wasserproblems ist die Entsalzung von Meereswasser." |
... |
... |
| "Jeder Mensch muss Zugang zu sauberem Wasser in ausreichender Menge bekommen." |
... |
... |
"Die beste Wasserquelle ist effizienter Umgang mit Wasser."
(Andreas Kuck von der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ)) |
... |
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"Vor allem Kinder leiden unter den Folgen von Wassermangel."
(UNICEF) |
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| "In vielen Regionen der Welt, wie z.B. in Indien und Indonesien, ist die Hygiene ein größeres Problem als die Versorgung selbst." |
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